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Als mehr oder weniger Anrainer des Schafberges wollte ich schon immer irgendwann einmal auch eine Nacht auf dem Gipfel des Schafberges verbringen. Den Sonnenuntergang und den Sonnenaufgang erleben und natürlich auch viele Fotos davon machen. Das kann auf diesem Berggipfel einfach nur genial sein!

Der Berggasthof ist in der Hauptsaison sehr stark gebucht, wodurch man nur eine sehr geringe Chance hat, sich kurzfristig ein Zimmer zu nehmen. „Es gibt schönes Wetter zum Fotografieren, heute übernachte ich am Schafberg!“ dürfte nur mit sehr viel Glück klappen. Nämlich wohl nur dann, wenn kurz zuvor jemand anderer abgesagt hätte.

Wenn du also am Schafberg übernachten willst, muss du früh genug buchen und mehr oder weniger das Risiko eingehen, dass das Wetter zum gebuchten Termin am Ende auch mitspielt. Klar wäre schönes Wetter immer besser, aber auch mäßiges Wetter kann vor allem am Berg auch sehr spannend sein. Und (leider) kann ich dir das in diesem Artikel auch beweisen!

Ich war untertags schon einige Male am Schafberg und kenne diese geniale Aussicht sehr gut. Sie ist einfach nur atemberaubend! Einige Bilder kannst du in meiner ausführlichen Tourbeschreibung auf den Schafberg nachlesen.

Anmerkung / Transparenz: meine Frau und ich wurden von der Salzburg-AG, dem Betreiber der Schafbergbahn und Besitzer des Hotels Schafbergspitze für die Bahnfahrt und die Übernachtung inklusive Frühstück eingeladen. Für die Anreise und weitere Kosten sind wir selbst aufgekommen. An der Qualität und den Aussagen innerhalb dieses Artikels ändert sich dadurch selbstverständlich nichts. Es gab keinerlei Vorgaben der Salzburg-AG zum Inhalt und es ist kein Geld für den Artikel geflossen.

Eine gute Vorbereitung kann nicht schaden

Wie das Wetter aktuell am Gipfel der Schafbergspitze aussieht, kannst du sehr gut anhand der PANOMAX Panoramakamera sehen. Eine wirklich geniale Kamera die sehr gut geeignet ist, das Wetter in der Gegend abzuschätzen.

Heute am Morgen ist alles Grau in Grau, der Gipfel also in Nebel gehüllt. Und während es Mitte der Woche schon sommerlich warm gewesen ist – mit 32 Grad im Tal und bis zu 20 Grad am Gipfel des Schafberges – ist es heute in der Früh sehr sehr frisch. Fast schon a***kalt könnte man sagen. Nur 2 Grad um 1100 bei einem frischen Lüftchen um die 20km/h. Ich packe noch eine warme Jacke mehr in den Rucksack. Durch meine Foto- und Videoausrüstung bin ich nun schon ziemlich vollbepackt und erwecke so wohl den Eindruck, nicht nur eine Nacht sondern eine ganze Woche am Schafberg verbringen zu wollen. 😉

Die Anreise zur Schafbergbahn

Wir fahren aufgrund des wechselhaften Wetters erst gegen Mittag los – direkt bis zur Talstation der Schafbergbahn. Der Parkplatz an der Schafbergbahn ist sehr einfach zu finden, er befindet sich gleich nach der Talstation. Die Parkgebühr ist mit 3€ pro Tag bzw. Aufenthalt als sehr günstig zu bezeichnen. Man zieht hier auch kein Park-Ticket sondern benötigt lediglich 3€ in Münzen, um beim Ausfahren den Schranken zu öffnen.

Infos zur Schafbergbahn

Die Schafbergbahn auf den Gipfel des Schafberges wurde 1893 erbaut und ist mit bis zu 26% Steigung die steilste Zahnradbahn Österreichs. Die Bahn führt von St. Wolfgang über die Mittelstation an der Schafbergalpe auf ca. 1360m Seehöhe bis knapp unterhalb des Gipfels des Schafberges 6 km nach oben.

Talstation der Schafbergbahn

Talstation der Schafbergbahn

Viele weitere, interessante Details zur Schafbergbahn findest du in einem eigenen Artikel: Schafberg mit der Zahnradbahn.

Nostalgiefahrten, Gruppen- und Firmenfeiern

Die Schafbergbahn ist nicht nur für Einzelpersonen gut gerüstet, sondern vor allem auch für größere Gruppen sehr gut aufgestellt. Es werden besondere Gruppentarife und Packages angeboten. So kann man zum Beispiel auch exklusiv ein Schiff oder eine Diesel-Lok buchen und einige Zusatzleistungen mehr, wie zum Beispiel Bewirtung am Schiff.

Details zu den Angeboten findest du auf der offiziellen Seite der Salzburg-AG zu Gruppen- und Firmenfeiern.

Auf geht’s auf den Gipfel!

Wir schlagen kurz nach Mittag in St. Wolfgang auf und erreichen die Bahn, die um 1250 an der Talstation startet. Die Fahrzeit beträgt ca. 35 Minuten.

Und natürlich wird fleißig gefilmt. Mit meiner Insta360 One Panoramakamera, die ich einfach beim Fenster des Wagons hinaus mit einem Selfie-Stick senkrecht nach oben strecke. Mein Sitzgegenüber sieht mich an, als ob ich ein Außerirdischer wäre. Durch ihre spezielle Form sieht diese Kamera aber auch wirklich ein wenig aus wie ein abartiges Messgerät 😉 .

Auch wenn ich mit der Bahn schon 3x auf den Schafberg gefahren und kein echter Freund von vielen Menschen am Berg bin, finde ich die Fahrt immer wieder klasse. Es ist schon faszinierend, wie sich diese Zahnradbahn mehr oder weniger nach oben „schraubt“ und der Blick hinunter zum Wolfgangsee immer imposanter wird.

Witzig finde ich dabei vor allem, wie schnell sich das Gehirn umstellt und die Schräge des Wagons als die wahre Referenz für das befindet, was denn nun waagrecht ist. Es dauert nicht lange, bis man denkt, dass die Häuser und Hütten neben der Bahn völlig schief sind. Und beim Fotografieren und Filmen muss man auch wirklich ganz bewusst darauf achten, den Horizont nicht völlig schief aufs Bild zu bekommen.

Ankunft im Hotel Schafbergspitze

Im Hotel, das wir nach ca. 5 Minuten Fußmarsch auf einem Schotterweg von der Bergstation der Schafbergbahn aus erreichen, ist die Hölle los. Eine große Gruppe von 150 Leuten ist kurz vor uns eingetroffen und bringt das Personal sichtlich an seine Leistungsgrenzen, wirkt teilweise genervt und sehr gestresst. Und für Nachmittag wurde laut einer Kellnerin eine weitere Gruppe mit 100 Leuten angekündigt.

Am Hotel Schafbergspitze

Am Hotel Schafbergspitze

Stelle dich also drauf ein: in der Saison bist du am Schafberg nicht alleine! Wer die Einsamkeit sucht, ist generell auf Bergen fehl am Platz, auf deren Gipfel eine Bahn führt. Egal ob per Zahnrad am Boden oder per Gondel in der Luft.

Mit den anderen freuen

Ich kann mich aber auf solche Situation sehr gut einstellen und das Treiben der vielen Menschen dann sogar genießen. Es ist doch schön, wenn auch Leute in den Genuss einer dermaßen genialen Aussicht kommen können, die es zu Fuß nie schaffen würden!

Beobachte beim nächsten Mal doch einfach einmal das Leuchten in den Augen dieser Leute, wenn sie an den Geländern des Schafberghotels stehen. Wenn sie zum ersten Mal ihren Blick über den Fuschlsee, Mondsee, Attersee oder Wolfgangsee schweifen lassen. Nicht mehr damit aufhören können, Fotos von den umliegenden Bergen, wie dem Schober, der Drachenwand, Sparber und vielen mehr zu machen.

Also ich kann mich da wirklich mitfreuen und bin auch etwas stolz, Anwohner dieser genialen Aussicht zu sein. Auch wenn ich persönlich rein gar nichts dazu beigetragen habe. Okay, meine orange Fleecejacke macht sich auf dem ein oder anderen Foto evtl. recht gut als Farbtupfer in der Landschaft 😉 .

Zu früh für Check-In

Aber ich schweife gerade etwas ab. Wir können erst ab 1500 in unser Zimmer einchecken, sind also etwas zu früh. Blöd irgendwie, da hätte ich mich vorher besser erkundigen sollen.

Nachdem wir einen Kaffee samt Kuchen genossen haben, beschließen wir kurz nach 14 Uhr dann doch unser Gepäck an der Rezeption abzustellen und eine kleine Runde zu wandern. Das Wetter ist dermaßen wechselhaft, dass wir unbedingt noch gehen wollen, bevor es am Ende gar zu regnen beginnt.

Planänderung – nicht zur Vormauer sondern zur Spinnerin

Eigentlich wollten wir ja rüber zur Vormauer und wieder zurück. Aufgrund der Wetterlage wäre das aber ziemlich riskant. Nicht nur, weil man bei diesen Temperaturen am Berg (es hat mittlerweile gerade einmal 7 Grad) nicht auch noch nass werden möchte, sondern weil es auch viel zu gefährlich und unverantwortlich wäre, eine längere Tour zu gehen.

So beschließen wir, vorerst nur die Spinnerin anzusteuern. Die Spinnerin liegt mit 1725m nur ein paar Meter tiefer als der Gipfel des Schafberges (1783m) und ist quasi der verlängerte Rücken des Schafberges. Entlang dieses Grates zu wandern ist wirklich klasse! Wie kann es nur sein, dass wir diesen kleinen Nebengipfel bisher mehr oder weniger ignoriert haben? Wohl deshalb, da zumindest ich mit meiner Kondition auf den Schafberg gerade einmal so durchkomme und froh bin, am Gipfel zu sein 😉 .

Blick hinüber zur Spinnerin

Blick hinüber zur Spinnerin

Madonnenstatue am Gipfel der Spinnerin

Madonnenstatue am Gipfel der Spinnerin, im Hintergrund das Hotel Schafbergspitze

Da wir heute gemütlich mit der Bahn hochgekommen sind, ist der Weg ein Spaziergang.

Nachdem das Wetter vorerst zu halten scheint, gehen wir dann hinunter in Richtung Mönichsee. Sehr weit kommen wir aber nicht, eine nächste fette schwarze Wolke bewegt uns dann nach einer halben Stunde auf dem Weg nach unten zum umkehren. Schade irgendwie, hilft aber nix.

Dafür werden wir dann knapp unterhalb des Gipfels mit herrlichen Lichtblicken belohnt, denn stellenweise kämpft sich die Sonne dann doch auch bis zum Boden durch.

Geniale Stimmung in Richtung St. Gilgen

Geniale Stimmung in Richtung St. Gilgen

Karibische Farben am Wolfgangsee

Nahezu schon karibische Farben am Wolfgangsee

Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, noch eine Runde zu gehen!

Nette Überraschung am Zimmer

Ich habe auf der Suche nach einem geeigneten Termin erwähnt, dass es super wäre, wenn es vom 23. auf den 24. Juni mit der Übernachtung klappen würde. Denn da feiere ich mit meiner Frau Hochzeitstag.

Vielen Dank an dieser Stelle an Stefanie, dass es mit diesem Termin dann auch geklappt hat und vor allem auch für die Rosen und den gekühlten Sekt am Zimmer! Wir haben uns über diese nette Überraschung sehr gefreut!

Zimmer im Hotel Schafbergspitze

Zimmer im Hotel Schafbergspitze

Nette Überraschung

Nette Überraschung

Wir haben den Sekt am Zimmer auf jeden Fall genossen und sind am Abend noch zum Essen hinunter ins Restaurant.

Sonntag – der Nebel reißt auf

In der Nacht hat es geregnet und so begrüßt uns dichter Nebel vor dem Balkon unseres Zimmers. Habe ich schon erwähnt, dass viele der Zimmer einen Balkon mit Blick in Richtung Wolfgangsee haben? So auch unseres, was sehr praktisch ist, denn so kann ich meine GoPro auf dem Balkon aufstellen und einen Zeitraffer starten. Man weiß ja nie, vielleicht reißt der Nebel bald auf und wir werden wieder mit schönen Lichtstimmungen belohnt.

Und während wir unser Frühstück zu uns nehmen, stelle ich mit Freude fest, dass der Nebel wirklich immer mehr aufreißt und sich langsam auch die Sonne etwas durchkämpft. Nach einer Weile werde ich fast schon etwas zappelig. Ich muss unbedingt Fotos von diesem Wetterwechsel machen!

Zurück am Zimmer schnappe ich mir sofort meine Kamera und begebe mich fast schon im Laufschritt zum Geländer hinter dem Hotel Schafbergspitze, denn von hier hat man herrliche Blicke über die stark abfallende Rückseite des Schafberges und über den Mondsee. Mit der genialen Berghütte im Zentrum. Du weißt schon – dieses Kitschbild, was in den sozialen Medien wie verrückt geteilt wird. Und ich habe das Glück, beobachten zu können, wie der Nebel den Blick immer wieder freigibt. Und du hast das Glück, dass ich all das im Bild festgehalten habe 🙂 .

So, jetzt weißt du vermutlich, warum dieses Motiv so beliebt ist! Es ist einfach genial. Atemberaubend. Meeeega!

Und zurück auf dem Zimmer stoppe ich meinen Zeitraffer. Froh, über das wechselhafte Wetter. Denn so etwas bringt insbesondere bei einem Zeitraffer zusätzlichen Pepp in das Video.

Wir packen unsere Sachen und nehmen die nächste Bahn ins Tal. Logischerweise wird auch jetzt noch einmal gefilmt. Und solltest du auf das Ergebnis gespannt sein: irgendwann in den nächsten Wochen wird es ein weiteres Video in meinem YouTube Kanal geben.

Eine Nacht auf dem Gipfel des Schafberges. Den Sonnenuntergang und den Sonnenaufgang erleben und die atemberaubende Aussicht genießen.