Zuletzt aktualisiert am 4. Juli 2020 um 9:36

Du willst deine Fotografie Kenntnisse auffrischen oder einfach nur bessere Bilder machen? Dann bist du hier genau richtig, denn die nachfolgenden 13 Tipps zeigen dir den Weg dahin.

13 Tipps zum besseren Fotografen

1. Grundlagen der Fotografie kennenlernen

Ohne etwas Theorie geht es einfach nicht, das gilt auch für die Fotografie. Lege dir ein gutes Buch zu, wie zum Beispiel Die Fotoschule in Bildern. Landschaftsfotografie Werbung oder Die Fotoschule in Bildern. Bildgestaltung Werbung oder ziehe dir einen Online Fotokurs rein. Möglichkeiten gibt es genügend, um sich die notwendigen Grundlagen anzueignen.

Zu Grundlagen zählt für mich zum Beispiel, dass du weißt, wie die Blende ein Bild beeinflusst, was ISO bedeutet oder was Schärfentiefe bedeutet.

 2. Viele Fotos machen

Wichtig – und das ist wohl für jeden gleich – viele Fotos machen! Denn nur durch die Praxis gehen Grundlagen in Fleisch und Blut über und man muss nicht mehr erst überlegen, ob F/1.8 nun eine offene oder geschlossene Blende ist. Und ob man damit eher eine geringe oder hohe Schärfentiefe erreichen kann.

Auflösung: es ist eine offene Blende. Einfach zu merken, wenn man die korrekte Schreibweise betrachtet. F/1.8 – als dividiert durch 1.8. F/8 ist demnach ein kleinerer Wert und damit eine kleinere Blende. Und die Schärfentiefe ist bei großer Blendenöffnung gering.

Wie viele Bilder ich mit meinen Analog-Kameras in den ersten 15 Jahren gemacht habe, weiß ich nicht genau. Ich kann nur sagen, dass ich zum Beispiel während eines 4-wöchigen Urlaubes in Norwegen 30 Filme verknipst  – also ca. 1000 Fotos geschossen habe. Es werden also sicher um die 20 – 25.000 Fotos gewesen sein, die ich analog fotografiert habe.

Seit 2001 fotografiere ich digital und bis jetzt (Juni 2020) habe ich mit 6 verschiedenen Kameras über 60.000 Fotos geschossen. Davon knapp 25.000 in den letzten 3 Jahren mit meinen Spiegelreflexkameras, der Canon EOS 700D Werbung und meiner aktuellen Kamera, der Canon EOS 80D Werbung (geiles Teil, bin echt begeistert).

In Summe habe ich also grob 85.000 Fotos in den letzten 35 Jahren geschossen.

3. Objektive im Griff haben

Für mich war beim Einstieg in die Spiegelreflex-Technologie der Umgang mit den Objektiven eine gewisse Herausforderung. Nicht nur das Handling selbst, sondern auch das Abschätzen, welchen Bildausschnitt ich mit welchem Objektiv in etwa bekommen werde. Dabei hatte ich zum Start nur zwei Objektive: das 18-55 mm Werbung und das 55-250 mm Werbung.

Erst wenn du jene Objektive, die du bereits besitzt, wirklich im Griff hast, solltest du an den Kauf eines weiteren Objektives denken! Und mit im Griff haben meine ich, dass du zum Beispiel weißt, für welche Situationen das Objektiv gut geeignet ist und wo seine Grenzen liegen.

Zum Beispiel, wie gut ein Objektiv für Nahaufnahmen geeignet ist, ob es dich also nah ran lässt und wie das Bokeh (der unscharfe Bereich im Bild) am Ende wirkt.

4. Nur ein Objektiv mitnehmen

Ein weiterer Tipp im Zusammenhang mit Objektiven: nimm ganz bewusst nur ein Objektiv auf eine Tour mit! So lernst du das Teil so richtig gut kennen, was den möglichen Bildausschnitt oder auch andere Eigenschaften wie die Schärfentiefe anbelangt.

Zu Beginn war ich so doch recht überrascht, wie wenig man mit einer 50 mm Festbrennweite Werbung aufs Bild bringt. Mit einem Zoomobjektiv nimmt man die eingestellte Brennweite nicht so bewusst war, als das mit einer Festbrennweite der Fall ist. Die bewusste Einschränkung hilft dir dabei, ein noch besseres Gefühl für deine Objektive zu bekommen.

5. Schärfentiefe im Griff haben

Das bewusste Spiel mit der Schärfentiefe macht mir besonders viel Spaß. Immerhin war das für mich auch einer der Gründe, mir überhaupt eine Spiegelreflexkamera anzuschaffen. Wie hängen die Blendenöffnung und der Abstand zum Objekt mit der Schärfentiefe zusammen? Wie verändert sich diese, wenn man eine andere Brennweite verwendet? Mit welchem meiner Objektive erhalte ich ein besonders ansprechendes Bokeh?

Spiel mit der Schärfentiefe

Spiel mit der Schärfentiefe

Auch hier gilt: erst mit der Praxis kann man die Schärfentiefe wirklich perfekt treffen und steuern.

6. Mit der Belichtungszeit spielen

Ein weiterer, wichtiger Faktor, um Bilder bewusst zu gestalten, ist die Belichtungszeit. Zum Beispiel um einen Wasserfall oder fließendes Wasser nicht „einzufrieren“ sondern fließen zu lassen. Oder um die Milchstraße zu fotografieren, ohne Sternspuren zu bekommen.

Auch mit dem ISO Wert solltest du unbedingt experimentieren. Ein hoher ISO Wert verkürzt die Belichtungszeit und kann so Verwacklungen verhindern. Aber ab welchem ISO-Wert ist das Bildrauschen wirklich störend? Welches Rauschen nimmt man notfalls in Kauf, um eine Nachtaufnahme ohne Verwackelungen hinzubekommen, wenn man kein Stativ dabei hat? Das Ausmaß des Bildrauschens hängt ganz stark von der verwendeten Kamera (deren Sensor) ab. Mache also einfach ein paar Testaufnahmen bei wenig Licht und vergleiche diese dann am PC.

7. Objektiv mit Festbrennweite benutzen

Das Fotografieren mit Festbrennweite stellt eine neue Herausforderung dar, wenn man Zoomobjektive gewohnt ist. Man muss sich mehr bewegen, denn ein Objekt lässt sich nicht einfach heranzoomen, man muss sich diesem nähern. Wenn ich mit dem 50er Werbung unterwegs bin, achte ich auch viel mehr auf Details. So sehe ich dadurch Dinge, die mir sonst gar nicht aufgefallen wären.

Figur im Heller Garden, Gardone

Figur im Heller Garden, Gardone

Von Vorteil ist auch, dass diese Objektive sehr leicht und in der Regel auch sehr lichtstark sind. Und preislich liegen sie im Vergleich zu Zoomobjektiven auch im unteren Bereich (ca. 100-200€).

8. Eigene Kamera (wirklich) gut kennen

Man hat eine neue Kamera und will sofort loslegen. Was auch gut so ist. Aber man sollte nicht verabsäumen, sämtliche Funktionen und Einstellungen der Kamera kennenzulernen. So mancher meint, sich eine neue Kamera / einen neuen Body kaufen zu müssen, weil er bereits an seine Grenzen stoßen würde, dabei hat er seine alte Kamera noch nicht wirklich ausgereizt.

Zum gut kennen gehört auch, dass man die Kamera mehr oder weniger blind bedienen kann. Also auch bei Dunkelheit jeden Knopf schnell findet, ohne erst eine Taschenlampe rauskramen zu müssen. Denn schnell zu sein, ist oft auch sehr wichtig.

9. Nur auf bestimmte Motive konzentrieren

Wenn du wie ich in der Regel nur Landschaften fotografierst, dann solltest du auch einmal andere Motive ins Auge fassen.

Im Rahmen meines Artikels 7 Frühlingsblumen die du kennen solltest, habe ich mich bewusst eine gesamte Wanderung nur auf Blumen konzentriert. Nicht nur, dass mir so erst richtig aufgefallen ist, wie viele Blumen es am Wegesrand zu entdecken gibt. Ich habe dadurch auch gelernt, worauf es bei diesen Motiven ankommt, um sie möglichst attraktiv einfangen zu können.

10. Einsatz eines zirkularen Polfilters

Polfilter sind fast schon ein Muss für die Landschaftsfotografie. Grob gesagt kannst du damit den Himmel blauer gestalten, Dunst aus der Luft filtern und die Spiegelung in Fenstern, Seen oder anderen Spiegelflächen steuern.

Aber Vorsicht: die Wirkung eines Polfilters kann ein Bild auch versauen! Unnatürliche, dunkelblaue Teilbereiche des Himmels können ein Bild wirklich kaputt machen. Beim nachfolgenden Panorama hatte ich in der Bildbearbeitung hart zu kämpfen, um den Himmel zu retten und halbwegs natürlich erscheinen zu lassen.

Berggipfel und Almhütten

Panorama am Vormauerstein – Polfilter zu brutal

Also auch der Einsatz eines Polfilters will gelernt sein. Es ist kein Zauberding, welches vollautomatisch herrliche Landschaftsaufnahmen garantiert.

11. Fotoprojekte / bewusstes Einschränken

Es kann sehr hilfreich sein, sich auf eine bestimmte Art von Fotos oder einen bestimmten Stil einzuschränken. Neben der bewussten Einschränkung auf ein Objektiv oder ein bestimmtes Motiv, eine dritte Form der bewussten Einschränkung.

Marc von Reisezoom postet zum Beispiel nur S/W Bilder auf Instagram, die er mit dem Smartphone aufgenommen hat. Oder man belichtet einen ganzen Tag nur mit 15 Sekunden. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

12. Mit Graufiltern spielen

Manchmal ist es einfach zu hell. Zu hell, um lange genug belichten zu können. Lange genug, um zum Beispiel einen Wasserfall als fließendes Gewässer darzustellen oder um den Wolkenzug über einer Landschaft dynamisch einzufangen.

Hier kommen Graufilter ins Spiel. Diese werden wie jeder andere Filter einfach vor die Linse geschraubt oder im Fall von Einschubfiltern in eine entsprechende Filtervorrichtung geschoben. Zweiteres ist vor allem bei Verlaufsfiltern sehr sinnvoll, weil sich nur so die Kante / der Bereich des Verlaufs gezielt steuern lässt.

Graufilter nehmen einfach Licht weg. Sie verlängern damit die Belichtungszeit. Wie lange, kannst du an der Bezeichnung erkennen. So verlängert ein ND64 die Belichtungszeit zum Beispiel um das 64-fache. Einen sehr guten Artikel zum Einsatz von Graufiltern hat übrigens Christian von Travelography geschrieben: Fotografieren mit Graufilter – so geht’s.

13. Andere Fotos studieren

Wenn dir ein Bild besonders gut gefällt, überlege dir, warum das so ist.

Ist es der Bildausschnitt, ist es die Schärfentiefe, sind es die Farben oder ist es die Situation, die das Bild zu etwas Besonderem machen? Wurden die Grundlagen der Bildkomposition eingehalten oder bewusst verletzt? Und wenn sie verletzt wurden: warum „funktioniert“ das Bild trotzdem oder gerade deshalb? Man kann dabei wirklich ungemein viel lernen!

Und welche Tipps hast du auf Lager? Willst du uns diese in einem Kommentar verraten?

Du willst deine Fotografie auf Vordermann bringen? Die Tipps in diesem Beitrag helfen dir in jedem Fall weiter und heben deine Fotos auf einen neuen Level.