Zuletzt aktualisiert am 23. August 2019 um 11:38

Wenn der Schnee langsam verschwindet und die ersten Blüten am Wegesrand auftauchen, dann gibt es zumindest 7 Frühlingsblumen, die du kennen solltest. Zumindest als ersten Start. Der interessierte Florist wird über die Zahl 7 nur müde lächeln. Aber 7 ist immer noch besser, als gar keine, richtig?

Wenn du den Artikel aufmerksam liest, erfährst dabei eventuell auch noch das ein oder andere, was du noch nicht wusstest. Und am Ende gibt es noch einen Link zu weiteren 7 Blumen, die du kennenlernen kannst.

Schneerose

Die Schneerose gehört zu den ersten Blüten, die im Frühling zu sehen sind. In milden Wintern können sie sogar schon im Dezember auftauchen. Sie treten teilweise in sehr großer Zahl auf, vorwiegend in lichten Bergwäldern und an steinigen Abhängen.

Eine der ersten Frühlingsblumen - die Schneerose

Eine der ersten Frühlingsblumen – die Schneerose

Die fünf, relativ großen, Blütenblätter sind zu Beginn der Blütezeit gelblich weiß, gegen Ende werden sie grünlich oder purpurn. Achtung – die Schneerose ist sehr giftig. In der Naturheilkunde wurden Schneerosen früher als Brech- und Abführmittel verwendet. Aber man muss sie ja nicht essen, um sie genießen zu können!

Leberblümchen

Die Blätter des Leberblümchens sind langstielig, oben dunkelgrün und unten zumeist rotbraun. Die Blätter erscheinen erst nach der Blüte und überwintern. Deshalb sieht man bei den blühenden Leberblümchen in der Regel keine Blätter. Die tiefblauen bis leicht violetten Blüten haben 6-9 Kronblätter. Sie kommen meist in Buchen-, Eichen- und Nadelmischwäldern vor.

Leberblümchen

Leberblümchen

Seinen Namen hat das Leberblümchen aufgrund seiner naturheilkundlichen Eigenschaften bekommen. Getrocknet wird es als Heilmittel bei Leber- und Gallenproblemen verwendet. Die Samen des Leberblümchens werden von Ameisen verbreitet.

In unserer Gegend färben die Leberblümchen teilweise ganze Waldabschnitte violett ein. Ein wunderschöner Anblick! Diese beiden Einzelgänger habe ich auf dem Weg zum Nockstein, meinen Hausberg, abgelichtet.

Frühlingsknoten­blume

Die Frühlingsknotenblume (oder Märzenbecher in Deutschland) wird aufgrund seiner glockenförmigen Blüte gerne mit dem artverwandten Schneeglöckchen verwechselt. Bei der Frühlingsknotenblume sind alle Blütenblätter nahezu gleich groß und besitzen an deren Ende gelb-grüne Tupfen. Beim Schneeglöckchen sind dir drei äußeren Blätter doppelt so lang als die drei Inneren.

Frühlingsknotenblume oder Märzenbecher

Frühlingsknotenblume oder Märzenbecher

Die Blüten der Frühlingsknotenblume sind giftig! Die Blütezeit ist von Februar bis April, es gibt aber auch eine spätblühende Art, die sich dann treffender Weise Sommerknotenblume nennt.

Sowohl die Frühlingsknotenblume als auch das Schneeglöckchen stehen unter Naturschutz und dürfen nur in sehr geringen Mengen „für den Hausgebrauch“ gepflückt werden. Beide Arten sind sehr selten geworden, auch wenn man aufgrund so mancher ausgedehnt bewachsenen Flächen anderes annehmen könnte. Sie gehören zu den wenigen Blumen, die um diese Jahreszeit Nahrung für Bienen bieten – also ganz stehen lassen wäre noch besser. Wer die Pflanzen gar ausgräbt, um sie im eigenen Garten anzupflanzen, riskiert übrigens hohe Verwaltungsstrafen.

Interessantes am Rande: in Österreich nennt man die Frühlingsknotenblume nicht auch Märzenbecher. Denn der Märzenbecher ist bei uns die gelbe Narzisse bzw. die Osterglockenblume! Also Vorsicht: Österreicher und Deutsche nennen unterschiedliche Pflanzen beim gleichen Namen.

Schneeglöckchen kommen eher selten vor und mir ist bisher noch eines vor die Linse gekommen. Aber da mir der Vergleich wichtig ist, hier ein Bild, welches meine Schwester fotografiert hat.

Schneeglöckchen, (c) Karin Gassner

Schneeglöckchen, (c) Karin Gassner

Zum Unterschied zur Frühlingsknotenblume haben die Blütenbätter keine gelb-grünen Punkte an deren Ende und sie sind eben nicht alle gleich groß.

Buschwindröschen

Von der Art der weißen Blütenblätter gibt es sehr viele, sehr ähnliche Pflanzen. Wenn ich mich aber nicht fürchterlich täuschen sollte, dann ist das im Bild schon das Buschwindröschen. Vor allem die drei Hochblätter am Stengel mit den „fünf Fingern“ sind sehr markant.

Buschwindröschen

Buschwindröschen

Das Buschwindröschen ist sehr weit verbreitet und bildet ausgedehnte Bestände. Bestäubt wird es wie üblich von Insekten, die Verteilung des Samens übernehmen auch hier die Ameisen.

Wald-Schlüsselblume

Bei den Schlüsselblumen unterscheidet man zwischen der Wiesen- und der Wald-Schlüsselblume. Ja, es gibt zwei Arten! Die Wiesen-Schlüsselblume hat intensiv gelbe Blüten, während die der Wald-Schlüsselblume im Vergleich eher blass-gelb sind.

Wald-Schlüsselblume

Wald-Schlüsselblume

Dem markanten, „haarigen“ Stiel und den gekräuselten Blättern verdankt die Schlüsselblume wohl ihren hohen Bekanntheitsgrad. Im Gegensatz zu manchen anderen, hier vorgestellten Blumen, verbreiten sich die Samen der Schlüsselblume über den Wind.

Weiße Pestwurz

Aus der Ferne betrachtet, mutet die weiße Pestwurz eher wie Unkraut an. Erst wenn man etwas näher herangeht, offenbart sich doch ein gewisse Schönheit.

Weiße Pestwurz

Weiße Pestwurz

Die weißen Blüten stehen traubig angeordnet dicht an dicht. Die wuchtig anmutenden Blätter erscheinen kurz nach der Blüte. Die Pestwurz wächst auf feuchtem, lehmigem Untergrund. Trotz der schön anzusehenden Blüten gehört diese Art nicht zu meinen persönlichen Lieblingen.

Frühlings-Krokus

Der Frühlings-Krokus ist dafür wieder eine wahre Schönheit! Leider ist diese nur von kurzer Dauer, denn die Krokusse verblühen sehr schnell.

Frühlings-Krokus

Frühlings-Krokus

Es gibt unterschiedliche Färbungen der Blüten. Die violette, wie oben im Bild zu sehen, ist eher selten. Die Blätter sind sehr schmal und besitzen einen weißen Mittelstreifen.

Bonus – Seidelbast

Der Seidelbast ist ein kleiner Strauch mit einer graubraunen Rinde. Also keine „Blume“ in dem Sinn. Aber er ist sehr schön und kann dir bei Wanderungen im Salzburger Land durchaus häufiger unterkommen. Mir zum Beispiel auf dem Weg zum Nockstein.

Seidelbast

Seidelbast

Das Bild ist eher aus „künstlerischer“, fotografischer Sicht entstanden, und nicht, um die Pflanze möglichst gut erkennen zu können. Bitte um Nachsicht :). Ich wollte diesen kleinen Strauch dann aber doch zeigen, weil er wirklich sehr schöne, kleine rosa Blüten hat.

Seidelbast – ein Gewinnerstrauch!

Bei einer Fotoparade von Liane, der ReiseEule, wurde mein Bild vom Seidelbast unter 13 teilnehmenden Seiten doch glatt zum Gold-Gewinner erkoren.

„Horst von Austria Insiderinfo hat mich mit dem Foto des zarten Seidelbast überzeugt und das, obwohl rosa eigentlich gar nicht meine Farbe ist.“

Noch mehr Blumen

Nachdem dieser Artikel bei meinen Lesern sehr gut ankommt, habe ich einen weiteren Artikel zu Blumen, die du kennen solltest, geschrieben. Solltest du also gar alle Blumen dieses Artikels kennen oder die ein oder andere bekannte Blume vermisst haben, so dürfte dich 7 Wiesenblumen die du kennen solltest ebenfalls interessieren.

Buchtipp

Wer gerne unterwegs oder spätestens zu Hause auf einem Foto auch noch viele weitere Pflanzen bestimmen will, sollte über die Anschaffung eines Pflanzenführers Werbung nachdenken.

Wenn der Schnee langsam verschwindet und die ersten Blüten am Wegesrand auftauchen, dann gibt es zumindest 7 Frühlingsblumen, die du kennen solltest.