Geschätzte Lesezeit: 13 min

Wenn du einen neuen Blog startest, dann werden diese grundlegenden WordPress Tipps auf jeden Fall hilfreich sein. Aber auch wenn du schon eine Weile einen Blog betreibst, kann es durchaus sein, dass du in diesem sehr ausführlichen Artikel fündig wirst.

Anhand dieser Tipps kannst du mehr oder weniger einen fliegenden Start in deine Welt als Blogger hinlegen und so manchen Fehler von Beginn an vermeiden. Oder deinen bereits bestehenden Blog auf Vordermann bringen. Und auch viel Geld sparen – Stichwort Abmahnung.

Übrigens brauchst du für diesen Artikel genau das, was du für einen Blog auf Dauer auch unbedingt brauchst: dazu mehr am Ende dieses Artikels!

Auf geht’s!

1. WordPress.com vs. WordPress.org

Du kannst WordPress entweder selber hosten (WordPress.org)  oder auf eine fertig installierte Version der Firma Automattic aufsetzen (WordPress.com). Wenn du das Bloggen nicht nur kurz ausprobieren willst, sondern dein Blog längerfristig betreiben willst, dann gibt es aus meiner Sicht nur einen richtigen Weg – den Weg zum Selbst-Hosting!

Der Start mit WordPress.com ist zwar einfacher, weil du sofort loslegen kannst, ohne etwas installieren zu müssen, andererseits erkaufst du dir damit aber auch sehr viele Nachteile. In der Folge ein kurzer Überblick.

Vorteile von WordPress.com

  • du kannst sofort loslegen – ohne Installation von WordPress
  • du musst dich um keine Updates kümmern

Nachteile von WordPress.com

  • Blog-Url endet mit wordpress.com also z.B. austria-insiderinfo.wordpress.com
    das wirkt unprofessionell (eigene Domain erst ab „Persönlich“ zu 4€ pro Monat, Stand 1-2018)
  • es gibt sehr viele Einschränkungen, vor allem in der kostenlosen Variante
    • keine freie Auswahl bei den PlugIns
    • keine freie Auswahl bei den Themes
    • du kannst keine Videos einbinden (erst ab Premium für 8€ pro Monat, Stand 1-2018)
  • WordPress.com nimmt sich das Recht, Werbung zu platzieren, am Ertrag bist du nicht einmal beteiligt
    oder du machst ein Upgrade auf „Premium“
  • Google Analytics kannst du erst ab „Business“ zu – festhalten – etwa 25€ pro Monat einbinden

Kostenlos? Nicht wirklich – nur zum Start oder für dauerhaft geringe Ansprüche! Eine Übersicht über die Preise und Details zu den beinhalteten Funktionen findest du auf WordPress.com Tarife.

WordPress.comn - die Preise

WordPress.comn – die Preise, kostenlos reicht kaum aus

Und Hand aufs Herz: wenn du dich dafür entscheidest, ein Blog zu betreiben, dann wirst du das längerfristig anlegen wollen. Ein späterer Umzug (irgendwann wirst du die Einschränkungen hassen) ist ziemlich aufwendig:

  • Daten exportieren
  • Import aller Daten in den neuen Blog (mit Hilfe von PlugIns, allerdings kann es bei einem großen Datenvolumen zu Problemen kommen)
  • Umleitung der Besucher vom alten Blog
    die Umleitung kostet übrigens extra – Site Redirect nennt sich das und kostet pro Jahr 13€ (Stand Jänner 2018)
  • Links updaten
    alle internen Links werden als absolute Adressen angegeben und müssen demnach beim Umzug allesamt geändert werden – dafür gibt es eigene PlugIns

Den „Spaß“ kannst du dir wirklich ersparen! Ich kann dir nur raten: entscheide dich lieber von Beginn an für Selbst-Hosting!

Selbst-Hosting

Gerne werden als Nachteile des Selbst-Hostings die Kosten erwähnt, die sofort zu Beginn anfallen (Domain und Provider-Kosten). Irgendwann wirst du aber die Einschränkungen bei WordPress.com verfluchen und über ein Upgrade nachdenken. Und dann bist du mit den Kosten sehr schnell über jenen, die ein Provider von dir haben will.

Im Falle des Selbst-Hostings hast du von Beginn an die volle Flexibilität, was die Gestaltung deines Blogs anbelangt und auch einer späteren Vermarktung steht nichts im Wege.

Eine Installation ist übrigens mehr als einfach. Zumindest mein Provider (All-Inkl Werbung) bietet dafür in einem Kundenadminstrationssystem die Installation von WordPress an. Die Installation erfolgt einfach per Mausklick und der Rest erfolgt vollautomatisch. Im Prinzip also nicht sehr viel schwieriger, als bei WordPress.com einen Account anzumelden. Und auch die Aktualisierung von PlugIns oder WordPress selbst ist dank des Update-System von WordPress selbst sehr einfach.

Ich habe all meine Domains seit 1997 bei All-Inkl Werbung und bin damit wirklich sehr zufrieden! Vor allem der Support ist herausragend. Selbst an Feiertagen und am Wochenende musste ich noch nie länger als eine Stunde auf eine Antwort warten, in der Regel ging es sehr viel schneller. Ich kann dir All-Inkl Werbung besten Wissens und Gewissens empfehlen!

ALL-INKL.COM - Webhosting Server Hosting Domain Provider

Schon ab dem Tarif „Privat Plus“ kannst du auch ein SSL Zertifikat über Let’s Encrypt verwenden. Und SSL – also die Verwendung von https statt http – wird spätestens ab Mai 2018 für die meisten Blogs zur Pflicht werden. Näheres dazu findest du gleich im zweiten Punkt.

2. Umstellung auf https

Sobald du als Blogger mit Daten von Besuchern zu tun hast, bist du aufgrund des Datenschutzes verpflichtet, diese Daten sicher zu übertragen. Das beginnt schon bei einem Kontaktformular oder bei der Anmeldung zu einem Newsletter. Oder streng genommen schon mit der Kommentarfunktion.

Eine sehr gute Anleitung zur Umstellung deines Blogs auf https findest du im folgenden Link. Ich bin exakt nach dieser Anleitung vorgegangen und es hat alles einwandfrei funktioniert.

Neben der Tatsache, dass es ohnehin für dein Blog verpflichtend sein dürfte, https zu verwenden, wirkt es auf jeden Fall auch professioneller und Browser zeigen dann auch das beruhigende Wort „sicher“ in der Adressleiste an 🙂 .

https - verschlüsselte Übertragung

https – verschlüsselte Übertragung

3. Impressum & Datenschutzrichtlinie

Jeder Blog, auch privat, benötigt zumindest ein Impressum und in der Regel auch Angaben zur Verwendung personenbezogener Daten.

Das korrekte Impressum für Österreich: Fragen zu Impressum und Offenlegung.
Das korrekte Impressum für Deutschland: Impressum

Angaben zur Verwendung personenbezogener Daten benötigst du, sobald du einen Newsletter betreibst oder z.B. Google Analytics oder soziale Medien einbindest. Wenn du also irgendwelche Daten deiner Besucher verwendest, musst du diese informieren, wie du diese verwendest.

4. Cookies

Und auch der (nervige) Hinweis auf die Verwendung von Cookies muss sein. Oder auch nicht. Klare Aussagen bekommt man dazu schwer.

Selbst auf der recht bekannten Seite zum eRecht findet man im Artikel Cookie Hinweis: Benötigt jeder Webseite einen Cookie Hinweis? keine wirklich eindeutige Aussage. Dort steht: „Seitenbetreiber sollten die Einwilligung der Nutzer einholen„.  Mit der neuen Datenschutzrichtlinie ab Mai 2018 muss aber jeder Webseite in der EU einen solchen Cookie Hinweis besitzen.

Für WordPress gibt es dazu einige PlugIns, die diesen Cookie Hinweis sehr einfach umsetzen lassen. Ich verwende aktuell Cookie Notice.

5. Verwendung von Bildern

Sei von Beginn an vorsichtig, was die Verwendung von Bildern in deinem Blog anbelangt! Verwende keinesfalls Bilder, die du irgendwo in den weiten des Internets gefunden hast, sofern diese nicht explizit als frei verwendbar gekennzeichnet sind. Ein Copyright Hinweis oder die Nennung der Quelle sind nicht ausreichend, auch wenn das viele glauben und gerne auch in diversen Foren so behaupten.

Verwende lieber Bilder, die du selber geschossen hast und beachte dabei auch das Persönlichkeitsrecht. Auch nicht alle Gebäude dürfen einfach fotografiert und in einem Blog veröffentlicht werden. Beachte dazu bitte meine beiden Artikel zur Panoramafreiheit und 5 Motive die teuer werden können. Entwickle am besten von Beginn an eine gewisse Sensibilität, was die legale Verwendung von Bildern anbelangt.

6. Backup

So, wie du die Daten deines PC’s regelmäßig sichern solltest, so ist das natürlich auch für dein Blog sehr empfehlenswert. Schließlich steckst du ungemein viel Zeit in den Blog und da sollte ein Fangnetz eine Selbstverständlichkeit sein.

Immer bevor du eine gröbere Änderung an deinem Blog machen willst, wie z.B. ein neues Theme einspielen oder an Systemdateien / Datenbanken herumfummelst, solltest du auf jeden Fall ein aktuelles Backup erstellen.

WordPress besteht aus mehreren Elementen: WordPress samt PlugIns, die Datenbank sowie die verwendeten Medien. Zum Glück gibt es zum Sichern aller Daten entsprechende PlugIns. Allerdings unterscheiden sich diese teilweise sehr, was die angebotenen Funktionen anbelangt. So unterstützen viele nur wenige Cloud-Dienste, wo du die Daten ablegen kannst. Zumeist ist das die Dropbox. Allerdings hat man dort in der Regel zu wenig Platz, um mehrere Sicherungen abzulegen. Ich empfehle eine tägliche Sicherung und diese jeweils 7 Tage aufzuheben.

Ich verwende aktuell Backup WD und bin damit bis auf kleine Startprobleme, die es in den Anfangszeiten des PlugIns gegeben hat, sehr zufrieden. Hauptvorteil: es unterstützt sehr viel mehr Cloud-Dienste als andere Backup Lösungen wie z.B. auch den GoogleDrive.

7. Bilderklau verhindern / aufdecken

So wie andere es nicht gerne sehen, dass du ihre Bilder verwendest, so wirst vermutlich auch du wenig Freude darüber haben, wenn ein anderer ungefragt deine Bilder verwendet. Vielleicht sogar ganz bewusst unter der Angabe falscher Tatsachen, also dass sie oder er selbst das Bild im letzten Urlaub geschossen hätten.

Bildersuche über Google

Wenn jemand dein Bild herunterlädt und in sein Blog hochlädt, kann dir die Google Bildersuche helfen. Einfach Bild auf das Suchfeld ziehen und Google zeigt dir alle Verwendungen und ähnliche Bilder an, die es findest.

Ersatzbild ausliefern

Dreister, aber kommt auch häufig vor: jemand verwendet das Bild direkt via Hotlink und bindet dein Bild als externen Link ein. Dabei wird das Bild also direkt von deinem Server geholt.

Genau so etwas ist mir schon passiert. Der Mann hat damals selbst dann noch behauptet, dass das seine Bilder wären, nachdem ich ihm geschrieben habe, dass er die Bilder ja von meinem Server lädt und mich nicht für dumm verkaufen sollte. Ich habe dann den folgenden Trick angewandt.

Achtung – für diesen Tipp sind Vorkenntnisse notwendig! Du musst wissen, wie du per FTP zu deinem Webserver kommst und wie du dort Dateien hochladen oder ändern kannst. Änderungen in der Datei .htaccess können deinen Blog schlimmstenfalls „zerschießen“, sodass er nicht mehr aufrufbar ist.

Das direkte verwenden deiner Bilder kannst du durch Anpassung der .htaccess Datei auf deinem Server verhindern. Gut, wenn du WordPress selber hostest, denn bei WordPress.com hast du keinen Zugriff auf die Datei .htaccess.

Damit wird einfach das angeforderte Bild durch ein Ersatzbild ausgetauscht, wenn der Aufruf nicht vom eigenen Server kommt.

Alles nur geklaut

Alles nur geklaut / geliehen / ich wusste nicht, dass ich das Bild nicht verwenden darf

Tipp: erstelle eine eigene .htaccess Datei im Upload Ordner deiner WordPress Installation. Das hat den großen Vorteil, dass du diese Datei problemlos löschen oder umbenennen kannst, falls etwas schiefgehen sollte.

Wenn du die .htaccess in der Root deiner WordPress Installation anpasst, wird das schon schwieriger, denn je nach installierten PlugIns enthält diese bereits mehrere Einträge. Ein komplettes löschen dieser Datei würde dir auf jeden Fall gröbere Probleme bereiten. Also besser Finger weg! Der Schutz des Upload-Ordners reicht aus!

Erstelle also einfach eine neue Datei mit folgendem Inhalt und lade diese dann via FTP in deinen Upload-Ordner:

# BEGIN prevent stealing pictures
   RewriteEngine On
   RewriteCond %{HTTP_REFERER} !^$
   RewriteCond %{HTTP_REFERER} !^(https|http)://www\.example\..*$ [NC]
   RewriteCond %{HTTP_REFERER} !^https://www\.google\..*$ [NC]
   RewriteCond %{HTTP_REFERER} !^https://www\.bing\..*$ [NC]
   RewriteCond %{HTTP_REFERER} !^https://pinterest\..*$ [NC]
   RewriteCond %{HTTP_REFERER} !^(https|http])://flipboard\..*$ [NC]
   RewriteCond %{HTTP_REFERER} !^(https|http])://.*\.flipboard\..*$ [NC] 
   RewriteCond %{REQUEST_URI} !^.*Alles-nur-geklaut\.jpg$ [NC]
   RewriteRule ^.*\.(gif|jpg|png|jpeg)$ https://www.example.com/wp-content/uploads/2017/12/Alles-nur-geklaut.jpg [NC,R,L]

Statt example musst du natürlich deine Domain einsetzen.

Kurze Erklärung: Bilder ohne Referer (!^$) sind erlaubt, auch alle Bilder die von deiner Seite kommen. Auch Google und Bing dürfen gerne meine Bilder sehen, ebenso Pinterest und Flipboard. Und das Ersatzbild selbst darf natürlich auch angezeigt werden, sonst würde ja selbst dieses beim anfragenden Server nicht auftauchen – und das wollen wir ja so.

Trifft keines der Kriterien zu, so wird statt dem Originalbild das Ersatzbild angezeigt.

Achtung: ich hatte Probleme mit den Bildern bei Flipboard, weil diese scheinbar von unterschiedlichen Referern aus verwendet werden. So wurden diese an manchen Stellen angezeigt, an anderen aber nicht. Mein Tipp also: teste sehr gut auf all jenen Seiten, die auf deine Bilder zugreifen!

Noch ein Tipp: beim Testen nach Änderungen in der .htaccess unbedingt immer zuerst den Cache leeren und dann die Seite neu laden.

8. Child Theme

Das Theme deines Blogs enthält sämtliche Funktionen und Design-Vorlagen, die zum Aufbau deines Themes notwendig sind. Bevor du Änderungen an deinem Theme vornimmst, solltest du auf jeden Fall eine Child-Theme anlegen.

Das hat den großen Vorteil, dass im Falle eines Updates deines Themes deine Änderungen oder Erweiterungen nicht verloren gehen. Und du kannst durch Änderungen das Original Theme nicht abschießen oder Teile davon funktionsunfähig machen. Das Child-Theme beinhaltet dann nur deine Änderungen, was die Bearbeitung desselben auch sehr übersichtlich macht. Um ein Child-Theme anzulegen, brauchst du einen FTP-Zugang.

Eine sehr ausführliche und sehr gute Anleitung findest du bei den Netzialisten: Anleitung Childtheme anlegen.

9. Übersetzungen

Wenn du dir ein neues Theme zulegst, so ist sehr oft der Fall, dass dieses zwar in der Feature-Liste so etwas wie Translations anführt, aber damit ist in der Regel nur gesagt, dass das Theme für Übersetzungen vorbereitet ist („translation ready„). Es sagt aber nicht aus, dass alle Übersetzungen auch in Deutsch verfügbar sind.

Du kannst das sehr einfach erkennen, indem du zum Beispiel die Suche deines Themes verwendest. Zum einen ist häufig das Suchfeld selbst nicht übersetzt aber auch in den Ergebnissen kannst du sehr schnell erkennen, ob dein Theme die deutsche Übersetzung beinhaltet.

Fehlende, deutsche Übersetzung

Fehlende, deutsche Übersetzung

Ein wirklich hervorragendes Programm zur Übersetzung ist Poedit. Ich habe mir davon die Pro-Version (knapp 30€, Stand 1-2018) besorgt, weil sie zwei sehr große Vorteile gegenüber der kostenlosen Standard-Version hat:

  • erkennt die WordPress Theme Verzeichnisstruktur und legt notwendige Files an
  • zeigt Übersetzungsvorschläge anhand einer Online-Datenbank an

Den ersten Punkt könnte man noch sehr einfach selber erledigen, denn die meisten Themes halten sich an eine Standard-Verzeichnisstruktur und legen die Übersetzungen in einem Ordner namens languages ab. Und dort findest du dann die Übersetzungsdateien mit der Endung po und mo. Wichtig: nachdem du Übersetzungen gemacht hast, musst du die po und mo Datei auf dem Server aktualisieren. po ist die Ausgangsdatei, in der du die Übersetzungen mittels Poedit vornehmen kannst, mo die kompilierte Übersetzung, die seitens WordPress dann verwendet wird.

Dateistruktur für Übersetzungen

Dateistruktur für Übersetzungen

Viel mehr haben mich aber die Übersetzungsvorschläge dazu gebracht, das Geld in die Pro-Version zu investieren. Das vereinfacht das Übersetzen schon ungemein. Wer will, kann auch eine „Vorübersetzung“ über die komplette Datei machen.

Poedit in Aktion: Quelltext und Übersetzungstext werden samt Vorschlägen und Bewertung der Übersetzungen angezeigt.

Poedit Übersetzungswerkzeug

Poedit Übersetzungswerkzeug

10. Newsletter

Früher oder später wirst du deinen Besuchern vielleicht einen Newsletter anbieten wollen. Also einen Verteiler, der sie über neue Beiträge oder Änderungen in deinem Blog benachrichtigt. Solltest du deine Seite bei WordPress.com haben oder dort gewesen sein, so kann es sein, dass du dort bereits Leute findest, die sich für Updates im Blog registriert haben.

Und wenn du Jetpack verwenden solltest – auch dort gibt es ein Option, die ein Folgen deines Blogs anbietet. Du musst dieses Kästchen auf jeden Fall deaktivieren, wenn du ein eigenes Newsletter-System wie z.B. MailChimp verwendest. Du willst dann ja explizit nicht mehr, dass sich deine Besucher zum WordPress.com-Verteiler anmelden, sondern dein eigenes Newslettersystem dafür nutzen.

Jetpack Discussion Abonnements

Jetpack Discussion Abonnements

Wenn du ein eigenes Newsletter-System verwendest, so bieten diese in der Regel eine Integration an, die es ermöglicht, sich in den Kommentarbereich entsprechend einzuklinken und damit eine Option zum Folgen deines Blogs anzubieten. Bei MailChimp gibt es zum Beispiel eine „Comment Form Integration“, die genau das ermöglicht.

RSS Feed – Bilder

Die einfachste Form, deinen Besuchern einen regelmäßigen Newsletter anzubieten, ist die Nutzung des sogenannten RSS-Feeds. Mit Hilfe dieses Feeds ist es zum Beispiel sehr einfach, einen wöchentlichen Newsletter mit allen neuen Artikeln / Ausschnitten davon zu erstellen und zu verschicken.

Auf das Erstellen eines solchen Newsletters näher einzugehen, würde den ohnehin schon recht langen Artikel sprengen. Aber weil mich insbesondere das optisch ansprechende Einbinden der Bilder in den Newsletter ein wenig Hirnschmalz gekostet hat, will ich dir dazu noch einen Tipp mitgeben. Konkret geht es um die korrekte Formatierung des Bildes innerhalb der versandten Email.

Du solltest dazu auf jeden Fall ein Child Theme angelegt haben. Du musst nämlich die Datei functions.php ein wenig erweitern und wie du ja vom Tipp weiter oben weißt, sollte das nicht im Original Theme geschehen.

Der nachfolgende Code sorgt dafür, dass dein Beitragsbild, welches im Newsletter auftaucht, zentriert und in der korrekten Große angezeigt wird.

Die functions.php findest du unter Design-Editor. Achte darauf, dass du wirklich auch das Child Theme ausgewählt hast.

// ==========================================================================================
// Funktion um Beitragsbilder im RSS-Feed anzuzeigen
// ==========================================================================================
function featured_image_in_rss($content)
{
    global $post;

    // Überprüfen, ob Artikel ein Beitragsbild hat
    if (has_post_thumbnail($post->ID))
    {
         $content = '<div style="float: center;">' . get_the_post_thumbnail($post->ID, 'medium', array('style' => 'margin-bottom:10px;')) . '</div>' . $content;
    }
    return $content;
}

// Filter für RSS-Auszug
add_filter('the_excerpt_rss', 'featured_image_in_rss');

// Filter für RSS-Content
add_filter('the_content_feed', 'featured_image_in_rss');

Kurze Erklärung: mit add_filter hängst du dich in die Ausgabe des News-Feeds ein, und zwar sowohl in den Auszug (‚the_excerpt_rss‘) als auch den kompletten Inhalt (‚the_content_feed‘). Dabei wird jeweils deine neue Funktion featured_image_in_rss aufgerufen, welche nichts anderes macht, als das Beitragsbild formatiert in den Inhalt einzufügen.

Und schon hast du ein schön formatiertes Bild in deinem Newsletter.

RSS Newsletter mit Bild

RSS Newsletter mit formatiertem Bild

Ich habe meinen Newsletter übrigens nach einem halben Jahr eingestellt. Er hat einfach zu wenige Leute zum Blog gebracht und als dann im Rahmen der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) immer mehr Anpassungen notwendig wurden, habe ich ihn eingestellt.

11. Menü mit Untermenüs

Ein Hauptmenü mit Untermenüs legt man in der Regel anhand eines individuellen Links an. Eigentlich eine recht einfache Sache, wenn da nicht ein kleiner Fallstrick im Menü-Editor von WordPress versteckt wäre.

Individuelle Links

Individuelle Links

Um einen individuellen Link erstellen zu können, muss du eine gültige URL angeben, also zumindest so etwas wie http://#. Dadurch wird aber das Hauptmenü zu einem Link.

Das ist kein Problem am Desktop mit Mausbedienung, da das Untermenü durch ein Mouse over aufklappt. Auf einem Touchscreen allerdings, bei dem man das Menü durch einen Touch aufklappen muss, sieht das aber leider anders aus. Das führt dann nämlich zu einem Neuladen der aktuellen Seite (wenn man http://# als URL angibt) und öffnet damit nicht wie gewünscht das Untermenü.

Ist das bei Smartphones zumeist kein Thema, weil die meisten modernern Themes mittlerweile responsive sind und das Menü somit bei kleinen Bildschirmen entsprechend anpassen, so wird deine Seite auf Tablets nur noch bedingt bedienbar sein. Im schlimmsten Fall sind viele Artikel gar nicht mehr erreichbar.

Abhilfe: nach dem Hinzufügen des individuellen Links zum Menü einfach die URL wieder komplett entfernen! Keine Sorge, WordPress akzeptiert den individuellen Link nun problemlos – auch wenn es genau genommen  nun ja keiner mehr ist. Und schon klappt dein Menü auch mit Tablets – durch einen Touch auf das Hauptmenü klappt nun wie gewünscht das Untermenü aus.

12. Self-Pingbacks abstellen

Pingbacks sind dafür gedacht, dass du eine automatische Mitteilung (im Kommentarbereich) zu einem Artikel bekommst, sobald dieser Artikel von einem anderen Blog aus verlinkt wird. Dabei wird auch der verlinkende Blog zurückverlinkt und du musst nur noch auf diesen Link klicken, um zu dieser Seite zu gelangen.

Das ist sehr praktisch und ich finde, dass es auch ein sehr netter Zug ist, Pingbacks zuzulassen bzw. diese dann auch im Kommentarbereich zu belassen. So belohnst du quasi denjenigen, der dich freundlicherweise erwähnt hat, mit einem Back-Link.

Was allerdings blöd ist: Pingbacks kommen auch dann, wenn du deine eigenen Artikel verlinkst. Man liest auch, dass das ein WordPress Bug wäre, anderorts aber auch, dass das Absicht ist, weil solche Self-Pingbacks durchaus auch praktisch sein können. Ich persönlich würde mir dazu ja eine Einstellung im Dashboard wünschen, diese gibt es aber nicht.

Es ist auf jeden Fall eher lästig, diese Self-Pingbacks immer von Hand löschen zu müssen. Aber genau dafür gibt es eine Abhilfe!

Voraussetzung: es ist immer gut, ein Child-Theme zu haben, bevor du in der functions.php etwas änderst (siehe oben). Die Änderung in der functions.php deines Child-Themes ist dann aber sehr einfach. Füge einfach den nachfolgenden Code am Ende der Datei vor dem schließenden PHP-Tag („?>“) ein. Achte darauf, nach dem schließenden PHP-Tag kein Leerzeichen und keine Leerzeile einzufügen!

 
 /* No Self Pings */
 function no_self_ping (&$links) {
   $home = get_option( 'home' );
   foreach ( $links as $l => $link )
     if ( 0 === strpos( $link, $home ) )
       unset($links[$l]);
   }

 // Hook the function to the specific action (pre_ping)
 add_action( 'pre_ping', 'no_self_ping' );

Diese Funktion macht nichts anderes, als sich in die pre_ping Funktion einzuhängen und dabei jeden Link durchzugehen. Verweist der Link auf die eigene Seite (home), wird er aus der Liste entfernt. Voila – du bekommst keine Self-Pingbacks mehr und weißt trotzdem, wenn dich ein anderer Blog verlinkt.

13. Dran bleiben!

Der wohl wichtigste Tipp zum Schluss: dran bleiben! Wenn du das nicht beherzigst, dann hilft dir jeder noch so gute Tipp rein gar nichts.

Nur weil du deinen Blog gestartet hast, darfst du nicht erwarten, dass dir die Leute von Tag eins an in Scharen folgen und in wahre Begeisterungsstürme ausbrechen werden. Nur weil du dir ein Telefon zulegst, heißt es ja auch nicht gleich, dass du dich vor Anrufen nicht mehr erwehren kannst. Vor allem, wenn noch niemand deine Nummer kennt. Nichts anderes ist es nämlich, wenn du mit einer neuen Domain von Null weg startest.

Übe dich also in Geduld! Schreibe ein paar Artikel und beginne, dein Blog bekanntzumachen. Erwarte zu Beginn nicht zu viel – es dauert Monate, bis ein Blog wirklich so richtig ins Laufen kommt.

Have fun!

Wenn du einen neuen Blog startest oder deinen bereits bestehenden Blog auf Vordermann bringen willst, dann werden diese WordPress Tipps auf jeden Fall hilfreich für dich sein. Und auch viel Geld sparen - Stichwort Abmahnung.