Stammgäste meines Blogs wissen es – ich mache mich gemeinsam mit meiner Frau Ende Juni zu Fuß auf den Weg nach Innsbruck. Mit großer Spannung fiebern wir dem Start der Tour entgegen – nun geht es doch tatsächlich schon bald los!

Zu Fuß auf dem Weg von Salzburg nach Innsbruck, die Nervosität steigt. Mit großer Spannung fiebern wir dem Start der Tour entgegen!

Innsbruck

Steigende Nervosität vor dem Start

Die Kondition und kleinere Weh-Wehchen

Ich muss ja zugeben, dass ich in den letzten Wochen vor der Tour doch etwas unruhig geworden bin. Wie wird es mir konditionell gehen? Werden meine Knie halten? Seit einer Tour auf den Hochkalter im Jahr 2004 habe ich damit immer wieder Probleme (Wie der Hochkalter mein Schicksalsberg wurde) und bin damals auch kurz vor einer OP gestanden. Nur durch konsequente Übungen und dem Versuch, so gut als möglich im Training zu bleiben, konnte ich das bisher verhindern (Wie du mit zwei einfachen Tipps eine Knie OP verhindern kannst).

Einen Monat vor dem geplanten Start bin ich dann 1.200 Höhenmeter auf den Schafberg gegangen und musste dabei feststellen, dass meine Kondition noch klar ausbaufähig ist und mein Knie danach schon auch etwas „gemurrt“ hat.

Schafberg Gipfelkreuz

Schafberg Gipfelkreuz

Mein Frau beunruhigt das ganz offensichtlich sehr und sie löchert mich ständig, was denn passiert, wenn einer von uns (sie meint natürlich mich) nicht mehr weitergehen könne. Ob der andere (sie meint damit sich) dann weitergehen dürfe. Erst als ich ihr vorschlage, dass der andere – also sie – 2 Tage über die Berge weitergehen kann und wir uns dann im Tal wiedertreffen, ist sie beruhigt. Ich habe die Route nämlich so geplant, dass wir abwechselnd eine Nacht in den Bergen in einer Hütte und dann wieder in einer Pension im Tal verbringen. Denn ich weiß, dass ich in Hütten kaum ein Auge zubekommen werde, aber den Schlaf bei so einer Tour einfach brauche.

Der Rucksack

Wie wird es mir mit dem Rucksack beziehungsweise meinem Rücken und den Schultern gehen?

In den letzten Wochen vor der Weitwanderung habe ich absichtlich immer meine komplette Kamera-Ausrüstung mitgeschleppt. Sind immerhin 6 kg. Aber noch weit weg von dem, was ich dann während der ca. 350 km und knapp 18.000 Höhenmeter auf dem Rücken tragen muss.

Denn auch wenn ich mir ausführliche Gedanken zu meiner Packliste gemacht habe, mit 6 kg finde ich natürlich nicht mein Auslangen. Ich bin noch immer am Grübeln, was alles wirklich mit auf die Wanderung muss. Insbesondere bei der Fotoausrüstung blutet mir als enthusiastischen Fotografen bei jedem Teil, das ich Zuhause lassen muss, förmlich das Herz. Und auch wenn die GoPro und die 360 Grad Kamera selbst sehr leicht sind, samt Zubehör kommt da auch wieder einiges an Platz und Gewicht zusammen. Also: mitnehmen oder besser doch nicht?

Werde ich alles im Rucksack unterbringen? Es ist ein Deuter Futura Vario 50+10 Werbung., allerdings ein etwas älteres Modell. Also quasi ein Deuter Pasta Vario 😛 .

Das Schuhwerk

Und Blasen? Hilft die Hirschtalgsalbe mit der ich meine Füße schon Wochen vor der Tour an den empfindlichen Stellen im Fersen- und Zehenbereich immer brav einschmiere? Man liest teilweise, dass das ein wahres Wundermittel wäre und Blasen damit praktisch unmöglich sein sollen. Zumindest sollte die Salbe die Wahrscheinlichkeit einer Blasen-Bildung sehr stark minimieren. Wie auch immer – ein Blasenpflaster kommt trotzdem mit. Denn nach 5 Stunden wandern habe ich kürzlich im Bereich der Zehen Stellen gespürt, die zu Blasen zu neigen scheinen.

Meinen alten Wanderschuhen trauere ich heute noch nach

Schade, dass sich meine Lieblings-Wanderschuhe 2010 in Norwegen nach 25 Jahren wie auf Befehl beide zur exakt gleichen Zeit verabschiedet haben. Bessere beziehungsweise auch nur annähernd so angenehme, hohe Wanderschuhe habe ich bisher nie wieder gefunden.

Von den 3 Paar Wanderschuhen, die ich besitze, habe ich mit jedem Tests unternommen. Wie geht es mir jeweils damit, wenn ich etwas weiter gehe als nur 2 bis 3 Stunden? Für die Tour hatte ich mir extra zwei knöchelhohe und leichte Wanderschuhe gekauft. Einen wirklich sehr leichten (Mammut Wanderhalbschuh Werbung.) und einen etwas festeren (Garmont Dragontail Werbung.).

Auf den sehr leichten Mammut hätte ich doch viel gesetzt, aber leider hat mir dieser bei meinem ersten Test an den Fersen ziemliche Probleme bereitet. Das doch recht harte Plastik an der Ferse hat an einer Stelle ziemlich gedrückt und auch eine Blase verursacht. Und das schon nach nicht einmal zwei Stunden! Er bekommt sicher auf Kurz-Touren noch seine Chance, denn das geringe Gewicht wäre schon klasse, aber nach Innsbruck darf er nicht mit.

Viel besser hat sich der etwas schwerere, knöchelhohe Garmont geschlagen. Keine Druckstellen – zumindest nicht schon nach 3 Stunden.

Für die Tour habe ich mich am Ende dann doch für meinen über die Knöchel gehenden Scarpa Werbung. Wanderschuh entschieden. Vor allem auch deshalb, da wir nach diesem doch sehr schneereichen und langen Winter noch mit gröberen Schneefeldern rechnen müssen. Lieber ein etwas schwererer Schuh, dafür aber sicherer unterwegs und auch für Schnee und Geröll sehr viel besser gerüstet.

Wetterkapriolen

Als unerfahrener Weitwanderer – meine einzige Erfahrung liegt über 30 Jahre zurück und das war eine 5-Tages Tour auf Korsika – habe ich doch auch ziemlichen Respekt vor dem Wetter. Wenn ich eine Eintagestour gehe, dann nur bei stabilem Wetter. Da lässt sich das auch sehr gut abschätzen.

Aber nun sind es 15 Tage, die wir praktisch ohne Unterbrechung unterwegs sein werden. Da kann und wird das Wetter teilweise schon auch eine Herausforderung werden. Vor allem an jenen Tagen, an denen wir auch Gipfeltouren unternehmen. Wie werden wir damit umgehen können?

Auf dem Weg nach Innsbruck

Den Start ins Weitwander-Vergnügen haben wir flexibel angelegt. Es macht ja keinen Sinn sich bei Regen oder grauenhaftem Wetterbericht auf den Weg zu machen. 15 Tage Sonnenschein können wir kaum erwarten, aber an einem Tag mit massivem Schnürlregen zu starten, würde den Spaß wohl schneller verderben, als uns lieb ist 😉 .

Der erste Tag, an dem wir starten können, ist Donnerstag, der 20. Juni. Sobald das Wetter passt, soll es losgehen.

Berichte von unterwegs

Inwieweit ich von unterwegs berichten kann und will, lasse ich mir offen. Den ein oder anderen Tweet wird es wohl geben. Aber ich will mich da keinerlei Druck aussetzen.

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Was ich aber in jedem Fall tun werde: handschriftliche Notizen zu jedem Tag machen. Nach meiner Rückkehr werden daraus ein oder mehrere Artikel entstehen – mit tiefen Einblicken, was diese 15 Tage mit mir und meiner Frau gemacht haben 🙂 .