Früher, also sehr viel früher, als ich noch so richtig jung wahr und das Pubertier (Pubatier is in da house – Willy Astor, YouTube Video) in mir wütete, habe ich immer wieder einmal Gedichte geschrieben.

Mir war schon damals die Natur und unsere Umwelt sehr wichtig und es hat mich schon in jungen Jahren genervt, dass zwar der ein oder andere das Problem der Zerstörung der Umwelt erkannte, aber einfach viel zu bequem gewesen wäre, dagegen etwas zu unternehmen und auch nur einen Finger zu rühren. So ist um 1985 das nachfolgende Gedicht entstanden. Literarisch vermutlich kein wirkliches Highlight, ein Dichter ist an mir wohl nicht wirklich verloren gegangen.

Nichtsdestotrotz – ich finde, dass dieses über 30 Jahre alte Gedicht nichts an seiner Aktualität verloren hat. Denn das Ernüchternde daran: an der Einstellung der Menschen zur Natur hat sich leider viel zu wenig geändert. Nach wie vor betreiben wir Raubbau an der Natur, produzieren Plastik ohne Hirn und Verstand (in Plastik gehüllte Biogurken, Wegwerfbecher am Kaffeeautomaten usw.) und werfen unseren Müll achtlos in die Gegend. Und jammern auf der anderen Seite über Plastikinseln im Ozean und den Dreck am Straßenrand.

Die anderen sind schuld!

Etwas dagegen tun? Ich doch nicht! Sollen die anderen anfangen, die die Umwelt viel mehr versauen als ich!

Ich soll Bus fahren, während Kohlekraftwerke oder Kreuzfahrtschiffe die Luft viel mehr versauen? Ich bin doch nicht blöd! Die paar Kilometer in meinem SUV machen das Kraut auch nicht mehr fett! Und nein, er ist nicht zu groß für mich, wenn ich alleine zur Arbeit fahre. Und wenn schon: ich lasse mir sicher nicht vorschreiben, welches Auto ich von meinem hart verdienten Geld fahren darf!

Fährschiffe - auf hoher See fährt man mit Schweröl

Fährschiffe – auf hoher See fährt man mit Schweröl

Saubere Berge? Leider auch nicht wirklich möglich, so lange viele zu viele Ferkel ihren Müll einfach fallen lassen. Taschentücher, Dosen, Flaschen, Tschikstummel und allerlei Papierl säumen die Wege unserer herrlichen Landschaft.

Ächzende Natur und keiner im Bilde

1

Ächzende Natur
Stöhnend um Hilfe
Giftstoffe pur
Keiner im Bilde

Kahle Bäume
Starren leblos
Über Zäune

Verwelktes Gras
Niedergeschlagen
Vom Gas

Ächzende Natur
Stöhnend um Hilfe
Giftstoffe pur
Keiner im Bilde

2

Ächzende Menschen
Schreiend um Hilfe
Giftstoffe ohne Grenzen
Jetzt sind sie im Bilde

Da hilft kein Verstecken
Alle müssen sie
Verrecken

Und ihre Gebeine
Starren leblos
Über Zäune

Ächzende Menschen
Schrien um Hilfe
Zu spät
Waren sie im Bilde

War dir die Natur auch schon einmal ein Gedicht wert, hattest es aber aufgrund der aus deiner Sicht mangelnden Qualität nicht gewagt, dieses zu veröffentlichen? Her damit! Ich habe es ja auch gewagt 🙂 .

Mir war schon damals die Natur und unsere Umwelt sehr wichtig und es hat mich schon in jungen Jahren genervt, dass zwar der ein oder andere das Problem der Zerstörung der Umwelt erkannte, aber einfach viel zu bequem gewesen wäre, dagegen etwas zu unternehmen und auch nur einen Finger zu rühren.