Da liege ich krankheitsbedingt auf der Couch und sehe mir eine Dokumentation über Florian Werner an, der das Buch Der Weg des geringsten Widerstands: Ein Wanderbuch Werbung geschrieben hat und plötzlich schießt es mir durch den Kopf: Weitwandern – das will ich jetzt durchziehen! Nicht irgendwann, sondern bald. Schon sehr bald. Denn was man immer nur aufschiebt, passiert dann ja sehr oft gar nicht, wie man weiß.

Und so stand die Reiseplanung für 2019 – es soll auf Schusters Rappen von Salzburg nach Innsbruck gehen.

Eine Idee war geboren

Das Thema Weitwandern hat mich schon immer irgendwie gereizt, aber in diesem Moment (wohl weil mein Drang nach Bewegung nach 4 Tagen auf der Couch noch höher als sonst war) hat sich der Gedanke gefestigt: jetzt will ich es endlich durchziehen!

Zwar hatte Florian Werner einen völlig anderen Zugang zum Weitwandern im Rahmen seines Buchs (immer den einfachsten Weg wählen und so quasi treiben lassen), als ich es vor habe, aber ich war durch den Beitrag erneut angefixt.

Im Jahr 2019 soll also zumindest ein Teil meines Jahresurlaubes ein reiner Wanderurlaub sein. Das allein ist jetzt noch nichts besonderes, das machen meine Frau Christine und ich ja so gut wie jedes Jahr. Weil wir einfach keine „Strandlieger“ sind. Ein Wanderurlaub stellt für uns immer die erste Wahl dar, wenn das Thema des gemeinsamen Jahresurlaubes auf den Tisch kommt.

Aber diesmal wollen wir gar nicht erst irgendwo hinfahren oder hinfliegen! Nein, wir wollen direkt mit dem Rucksack zu Fuß aus dem eigenen Haus starten!

Damit ist auch der Startpunkt vorgegeben. Es wird Salzburg sein. Genauer: Plainfeld, mein Heimatort.

Ein Ziel finden

In welche Richtung soll es aber gehen? Kurz kam mir in den Sinn, in Richtung Hallstatt / Bad Aussee zu gehen. Ich finde diese Gegend einfach faszinierend. Vorbei am Wolfgangsee in Richtung Hallstätter See und Dachstein.

Aber sehr schnell war der Entschluss gefasst: es soll Innsbruck sein! Warum Innsbruck? Das ist einfach erklärt: meine Tochter wird ab März in Innsbruck studieren, und diese werde ich besuchen.

Innsbruck

Oder besser: werden wir besuchen. Denn als ich am Abend meiner Frau von dieser Idee erzählt habe, war sie sofort Feuer und Flamme. Meine Frau hat wie ich das Wander-Gen im Blut und hat so diese Idee vom ersten Moment an für gut befunden.

Zusätzlicher Aspekt Nachhaltigkeit

Nachdem mir Nachhaltigkeit sehr wichtig geworden ist, ist so ein Urlaub zu Fuß natürlich perfekt! Bis auf die Unterkunft und die Rückreise mit dem Zug wird dieser Urlaub so gut wie kein zusätzliches CO2 produzieren. Und das macht mich schon auch irgendwie zufrieden.

Weitwandern von Salzburg nach Innsbruck – die Planung

Grundlegende Gedanken zur Tour

Grundsätzlich wollen wir uns schon auch ein wenig treiben lassen. Ohne wirklich fixe Tagesziele. Zwischenstopps auf dem Weg nach Innsbruck einfach nach Lust und Laune und körperlichem Wohlbefinden. Die Route selbst soll dabei aber schon ganz gut geplant sein. Samt Blick auf etwaige Übernachtungsmöglichkeiten. Ganz blauäugig ohne Vorbereitung würde ich so eine Tour nicht gehen wollen.

Aber wir behalten wir uns vor, diesen Plan auch ganz spontan während der Tour wieder zu verwerfen. Das kann wetterbedingt durchaus notwendig werden. Aber selbst bei gutem Wetter: auch wenn für den Tag ein Berggipfel geplant wäre – wenn unsere Körper gerade keinen Bock auf viele Höhenmeter haben, dann gerne auch einfach nur über ein Almengebiet spazieren und etwas „Kilometer fressen“.  Der Genuss soll auf keinen Fall zu kurz kommen.

Es geht nichts über ein gutes Frühstück

Es geht nichts über ein gutes Frühstück / eine gute Jause

Die Nutzung von Bergbahnen will ich nicht ausschließen. Wenn es gut passt – warum nicht? Was ich aber nicht will: Bus oder Bahn nutzen. Ob wir das dann durchhalten können, werden wir dann sehen. Wir wollen aber grundsätzlich ja Weitwandern und nicht Weitfahren. Einzige, schon vorab geplante Ausnahme: von Innsbruck zurück nach Salzburg geht es mit dem Zug.

Zudem wollen wir während der gesamten Tour von Salzburg nach Innsbruck österreichischen Boden nicht verlassen. Nicht, weil Berchtesgaden nicht schön wäre (das Berchtesgadener Land ist es sehr wohl auch sehr schön). Sondern weil das hier die Austria Insiderinfo ist und ich mir auch vorgenommen habe, die Tour am Ende hier im Blog zu dokumentieren. Das bedingt, dass wir nicht über das sogenannte deutsche Eck gehen werden, was klar die kürzeste Variante wäre.

Viele Wege führen nach Innsbruck – eine erste Grobplanung

Von Salzburg nach Innsbruck kann man zu Fuß natürlich auf sehr vielen Wegen kommen. Über höhere Berge oder im Tal, über Almen oder entlang von Flüssen. Als Erstes befrage ich die Karte des Herrn Google: Strecke Plainfeld bei Salzburg über Bischofshofen nach Innsbruck. Als Ergebnis bei der Auswahl zu Fuß erhalte ich eine Strecke von 226 km. Das ist ein allererster Anhaltspunkt.

Fernwanderwege entlang der Strecke

Naheliegend ist, sich zuerst einen Überblick über Fernwanderwege in Salzburg und Tirol zu verschaffen, denn da gibt es bekanntermaßen einige. Warum nicht zumindest Teile dieser Wege gehen? Diese Wege haben den Vorteil, dass man immer wieder auf Hütten zur Übernachtung trifft und dass diese Wege auch sehr schön angelegt und bestens gepflegt sind.

Grob wird unsere Route wie schon weiter oben erwähnt über Bischofshofen führen. Und dabei kommen wir unter anderem auch an der Strecke von Mühlbach nach Maria Alm vorbei, wo der Königsweg sehr bekannt ist. Königsweg deshalb, weil man dabei entlang des wirklich beeindruckenden Hochkönigmassivs wandert.

Alternativ können wir auch entlang eines Teils des violetten Weges Via Alpina von Pfarrwerfen nach Maria Alm wandern.

Salzburg - Innsbruck, allererste Planung

Salzburg – Innsbruck, allererste Planung

Weiter bis Innsbruck befinden wir uns auch in der Nähe der Nordtiroler Route des Adlerwegs. Diesen werden wir uns auf jeden Fall noch näher ansehen, bevor es los geht. Der Achensee reizt mich auch schon sehr lange, an dem uns die Nordtiroler Route des Adlerweges auch vorbeiführen würde. Quasi auf den Schwingen des Adlers in Innsbruck landen.

Auch in der Gegend um den Wilden Kaiser könnten wir unterwegs sein – nämlich auf der Strecke von St. Johann in Tirol über Scheffau am Wilden Kaiser nach Söll. Von Söll könnten wir nach Niederbreitenbach zum zweiten Abschnitt des Adlerweges hochgehen. Das muss noch etwas reifen.

Der erste Streckenabschnitt von Plainfeld bis Pfarrwerfen bzw. Bischofshofen ist noch komplett offen. Irgendwie übers Tennengebirge oder so.

Dauer der Tour

Der kürzeste Weg laut Google Maps sind 226 Kilometer, am Ende werden es aber ganz bestimmt einige Kilometer mehr sein. Wir wollen ja nicht den kürzesten Weg nehmen, sondern eher den schönsten. Samt kleinen Umwegen über Berggipfel und Almen. Ganz bestimmt nicht entlang der Straße.

Grob rechne ich mit 250-300 Kilometer oder gar etwas mehr. Wie viele Kilometer es am Ende dann wirklich sind, wird sich im Laufe der detaillierteren Planung noch herausstellen. Bei 25-30 Kilometer am Tag, was mir schon als relativ viel erscheint (bei 4km/h immerhin 6 bis knapp 8 Stunden), werden wir um die 10 Tage unterwegs sein.

Am Ende der Tour sind 2-3 Nächte in Innsbruck geplant, bevor es mit dem Zug zurück nach Salzburg geht. Der gesamte Urlaub wird also ca. 14 Tage dauern.

Wann soll es losgehen?

Wir planen unsere Tour so, dass wir vor dem Semesterende am 29. Juni in Innsbruck bei unserer Tochter eingelangen. Also sollten wir Mitte Juni starten. Der früheste Starttermin ist der 17. Juni, da das Wochende zuvor die ABCstar stattfindet, welche ich unbedingt besuchen will. Früher wäre es wegen des Schnees in den Bergen sowieso eher mit Vorsicht zu genießen.

Bei 10 Tagen Wanderzeit würde sich das dann mit einem Besuch unserer Tochter gerade noch ausgehen. Ob das dann auch wirklich klappt, wird sich erst noch weisen, denn es hängt alles stark vom Wetter ab.

Dokumentation der Tour

Ideal wäre natürlich, schon während der Tour an Blogartikeln zu arbeiten. Einen Laptop mitzunehmen ist aber ein No-Go. Der wäre auf jeden Fall zu sperrig, zu schwer und zuviel an empfindlicher Technik.

So wird es darauf hinauslaufen, dass ich via Twitter und vielleicht Instagram (ja, der Account wird dann möglicherweise wiederbelebt werden) live dokumentieren werde. Unter dem Hashtag #wwsi19wwsi steht dabei für WeitWandern Salzburg Innsbruck und die 19 für das Jahr 2019.

Zusätzlich nehme ich einen Notizblock mit, um die Etappen und Emotionen während der Tour festzuhalten. Ob es am Ende dann vielleicht sogar ein eBook geben wird, halte ich mir noch offen. Muss ja nicht wirklich sein, dass ich mich schon unter Stress setze, bevor es überhaupt losgegangen ist 😉 .

Was alles mit muss – die Packliste

Das Packen des Rucksackes wird bestimmt zu einer gewissen Herausforderung. Mit über 20 kg will ich ganz bestimmt nicht herumlaufen. Man sagt, dass man maximal ca. 1/4 des eigenen Körpergewichtes mit sich herumtragen soll. Okay, da ginge dann sogar etwas mehr als 20 kg – so um die 22 kg. Aber ich muss ja nicht das Maximum ausreizen 😉 .

Insbesondere die Fotoausrüstung macht mir etwas Sorgen. Mir sind gute Fotos sehr wichtig und so werde ich mit dem Smartphone allein nicht glücklich werden. Andererseits ist meine Spiegelreflex und vor allem das ein oder andere Objektiv alles andere als ein Leichtgewicht. Da werde ich noch in mich gehen müssen.

Auch die GoPro würde ich gerne mitnehmen. Die ist wenigstens nicht schwer 😉 . Gimbal für GoPro und / oder Smartphone? Wäre schon geil, aber das Zeug braucht halt auch viel Platz und ist relativ empfindlich. Die 360-Grad-Panoramakamera wäre auch noch spitze – die ist wenigstens sehr leicht und klein.

In Bezug auf Kleidung kann man sehr gut sparen, wenn man ein Handwaschmittel mitnimmt und auf Merinowolle setzt. Dann stinkt man nicht so schnell 🙂 . Hütten-Schlafsack und eventuell eine Isomatte. Das wird es brauchen, wenn wir während unserer Tour wirklich flexibel auf zurückzulegende Strecken und Übernachtung sein wollen.

Ich werde auf jeden Fall bis zur Tour noch eine detaillierte Packliste samt Gedanken zu jedem Teil auf der Liste zusammenstellen.

Wie geht es weiter?

Da ich Planung liebe – auch wenn wir uns vor Ort dann umentscheiden sollten – werde ich versuchen, die gesamte Tour über die OpenStreetMap exakt zu planen. Mir wäre schon wichtig, die zu überwindenden Höhenmeter zu kennen und auch die Streckenlänge etwas genauer zu wissen.

Unter dem Hashtag #wwsi19 halte ich dich über die Fortschritte auf Twitter, Facebook und diesen Blog auf dem Laufenden.

Wenn du Tipps für die Strecke hast – immer nur her damit!

Wow – ich freue mich schon jetzt!

Mit diesem Artikel nehme ich auch an der Blogparade von Saskia vom Blog AI See The World teil – Reiseziele 2019 – Inspiration und Tipps für deinen Urlaub.

Das Thema Weitwandern hat mich schon immer gereizt. Und so startet hier die Planung einer Weitwanderung von Salzburg nach Innsbruck.