Zuletzt aktualisiert am 23. August 2019 um 11:12

Wenn man sich auf eine Weitwanderung begibt, dann sollte man den Rucksack mit möglichst wenig sinnlosem Zeug bepacken, denn jedes Kilo zählt. Dazu zählt auch das eigene Körpergewicht. Der eingewachsene kleine Rucksack, der sich nicht so einfach ablegen lässt.

Gewicht und Gesundheit

Mann und Frau sollten ihr Gewicht generell im Auge behalten. Dabei geht es nicht darum, dem viel zitierten Magermodel den Rang abzulaufen. Okay, wenn ich ehrlich bin: meinen Kugelfischbauch mag ich auch rein schon wegen der Optik nicht so wirklich.

Es geht dabei vor allem um deine eigene Gesundheit! Blutdruck und Blutzucker werden es dir danken. Aber nicht nur diese zwei schmerzlosen und häufig deshalb bis zum Herzinfarkt oder Schlaganfall führenden und unbemerkten Leiden sind es, die mit steigendem Gewicht häufiger auftreten.

Es ist vor allem auch dein Bewegungsapparat der mit jedem Kilo auf deinen Rippen stärker beansprucht wird. Und dabei auch ganz besonders die Knie, die dich ein ganzen Leben lang schadlos herumschleppen sollten.

Weit. Wandern. Abnehmen.

Wer eine lange Strecke geht, macht auch viele Schritte. Und mit jedem Schritt müssen deine Knie abwechselnd dein Körpergewicht (samt Gewicht des Rucksackes) tragen.

Insbesondere beim Bergabgehen werden deine Knie übermäßig belastet. Einen sehr interessanten Artikel mit vertiefenden Erläuterungen hat Sportstudentin Susi von den Berghasen geschrieben: Knieschmerz – so schlecht ist Bergabgehen wirklich.

Wandern macht schlank

Wandern macht schlank – Meer macht dick!

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass je nach Neigungswinkel beim Bergabgehen auf das Knie bis zum 8-fachen des Körpergewichtes lastet, bergauf bis zum 3-fachen. Wenn du also auch nur 1 kg abnimmst, so bedeutet das, dass du pro Schritt bergab bis zu 8 kg weniger Belastung auf dem Knie hast. Und das läppert sich!

Von Salzburg nach Innsbruck #wwsi19

Während meiner Weitwanderung von Salzburg nach Innsbruck lege ich ca. 270 km und 13.600 Höhenmeter zurück.

Bei einer durchschnittlichen Schrittlänge von 80 Zentimeter bedeutet das, dass ich ca. 337.500 Schritte zurücklegen muss. Davon ca. 17.000 Schritte bergab und etwa ebenso viele bergauf. Bleiben 337.500 – 34.000 = 303.500 Schritte auf der Ebene. So ganz eben wird es den Großteil der Strecke in der Praxis zwar nicht sein, aber es geht hier auch nur um ein Berechnungsmodell.

Pro Knie sind das dann also:

  • 151.750 Schritte auf der Ebene
  • 8.500 bergauf (*8) und
  • 8.500 bergab (*3)

Bei meinem aktuellen Gewicht und ca. 12 kg Rucksack habe ich pro Schritt 102 kg zu tragen. Das bedeutet 15.479 Tonnen auf der Ebenen, 6.936 Tonnen bergauf und ca. 2.601 Tonnen bergab.

Insgesamt muss also jedes meiner Knie satte 25.016 Tonnen (er)tragen können!

Jedes Kilo zählt

Nehmen wir an, ich hätte statt 90 kg nur 85 kg bei gleich schwerem Rucksack.

Dann bleiben auf der Ebenen pro Knie nur noch 14.718 Tonnen, 6.596 Tonnen bergab und ca. 2.474 Tonnen bergauf. Insgesamt dann also „nur“ noch 23.788 Tonnen. Das sind immerhin 1.228 Tonnen weniger, die jedes meiner Knie tragen muss. Jedes Kilo weniger bedeutet also bei einer Strecke von Salzburg nach Innsbruck ca. 245 Tonnen weniger Belastung pro Knie.

Es macht also schon sehr viel Sinn, das eigene Körpergewicht im Auge zu behalten. Ich habe mir auf jeden Fall vorgenommen, bis zum Start der Tour in ca. 8 Monaten 5 kg abzunehmen.

Wer sich auf eine Weitwanderung begibt, sollte den Rucksack mit möglichst wenig sinnlosem Zeug bepacken. Dazu zählt auch das eigene Körpergewicht. Weil jedes Kilo zählt.