Zuletzt aktualisiert am 8. Juni 2019 um 10:27

Eine gute Wanderausrüstung ist das Um- und Auf für eine Tour. Insbesondere, wenn es sich um eine Fernwanderung handelt. Wer an der Ausrüstung spart, spart am falschen Fleck. Sparen im Sinne von billigem Zeug kaufen – nur um das nicht falsch zu verstehen!

Und so habe ich für die Fernwanderung von Salzburg nach Innsbruck #wwsi19 meine Wanderausrüstung näher unter die Lupe genommen und sie ganz besonders kritisch beäugt. Du findest hier keine simple Packliste (eine simple Liste aller Gegenstände befindet sich am Ende des Artikels), sondern zu jedem Teil auch zusätzliche Gedanken, die ich mir während der Zusammenstellung der Packliste gemacht habe.

Für den Fuß

Wanderschuhe

Dass ein gut sitzender Wanderschuh sehr wichtig ist, liegt auf der Hand bzw. am Fuß. Für eine 2-3 stündige Wanderung findet sich sehr viel schneller ein Schuh, den man im wahrsten Sinne des Wortes erträgt, als für eine Fernwanderung. Leider habe ich in den letzten Jahren vergeblich nach einem festen Wanderschuh gesucht, der perfekt sitzt und nicht irgendwo drückt oder nach relativ kurzer Gehzeit Blasen verursacht.

Schade, dass sich mein alter Wanderschuh in Norwegen mehr oder weniger in einem Rutsch von seiner altersschwachen Sohle getrennt hat. Ist einfach zerbröselt. Dabei wäre er erst knapp 20 Jahre gewesen.

Das Problem: wirklich feste Schuhe, die auch im Geröll nicht aus dem Leim gehen und vor allem den Fuß schützen, sind in der Regel sehr steif in der Sohle und auch im Aufbau. Und diese Steifheit verursacht dann Probleme beim Wandern.

Ich bin besonders empfindlich bei den Knöcheln – hier drückt mich ein Schuh sehr schnell. Den Schuh im oberen Bereich nicht so fest zu schnüren oder die vorletzte Öse auszulassen hilft zwar, oft aber leider auch nur für mittellange Touren.

Und so habe ich für mich entschieden, die Fernwanderung nach Innsbruck mit einem niederen Trekkingschuh zu absolvieren.

Vorteil: der Schuh drückt nicht am Knöchel und ist natürlich auch vom Gewicht her leichter und angenehmer zu gehen, als feste und hohe Wanderschuhe. Die Nachteile sind aber auch nicht von der Hand zu weisen. Man knickt mit solchen Schuhen eher um und auch der Knöchel ist nicht geschützt. Auch Steine und Schmutz finden bei niederen Schuhen den Weg sehr viel einfacher in den Schuh.

Gamaschen

Für die beiden letzteren Probleme habe ich aber eine Lösung gefunden: es gibt Gamaschen mit einer Polsterung am Knöchel.

Ich habe mir die Salomon Gamaschen Werbung besorgt. Damit sind die Knöchel einigermaßen geschützt und auch die Steine bleiben draußen. Dass eine Kombination eines niederen Trekkingschuhes mit diesen gepolsterten Gamaschen einen gut sitzenden, hohen Wanderschuh nicht ersetzen kann, ist aber auch klar.

In Bezug auf Sicherheit im unwegsamen Gelände ist man mit einem hohen Wanderschuh klar besser beraten.

Für den Notfall & Vorbeugung

Viele schwören auf Hirschtalg beziehungsweise entsprechende Salben, die Hirschtalg enthalten. Empfohlen wird, die Füße mit der Salbe bereits ein bis 2 Wochen vor der Tour täglich einzucremen. Die Salbe macht die Haut strapazierfähiger und weniger anfällig für Blasen.

Und sollte man doch einmal Blasen bekommen: Blasenpflaster helfen wirklich sehr gut! Wenn du einmal eine Blase bekommen solltest, so kannst du nach dem Aufkleben des Pflasters wirklich wieder schmerzfrei gehen. Vorsicht Diabetiker! Zumindest beim Compeed Blasenpflaster sollte man laut Beipackzettel wegen der Wirkstoffe im Pflaster die Verwendung vorher mit dem Arzt abklären!

Wer Knieprobleme hat, sollte an eine Kniebandage denken! Idealerweise eine, bei der man nicht auch die Schuhe ausziehen muss, um sie anzulegen. Ich habe mir eine Atmungsaktive Kniebandage Werbung zugelegt, die man via Klettverschluss anlegen kann und bei der auch die Kniescheibe für mehr Bewegungsfreiheit freibleibt. Mit dieser konnte ich schon recht gute Erfahrungen sammeln und ich empfinde sie auch als recht gut zu tragen. Sie verrutscht nicht, allerdings schwitzt man trotz Atmungsaktivität drunter schon auch sehr.

Zur etwaigen Schmerzlinderung ist eine entsprechende Salbe oder Gel gegen Sportverletzungen und Entzündungen zu empfehlen, wie z.B. Voltadol. Das vertrage ich besser als zum Beispiel Mobilat Gel, welches bei längerer Anwendung zumindest bei mir zur Austrocknung der Haut geführt hat. Einfach in deiner Apotheke oder deinen Hausarzt fragen!

Teleskopstöcke

Wie oft habe ich schon geglaubt, ein vermeintliches Schnäppchen bei Teleskopstöcken gemacht zu haben. 25€ statt 75€. Bisher allesamt Mist! Mit ca. 30.000 Höhenmetern pro Jahr gehe ich nicht wirklich viel, aber mehr als ein Jahr hat von den Sonderangeboten noch keiner der Stöcke gehalten.

Entweder die Schlaufe reißt aus oder verlängert sich ständig selbständig oder die Schraube bei den Teleskopverbindungen rostet / steckt sehr bald fest. Auch wenn man sie zerlegt und säubert dauert es zumeist nur ein paar Wochen, bis die Schraubklemmen wieder herumzicken und sich das Element nicht mehr fixieren lässt.

Meine aktuellen Stöcke zu ca. 35€ (ja, damals auch ein Sonderangebot) habe ich knapp 2 Jahre und bisher machen sie keine Probleme. Ob ich diesmal die richtigen gefunden habe?

Meine Erwartung wäre ja schon, dass so ein Stock selbst bei einer größeren Anzahl Touren im Jahr mindestens 5 Jahre halten sollte. Vorteil meiner aktuellen Stöcke (Terra-Hiker – Faltbare Trekkingstöcke Werbung): die unteren Elemente werden mittels eines Klick-Systems eingehängt und nur das oberste Segment ist in der Länge anhand eines Schraub-Systems in der Länge verstellbar.

Die Länge stellt man also nur einmal im obersten Segment ein und dann nie wieder. In weiterer Folge kann ich die Stöcke wieder zusammenlegen, ohne ein Schraub-Element bedienen zu müssen.

Stirnlampe und Taschenlampe

Zwar haben wir nicht vor, in der Nacht zu wandern, aber man weiß ja nie, was während so einer Fernwanderung alles passiert. Neben einer Taschenlampe mit Rotlicht (ich habe vor zu Sonnenaufgang und Sonnenuntergang zu fotografieren) nehme ich also auf jeden Fall auch eine Stirnlampe mit. Sollte deine Stirnlampe bereits auch ein Rotlicht beinhalten, kannst du dir die extra Taschenlampe auch sparen.

Auch bei den Stirnlampen kannst du auf das Gewicht achten. Wenn du sie auf dem Kopf trägst, ist dir das Gewicht wohl ziemlich egal, aber in der Regel wirst du diese im Rucksack mit dir herumtragen. Und dann ist es eventuell nicht mehr ganz so egal, wie viel die Stirnlampe wiegt.

Ich habe eine Batterie betriebene Stirnlampe mit 110 g und eine wiederaufladbare Stirnlampe mit 170 g (+ 15 g für USB Ladekabel). Wenn es rein um das Gewicht ginge, würde ich der Batterie-Variante den Vorzug geben. Da ich aber wie erwähnt auch eine Taschenlampe mit Rotlicht wegen etwaiger Nachaufnahmen dabei haben will, gewinnt die Akku-Variante. Diese hat nämlich neben dem sehr viel helleren weißen Licht auch ein integriertes Rotlicht.

Einen sehr guten Artikel zu Stirnlampen findest du übrigens bei den Bergfreunden unter Die Nacht erhellen: Tipps für die richtige Stirnlampe.

Hüttenschlafsack

In den Berghütten sind in der Regel Decken vorhanden. Allerdings sind diese von der Hygiene her nicht immer zwangsläufig am oberen Ende anzusiedeln. Glücklich ist, wer für diese Situationen gerüstet ist, und einen Hüttenschlafsack mit dabei hat. Hüttenschlafsäcke sind in der Regel sehr leicht und deshalb auch so dünn, dass sie kaum wärmen.

Ihr Hauptzweck ist die Hygiene. Wer liegt schon gerne im oder schnuppert schon gerne am Schweiß des Vorgängers? In vielen Hütten ist ein Hüttenschlafsack deshalb auch Pflicht.

Erste Hilfe Set

Ein Erste Hilfe Set ist insbesondere bei einer Weit-Wanderung ein absolutes Muss. Ich habe mir für meine Salzburg-Innsbruck Wanderung ein kleines Outdoor-Erste-Hilfe-Set Werbung besorgt.

Wasserflaschen

Genug Wasser dabei zu haben, ist ein absolutes Muss! Wassermangel kann sich fatal auswirken und ich musste das sogar schon einmal am persönlichen Leib verspüren ( 7 Fehler beim Wandern ).

Packliste Weitwanderung - Flaschen

Flaschen – Gegenüberstellung. V.l.n.r.: 1 Liter isoliert, 1 Liter nicht isoliert, 0,5 Liter isoliert [Unbezahlte Werbung, Produkt erkennbar]

Ob es unbedingt eine isolierte Flasche sein muss, hängt davon ab, ob du Heißgetränke mitnehmen willst oder nicht. Du solltest auf jeden Fall bedenken, dass eine isolierte Flasche (sehr viel) schwerer und auch größer ist.

Hier 3 Flaschen zum Vergleich:

  • 0,5 Liter isoliert: 320 g
  • 1 Liter isoliert: 470 g
  • 1 Liter nicht isoliert: 140 g

Wenn du mindestens 2 Liter dabei haben willst – und das solltest du – dann sind das in der nicht isolierten Variante 280 g Leergewicht im Vergleich zu 940 g in der isolierten Variante. Das ist über ein halbes kg an Mehr-Gewicht für einen heißen Tee oder Kaffee!

Ob es dir das wert ist, liegt bei dir. Bei winterlichen Verhältnissen wirst du zumindest eine Flasche für Heißgetränke dabei haben wollen, da kann das bestimmt nicht schaden. Bei höheren Temperaturen ist für mich klar: Gewicht sparen geht vor (Kaffee) Genuss.

Besonders leicht sind die Wasserbeutel aus Kunststoff und im Zusammenhang mit einem Rucksack samt Trinksystem auch recht praktisch. Mein Problem: ich habe bisher noch keinen Trinkbeutel gefunden, wo der Inhalt nach sehr kurzer Zeit nicht ekelhaft nach Kunststoff schmeckt.

Taschenmesser

Ob es das unbedingt braucht? Die meiste Zeit trägt man so ein Taschenmesser sinnlos mit sich herum und wenn man Gewicht sparen will, hinterfragt man seine Mitnahme umso mehr. Die Gipfelwelt hat sich dazu schon ausführliche Gedanken gemacht, weshalb ich dich gerne auf diesen Artikel verweise: Braucht man zum Wandern ein Taschenmesser?

Ich bin mir selbst nach Lesen des Artikels noch nicht 100% sicher, auch wenn ich kein Selbstverpfleger bin. Schere, Zahnstocher, Korkenzieher, Pinzette? All das hätte mein 67 g schweres Taschenmesser mit dabei. Und all das könnte man eventuell während einer längeren Tour gut gebrauchen können. 67 g sind ja wirklich nicht viel, also rein wegen der Gewichtsersparnis muss man es nicht Zuhause lassen.

Kompass & Wanderkarten

Alleine auf die Technik sollte man sich in den Bergen nicht verlassen – schon gar nicht während einer Weitwanderung. Das GPS kann ausfallen und auch der Akku des Smartphones kann sich leeren. Gut, wenn man dann „manuelles Equipment“ wie Wanderkarten oder einen Kompass mit dabei hat.

Packliste Wanderkarten

Packliste Wanderkarten und Kompass [Unbezahlte Werbung, Produkt erkennbar]

Folgende Karten habe ich für meine Tour von Salzburg nach Innsbruck eingepackt (ich kaufe immer alle Karten, um meine komplette Tour damit abdecken zu können):

Die 4 Wanderkarten wiegen samt „Aktiv-Guide“ satte 650 g.

Wenn du Gewicht sparen willst, dann entferne den Aktiv-Guide (oder Tourentipps, was auch immer mit in der Karte liegt) und nimm nur die Karten alleine mit. Die Schutzhülle einer Karte wiegt auch etwas mehr als 10 g und so lässt sich auch da noch sparen, wenn du 2 Karten in eine Hülle steckst. Vier so „abgespeckte“ Wanderkarten kommen dann nur noch auf 400 g, also immerhin 250 g gespart!

Als App fürs Smartphone kann ich Outdooractive empfehlen. Über diese habe ich auch meine Fernwanderung Salzburg – Innsbruck geplant.

Die Liste zusammengefasst

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