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Die folgenden 7 Fehler beim Wandern sind natürlich nicht alle, die du machen kannst. Aber wenn du zumindest diese 7 vermeidest, kannst du den Spaß am Wandern schon um einiges erhöhen.

1. Falsche Schuhe

Ja, wir Ösis (von unseren deutschen Nachbarn auch liebevoll „Schluchtensch**ßer“ genannt 😉 ) schimpfen gerne auf unsere Touristen, wenn es um das korrekte Schuhwerk am Berg geht. Und ja, man trifft wirklich Leute am Berg, die mit Sandalen unterwegs sind. FAIL!

Klar, mittlerweile gibt es auch Trekking-Sandalen. Das klingt doch ganz nach Schuhen, die zum Wandern geeignet sind, oder etwa nicht? Wenn man eine Route gut kennt und weiß, dass man sich nur auf einem relativ flachen Waldweg bewegt, dann kann man diese durchaus auch anziehen. Auf Fels würde ich aber stark davon abraten, auch wenn es welche mit Zehenschutz in Form einer Art Schutzkappe gibt (Keen Werbung).

7 Fehler beim Wandern - das richtige Schuhwerk

7 Fehler beim Wandern – das richtige Schuhwerk

Wer eine richtige Tour plant, sollte immer zu einem geschlossenen Wanderschuh greifen, der über die Knöchel geht! Diese Wanderschuhe können von sehr weich (ungeeignet für Geröll) bis zu sehr hart gehen (auch für Schneeschuhe geeignet). Ich persönlich habe weichere und härtere Wanderschuhe und auch einen, der nicht über die Knöchel geht. Bei Touren, die ich noch nie gegangen bin, greife ich aber in der Regel sicherheitshalber zum härteren Schuh.

Und ein Schuh der drückt, ist ohnehin ein Drama. Du solltest beim Schuhwerk lieber nicht sparen, denn auch wenn du bei manchem Schuh etwas tiefer in die Tasche greifen musst: das macht sich am Ende doch bezahlt.

2. Falsche Socken

Zu einem guten Wanderschuh gehören auch passende Socken. Nein, keine ganz dünnen, weil „ich will ja nicht schwitzen“, sondern etwas dickere und atmungsaktive Wandersocken. Nur so kannst du auf langen Touren lästige Blasen oder Druckstellen vermeiden.

Sehr empfehlenswert sind dabei Merinosocken, also Socken, welche aus der Wolle der Merinoschafes (spanische Hochgebirgsrasse) hergestellt werden. Und wer bei Wolle jetzt zusammenzuckt, weil diese doch juckt wie Sau, den kann ich beruhigen. Ich bin wirklich sehr empfindlich und jammere schon lange, bevor andere nur annähernd etwas spüren, aber die Merinowolle vertrage ich wirklich sehr gut.

Weiterer Vorteil: Merinowolle wirkt antibakteriell, warum diese Socken auch viel weniger stinken, als andere Wandersocken. Ich persönlich bin mit den Trekkinksocken Merino Werbung sehr zufrieden. Ja, es gibt günstigere, aber wenn die Qualität stimmt, zahle ich gerne auch etwas mehr.

3. Ohne Funktions T-Shirt und mit Jeans in den Bergen herumlaufen

Jeder Mensch tickt bekanntlich anders und so schwören viele auf ihre Jeans und wollen auch nicht ohne ihr Lieblings-Baumwoll T-Shirt aus dem Haus gehen. Trotzdem empfiehlt es sich für Wanderungen, bequeme Kleidung zu tragen, die den Schweiß gut abtransportiert und auch wieder schnell trocknet, falls die Kleidung einmal nass werden sollte.

Ich persönlich schwöre drauf und würde keine Wanderung mehr ohne Funktionskleidung machen wollen. Mittlerweile gehe ich im Sommer so auch schon ins Büro (gut, wenn man einen Job hat, wo das möglich ist) – das soll angeblich modisch jetzt sogar der letzte Schrei werden. Ob ich der Auslöser dafür war? Man weiß es nicht genau 😉 .

4. Zu wenig / kein Wasser dabei

„Ich gehe ja nicht weit, da brauche ich nichts zu trinken!“ oder „Da gibt es bestimmt auch Hütten, wo wir etwas trinken können!“.

Mach diesen Fehler nicht! Ich kann leider auch aus praktischer Erfahrung sagen, dass genügend Wasser überlebenswichtig werden kann! Es geht schneller als man denkt, und man kommt in eine Situation, in der der Körper plötzlich nicht mehr will, weil man an der Grenze zur Dehydration steht.

In meinem Fall war es in einer Schlucht auf Mallorca, in der meine Frau und ich beim Rückweg eine falsche Abzweigung genommen haben. Dieses Missgeschick hat uns zwei weitere Stunden bei 36 Grad beschert. Mit nahezu fatalen Folgen – die letzte Stunde sind wir am Rande zum Kollaps gestanden und haben wirklich schon darüber diskutiert, wie wir vorgehen, wenn einer von uns zwei kollabieren sollte. Nach erreichen des Autos hat dann jeder von uns binnen 3 Minuten 1 1/2 Liter Flüssigkeit in den Körper gekippt.

7 Fehler beim Wandern - zu wenig Wasser dabeihaben

7 Fehler beim Wandern – zu wenig Wasser dabeihaben

Verlasse dich nicht auf (geöffnete) Hütten und kalkuliere ruhig auch (ungeplante) Umwege ein. Unter 2 Liter sollte man eine Tagestour keinesfalls starten, und da darf es keine 36 Grad haben – dann wäre auch das am Ende viel zu wenig!

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5. (Nur) auf GPS verlassen

GPS ist schon wirklich praktisch und kann bei der Orientierung eine sehr große Hilfe sein. Sich aber nur darauf zu verlassen, kann gefährlich werden. Denn gerade in den Bergen oder auch in abgelegenen Tälern kann es durchaus passieren, dass das GPS aussetzt. Oder dass der Akku deines Smartphones ausgeht, falls du dieses als GPS-Tracker verwendest und nebenher noch viele Bilder schießt.

Erkundige dich idealerweise vor einer Tour bei Einheimischen nach dem Verlauf des Weges, kaufe dir eine Wanderkarte (das ist dieses unpraktische Zeug aus Papier 😉 ) und hole dir zusätzlich Infos aus dem Internet zur Wegbeschaffenheit und dem Wegverlauf. Wanderer, die im Salzburger Land unterwegs sind haben es da gut – da gibt es diese geniale Wanderseite namens Austria Insiderinfo 🙂 .

Und präge dir den Weg so gut als möglich ein, denn man verirrt sich schneller als man wahrhaben will (siehe oben).

6. Die eigene Kondition überschätzen

Total erschöpft - Horst K.O.

Total erschöpft – Horst K.O.

„Wie? Nur 5 Stunden? Das packe ich locker!“.

Dieser Tipp richtet sich mehr an den Gelegenheitswanderer. Jene, die häufig wandern, können ihre Kondition zumeist schon recht gut einschätzen – und besitzen normalerweise dann auch eine recht gute. Wer aber nur selten wandert, kennt seine Grenzen oft gar nicht oder nur schlecht. Also besser langsam anfangen und sich an seine Grenze herantasten, als zu glauben, die Couch-Phase der letzten Wochen an einem Tag wettmachen zu wollen 🙂 .

Aber auch Vielwanderer haben gute und schlechte Tage, das Wetter kann das Übrige dazu tun, um doch schneller an die Grenzen zu kommen, als einem lieb ist. Also immer schön in den Körper hineinhören und es nicht übertreiben!

7. Wetter falsch einschätzen / ignorieren

„Also ich würde vor einer längeren Tour heute abraten, ab Mittag soll es heftige Gewitter geben!“

„Ach was, der Wetterbericht stimmt ohnehin nie und mir ist auch noch nie etwas passiert – sonst würde ich nicht vor dir stehen!“ (grinst überlegen in sich hinein).

Wer eine längere Tour plant – und das beginnt schon bei einer Tagestour – der sollte unbedingt den Wetterbericht beachten! Speziell mit Gewittern ist in den Bergen nicht zu spaßen! Es geht dabei nicht nur um die primäre Gefahr des Blitzschlages, sondern um die Folgen des oft auch sehr starken Regens in diesem Zusammenhang. So werden kleine Rinnsale im Nu zu Sturzbächen und können Wege unpassierbar machen. Auch mit vermehrtem Steinschlag muss man rechnen. Insbesondere Gewitter sind zumeist auch mit starkem Wind verbunden, was die Gefahr von umstürzenden Bäumen oder abgerissenen Ästen getroffen zu werden, stark erhöhen kann.

Gewitter darf man nicht unterschätzen

Gewitter darf man nicht unterschätzen

Auch die bei Regen stark eingeschränkte Sicht und der rutschigere Boden stellen eine große Gefahr dar, sich zu verirren oder durch einen Sturz zu verletzen. In höheren Lagen kann ein Gewitter auch zu einem empfindlichen Temperatursturz führen.

Sollte man es dann nicht mehr rechtzeitig ins Tal schaffen und in den Bergen übernachten müssen, hat man eine große Chance, es auf die Titelseite einer Tageszeitung zu schaffen. In dem Zusammenhang auf jeden Fall alles andere als wünschenswert. Selbst dann, wenn man so eine ungeplante Grenzerfahrung überleben sollte.

Und wer im Winter mit Tourenskiern oder Schneeschuhen unterwegs ist: unbedingt Lawinengefahr beachten! Jährlich sterben etwa 20 Wanderer unter Lawinen!

Blick nach Salzburg

Mit Schneeschuhen auf dem Nockstein

Nehmt also Wetterwarnungen ernst und erkundigt euch sicherheitshalber auch bei Hüttenwirten. Auch diese können sich natürlich irren, können die Gefahren aber zumeist schon auch recht gut einschätzen.

Folgende 7 Fehler beim Wandern sind natürlich nicht erschöpfend. Aber wenn du diese vermeidest, kannst du den Spaß am Wandern schon um einiges erhöhen.