Bevor ich das Weltnah-Magazin zum 1. Mal in der Hand hatte, war ich der Meinung, dass dieses ein reines Reisemagazin zum Thema nachhaltiges Reisen wäre. Aber da habe ich mich getäuscht. Was es am Ende nun ist – dieses „Herzensprojekt“ der Herausgeberin Sophia und 3 weiteren Frauen im Team – versuche ich dir in diesem Artikel näher zu bringen.

Anmerkung: mir wurde das Weltnah-Magazin als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Den nachfolgenden Artikel hat das selbstverständlich nicht beeinflusst – es gab keinerlei Vorgaben oder Wünsche seitens des Herausgebers und es ist auch kein Geld für den Artikel geflossen.

Editorial & Inhaltsverzeichnis

Immer dann, wenn ich ein nagelneues Magazin zum 1. Mal in den Händen halte, blättere ich einfach rasch durch, lese das Editorial und studiere das Inhaltsverzeichnis. Das vermittelt mir dann schon einmal einen ersten Eindruck.

„Nachhaltig reisen südlich des Mains … und noch viel mehr“ bekomme ich im Editorial zu lesen. Beim Überfliegen des Inhaltsverzeichnisses schnappe ich „nachhaltiges Reisen“ und „Green Regio Guide“ auf. Und Kaffee als Lebensgefühl. Okay, also schon irgendwie ein Reisemagazin und ein paar Themen zusätzlich, die die Redaktion wohl besonders bewegt haben.

Das Layout & Gestaltung

Wirklich sehr positiv fällt mir das Layout und generell auch die Gestaltung des Magazins auf. Wirklich sehr schön und ansprechend, was Lust macht, das Ding in die Hand zu nehmen und drin zu schmökern.

Weltnah Magazin - das Layout
Ansprechendes Layout und Typographie

Das Layout ist aber dermaßen einheitlich durchgezogen, dass sich bis auf sehr wenige Ausnahmen auch Anzeigen fast schon unerkannt ins Layout schmiegen. Ja, sie sind deutlich durch „Anzeige“ gekennzeichnet – abheben tun sie sich aber wie gerade geschrieben in Bezug auf das Layout vom redaktionellen Inhalt nicht.

Die Themen etwas näher betrachtet

Alles beginnt mit einem Schitouren 1×1, gefolgt von einem Artikel zum Fotografieren im Winter.

Danach kommt eine Anzeige – eine dieser für mich beim ersten Durchblättern kaum erkennbaren. Ein Artikel über Wildkräuter. Gefolgt von Rezepten mit essbaren Frühlingskräutern.

Nach Tipps zu Winterausflügen folgt ein Artikel, der mich wirklich sehr interessiert hat: Nachhaltigkeit beim Skisport. Hier fällt mir zum 1. Mal das Gendern auf, an dieser Stelle aber für mich noch kein Beinbruch, weil es in diesem Artikel nicht häufig vorkommt. Ein Beinbruch beim Schifahren wäre schon wirklich blöd gewesen ;-).

Es geht um ein Skigebiet in Südtirol, welches bereits 2011 dem Klimaneutralitätsbündnis 2025 beigetreten ist. An der Stelle hätte ich mir noch sehr viel mehr Infos gewünscht. Zum Beispiel, was man seitens des Schigebietes schon alles unternommen hat, auf welche Probleme man eventuell gestoßen ist und welches die nächsten Ziele sind. Hier wäre mehr Tiefgang klasse gewesen!

Viele Blogger

Wirklich auffällig: im Magazin kommen sehr viele Blogger zu Wort. Nicht nur in einem Artikel, in dem explizit Blogger befragt wurden „Was bedeutet Heimat für dich?“, sondern auch im Rahmen eigener Artikel.

Einige Blogger wird das bestimmt freuen und andere Leser dürfte das nicht wirklich stören, denn auch Blogger können gut recherchierte und gut lesbare Texte schreiben.

Zu viel Gendern

Ich weiß, dass ich mich damit auf einem sehr sensiblen Terrain bewege, aber ich muss das an dieser Stelle trotzdem loswerden. Sicherheitshalber stelle ich gleich einmal klar, dass ich zu 100% für Gleichberechtigung bin. Wer mich kennt, weiß das.

Ausgerechnet in einem meiner Meinung nach wirklich ausgezeichneten Artikel – „Reise lieber weniger, aber richtig“, einem Interview mit Manfred Häupl – nimmt das Gendern für mein Gefühl dermaßen überhand, dass es stellenweise wirklich schwierig wird, den Artikel zu lesen. Zumindest stolpert mein Gehirn bei Absätzen wie den folgenden schon ganz gehörig und mir vergeht wirklich die Lust am Lesen.

Weltnah - Gendern
Lesefluss?

Warum nicht die rein weibliche Form verwenden, wo es passt? Wenn eine Frau einen Artikel zum Schifahren schreibt, muss ein Absatz doch nicht aussehen, wie der folgende:

Fazit

Das Weltnah Magazin versucht den Spagat zwischen einem Magazin für nachhaltiges Reisen, Reise-Themen im Allgemeinen (z.B. der Fotografie-Artikel) und Nachhaltigkeit bzw. Natur. Am Ende fast schon eine etwas zu bunte Mischung an Themen. Man ist hier möglicherweise noch etwas in der „Selbstfindungsphase“, schließlich ist es auch Ausgabe Nummer 1.

Das Magazin trifft mit dem Thema Nachhaltigkeit den Nerv der Zeit und wird so schon seine Stammleserschaft finden können. Einen gewissen Fokus sollte man aber meiner Meinung nach trotzdem im Auge behalten.