Die sozialen Medien beziehungsweise der Umgang mit denselben beschäftigt mich aktuell wieder mehr denn je. Als Blogger muss ich hier ja fast zwangsläufig am Ball bleiben, denn man will ja nicht als ewig gestrig gelten.

Trotzdem kann man auch nicht jedem Hype folgen.

Diese Tage ist ein neuer Stern am Himmel aufgetaucht, aber ich werde ihn ignorieren! Aber nicht nur das. Viel mehr hat mir der neue Kanal wieder einmal klar gemacht, wie viel Zeit man in soziale Medien versenkt. So überdenke ich erneut meine Strategie im Umgang mit diesen Zeitfressern. Aus der Sicht eines Bloggers und aus Sicht des privaten Horst.

Ein paar Zeilen zu diesem neuen Stern und wie und warum ich welche anderen sozialen Medien nutze, kannst du in diesem Artikel finden.

Vero – der neueste sh*ce!

In den letzten Tagen ist wieder eine neue soziale Plattform quasi aus dem Nichts aufgetaucht: Vero. Wobei aus dem Nichts nicht wirklich stimmt, denn Vero gibt es schon sehr viel länger, nämlich seit 2015. Irgendwer oder was hat es nun zum neuesten sh*ce erkoren. Sämtliche (Massen)Medien berichten plötzlich darüber und die Leute stürmen in gefühlten Scharen auf diese ach so neue Plattform. So massiv, dass deren Server wegen der vielen Anmeldungen (zu) häufig das Handtuch werfen und so so manchen Interessenten schon an der Eingangstür ins vermeintliche Paradies verprellt.

Und ich? Ich habe genug! Nein, ich mache hier nicht mehr mit! Auch wenn es als das neue und bessere Instagram gehandelt wird. So verspricht es, dass es kein Filtern des Newsfeeds gibt und auch werbefrei sein soll. Trotzdem – Vero werde ich definitiv auslassen.

Warum? Weil mir langsam einfach die Zeit ausgeht und mir meine Zeit zu wertvoll ist, ständig die verschiedensten sozialen Kanäle zu beobachten und idealerweise auch zu bespielen (in Hinblick auf mein Blog). Und wenn es auch nur eine Stunde pro Woche wäre – das wäre wieder wertvolle Zeit, die für das Erstellen von Inhalten für mein Blog geht. Und das ist und und muss Priorität eins bleiben.

Einen guten Überblick zu Vero findest du in folgendem YouTube-Video – nur für den Fall, dass auch du auf den neuen Hype-Zug aufspringen willst.

Wenn du Vero nur einmal kurz ausprobieren willst, dann sei gewarnt: aktuell (März 2018) kannst du deinen Account nicht einfach löschen, du musst eine Anfrage bei Vero dafür stellen. Sehr sozial und ganz sicher auch mit der DSGVO konform 😉 .

[Update Mitte Mai 2018]: man hört und liest nicht mehr viel von Vero. Manche sind darüber traurig, manche nicht. Ich bin auf jeden Fall froh, mir die Zeit fürs Kennenlernen und bespielen gespart zu haben.

Ein altes Versprechen einlösen

In einem kritischen Artikel in Bezug auf soziale Medien im letzten Jahr – Social Media Overkill – leidvolle Erfahrungen – habe ich versprochen, all meine aktiven sozialen Kanäle zu hinterfragen. Und genau dieses Versprechen löse ich nun ein!

Danke Vero – zumindest das hast du bei mir durch dein Erscheinen nun wieder in Erinnerung gerufen 😉 .

Facebook

Auch wenn viele Facebook langsam nicht mehr riechen können, so bleibt für mich Facebook nach wie vor der von mir am meisten genutzte soziale Kanal. Sowohl in Bezug auf mein Blog als auch privat. Wobei sich der rein private Einsatz bei mir in sehr engen Grenzen hält. Nur sehr selten poste ich etwas Privates. Am ehesten aus einer Emotion heraus, wenn mich politisch etwas fürchterlich aufregt, zum Beispiel wenn Trump nach einem weiteren Amok-Lauf Lehrer bewaffnen lassen will und mit der Waffenlobby Jubiläum feiert (Trump, das ist dieser orange Schlumpf aus den USA mit dem überfahrenen Eichhörnchen am Kopf).

Für mein Blog nutze ich Facebook intensiv für den Kontakt zu anderen Bloggern, insbesondere über Gruppen zu Spezialthemen rundum das Bloggen. Auch den persönlichen Kontakt zu den Fans meines Blogs und meiner Fotos ermöglicht Facebook recht gut.

Was mich an Facebook schon aufregt, ist das Filtern des Inhaltes. So sehe ich von manchem meiner Freunde gar nichts mehr, weil ich aus Sicht von Facebook zu wenig auf deren Inhalte reagiert habe. Dafür präsentiert mit der soziale Schlaumeier so manchen 3 Tage alten Post zum wiederholten Male. Aber vielleicht wird das Dank der letzten, von Facebook durchgezogenen Änderungen ja wieder besser.

Facebook - Freunde und Familie zuerst

Facebook – Freunde und Familie zuerst

In Bezug auf mein Blog ist diese Änderung allerdings großer Mist. Facebook hat in den letzten Monaten ja ständig an der Reichweite von Seiten geschraubt, was dazu geführt hat, dass meine mühsam aufgebauten Follower der FB-Seite Austria Insiderinfo meine Artikel immer seltener zu Gesicht bekommen.

Klar – Facebook will, dass ich dafür Kohle abdrücke, wenn ich will, dass mehrer Leute meine Posts sehen. Wozu ich mich auch schon 3 mal verleiten lassen habe.

In obigem Bild kannst du an der grünen Linie gut erkennen, was Werbung bei Facebook bewirkt.

Aber auch, wenn ich neue Follower für nicht unwichtig halte, so werde ich bei diesem Bezahlen für Reichweite in Zukunft nicht mehr mitspielen. Der Grund dafür ist einfach: ich will nicht regelmäßig 30€ ausgeben, nur um nach einer weiteren Reduktion der organischen Reichweite von Facebook am Ende wieder gleich viele Leute erreichen zu können. Diese 30€ kann man sicher besser investieren. So habe ich früher schon einmal in AdWords investiert, um neues Publikum auf meine Seiten zu bringen. Eventuell versuche ich ja das wieder einmal.

Twitter

Mit Twitter konnte ich lange Zeit rein gar nichts anfangen, aber mittlerweile mag ich das blaue Vögelchen! Man braucht allerdings zu Beginn schon sehr viel Geduld, bis  man von anderen Zwitscherern wahrgenommen wird und langsam aber sicher eine Interaktion mit ihnen stattfindet.

Twitter Profile

Twitter Profile

Das blaue Vögelchen werde ich definitiv weiter betreuen und füttern, zumal es auch einige Zugriffe auf mein Blog beschert. Die Reichweite bei Twitter steigt seit Anbeginn meiner Aktivitäten ziemlich gleichmäßig an (siehe orange Linie in der Grafik weiter oben) und das Filtern von Inhalten ist mir hier noch nicht aufgefallen.

In Zusammenhang mit Twitter muss dir halt klar sein, dass deine Botschaft nur ganz kurz wahrgenommen wird (unter 10 Minuten) um dann wieder sehr schnell von der Bildfläche zu verschwinden.

Pinterest

Begonnen habe ich mit Pinterest vor ca. einem Jahr. Wie schon an anderer Stelle erwähnt, ist Pinterest kein soziales Medium, sondern eher eine Bilder-Suchmaschine mit Bookmark-Funktion und vernachlässigbaren, sozialen Elementen (Gruppen-Boards zum gemeinsamen Pinnen von Artikeln). Für meine älteren Besucher: am ehesten lässt sich Pinterest mit dem alten Setzkasten aus Holz vergleichen, in den man wertvolle Dinge gesammelt hat, um sie sich immer wieder einmal anzusehen.

Neue Artikel meines Blogs pinne ich weiterhin brav an meine Pinnwände und ich werde das auch weiterhin verfolgen, da über Pinterest sich auch immer wieder einmal Besucher auf meine Seite verirren. „Viral gegangen“ ist noch keiner meiner Pins. Man kann Pins – also Bildlinks auf Artikel – nämlich teilen und auf andere Boards pinnen. Tun das genügend Leute in kurzer Zeit, dann geht quasi die Post ab. Das wird immer wieder von anderen Bloggern berichtet, ist mir selber aber bisher noch nicht passiert.

Trotzdem ist Pinterest nach einer Weile auch mit sehr geringem Betreuungsaufwand zu einer guten Traffic-Quelle geworden und es verzeiht auch, wenn man 1-2 Wochen gar nicht aktiv ist.

Flipboard

Flipboard lässt sich recht gut mit dem (alten) paper.li vergleichen. Du kannst damit sehr einfach Magazine zu einem bestimmten Thema erstellen.

Flipboard - ein Magazin

Flipboard – ein Magazin

Für mich ist Flipboard noch eher Neuland (bin seit etwa Mitte Jänner 2018 dabei), aber ich werde es auf jeden Fall weiterhin verfolgen. Zumal mir der Betreuungsaufwand für Flipboard recht gering erscheint. Mit Hilfe eines Fipboard-PlugIns im Chrome lassen sich neue Artikel per Mausklick in ein bestehendes Magazin einfügen.

[Update Mitte Mai 2018]: Flipboard benötigt in jedem Fall etwas mehr Betreuung als Pinterest, zumindest bisher spült es äußerst wenige Besucher auf mein Blog. Aber das kann auch daran liegen, dass ich mich noch etwas zu wenig damit beschäftigt habe.

YouTube

YouTube war mir lange Zeit total egal bzw. habe ich bis vor kurzer Zeit rein als Konsument genutzt. Da ich mir aber für das Jahr 2018 auf die Fahnen geheftet habe, mich intensiver mit Video zu beschäftigen, ist YouTube nun in den Mittelpunkt meines Interesses gerückt.

Mein Ziel ist, zu immer mehr Wanderungen auch ein Video zu bieten und dieses dann auch über YouTube zu verbreiten. Auch das ein oder andere private Video kann sich einschleichen, wie zum Beispiel das Lachen meiner damals 5 Monate alten Tochter. Private Videos werden aber die Ausnahme bilden, meine Konzentration liegt  ganz klar auf Videos passend zu meinen Tourenbeschreibungen.

In Bezug auf Monetarisierung wäre schon mein Ziel, früher oder später über Werbung in YouTube Videos Geld einzunehmen. Ekelhaft, was? Ein Blogger, der über Geld spricht!

Allerdings hat YouTube gerade kürzlich die Auflagen für einen Eintritt ins Werbegeschäft die Latte noch einmal höher gelegt.

„Am 16. Januar 2018 haben wir neue Teilnahmevoraussetzungen für das YouTube-Partnerprogramm bekanntgegeben. Sobald ein Kanal eine Wiedergabezeit von 4.000 Stunden in den letzten 12 Monaten und 1.000 Abonnenten erreicht hat, wird die Aufnahme in das Programm überprüft.“

Aktuell (Mitte Jänner 2019) liege ich bei *räusper* 29 Followern. Fehlen noch 987. Du willst mir folgen? Sehr cool! Da geht’s lang: Horst Gassner – YouTube.

Der Overkill – wie damit umgehen

Mir persönlich reichen die in diesem Artikel näher beschriebenen Kanäle völlig. Das sind mit 5 an der Zahl wirklich genug!

Social Media Overkill - irgendwann wird das alles zuviel! @digitaldetoxes Klick um zu Tweeten

Weg mit Google+ und Instagram

In Google+ und Instagram poste ich nur noch sehr sporadisch Fotos. Beide Dienste stehen für mich schon seit einiger Zeit nicht mehr auf der Liste der aktiv zu betreuenden Kanäle und ich werde mich da noch weiter zurückziehen.

Google+ ist am ehesten zur Präsentation meine Fotos interessant, bringt aber so gut wie gar nichts für mein Blog. Deshalb bin ich mehr und mehr dazu übergegangen, meine besten Bilder direkt im Blog als Bildergalerien zu präsentieren. Der Austausch mit anderen Fotografen über Google+ ist aber ganz nett, weshalb ich den Account behalten werde. Aber eben auf Sparflamme.

Instagram nervt einfach ganz fürchterlich mit den Follow/NoFollow Spielchen vieler Nutzer und dem Filtern der Inhalte. Anstatt an „klugen“ Algorithmen zu basteln, die den Inhalt meines Newsfeeds filtern, sollten sie lieber an „Rauswurf-Bots“ arbeiten, die Follow/NoFollow Nutzern den Kampf ansagen und dieser tageweise sperren und im Wiederholungsfall komplett rauswerfen. Aber das wollen sie halt nicht, weil sie dann einen großen Teil der Nutzer ihrer Plattform verlieren würden. Mich verlieren sie aber gerade wegen ihrer Untätigkeit in diesem Bezug.

Neue Kanäle

Vero wird bei mir kein Thema werden, auch wenn es wider Erwarten Facebook und/oder Instagram ersetzen sollte.

Ein neuer Kanal kommt mir nicht ins Haus. Vorerst zumindest. Eine kleine Hintertür will ich mir sicherheitshalber schon offen lassen 😉 .

Die sozialen Medien bzw. der Umgang mit denselben beschäftigt uns mehr denn je. Irgendwie muss man fast zwangsläufig am Ball bleiben, wenn man nicht als ewig gestrig gelten will. Mit Vero gibt es einen neuen Stern am Himmel. Trotzdem kann man nicht jedem Hype folgen.