Kochen fürs Klima ist ein Kochbuch. Denkt man zumindest, wenn man nur den Titel liest. Aber dieses neue Buch vom Spezialist für Nachhaltigkeit, namentlich Christoph Schulz und Co-Autor Julian Hölzer, ist sehr viel mehr als nur ein Kochbuch.

Kochen fürs Klima ist eine Art genussvolle Anleitung zur Nachhaltigkeit in Bezug auf deine Ernährung. Denn sich umweltbewusster zu ernähren heißt nicht nur Verzicht, sondern auch, Neues zu entdecken.

Anmerkung: mir wurde das Buch „Kochen fürs Klima“ von Christoph Schulz, dem Autor, als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Den nachfolgenden Artikel hat das selbstverständlich nicht beeinflusst – es gab keinerlei Vorgaben oder Wünsche seitens des Verlages oder des Autors.

Unseren Planeten durchbraten

Im Vorwort geizen die Autoren nicht mit Wortspielen. Und ich liebe Wortspiele! Vor allem dann, wenn sie wie hier sehr geschickt eingesetzt werden.

Dass unser Planet demnächst durchgebraten sein wird, wenn wir unsere Ernährungsgewohnheiten nicht ändern, ist eines davon. Denn dass unsere Ernährung eine sehr große Auswirkung auf das Klima hat, ist unbestritten. Das beginnt bei Monokulturen zum Anbau von Tierfutter, geht über Massentierhaltung und Transport bis zur Verpackung.

Und so sensibilisiert das Buch von Beginn an für unsere Verantwortung, die wir auch im Rahmen der Ernährung haben. Ohne erhobenen Zeigefinger, aber doch auch mit dem notwendigen Nachdruck. Du nimmst täglich 3 Mahlzeiten zu dir und hast somit täglich 3 Chancen, Teil der Lösung und nicht Teil des Problems zu sein.

Treibhausgas-Emissionen

Als Beispiel will ich hier das allbekannte Thema Treibhausgas anführen.

Der Ernährungssektor ist in Europa für 40 % der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich, 15 % der weltweit von Menschen verursachten Treibhausgase sind allein auf die Viehwirtschaft zurückzuführen.

1 kg Rindfleisch aus Brasilien verursacht so viel CO2 wie eine 1.600 km lange Autofahrt, Rindfleisch aus Mitteleuropa liegt bei 111 km.

Und ganz schlimm: sehr viele dieser Treibhausgase werden völlig umsonst erzeugt, weil Lebensmittel in den Müll geworfen werden. In Deutschland waren das 2020 satte 48 Millionen Tonnen.

Persönliches Klimabudget

Dass wir Mitteleuropäer ca. 3 Erden (über 7,5 Tonnen CO2) verbrauchen, habe ich im Artikel Die Welt sollen anderen retten schon erläutert. Wir verbrauchen weit mehr, als die Erde auf Dauer verkraften kann.

Wenn jeder derzeit lebende Mensch auf der Erde das gleiche Klimabudget haben sollte, dürften wir nur 2,3 Tonnen CO2 verbrauchen. Für einen Deutschen (und wohl auch Österreicher – wir sind uns da sehr ähnlich) fallen alleine schon für die Ernährung 1,43 Tonnen an. Hier herrscht also ganz klar Handlungsbedarf.

Weitere Probleme beim Thema Ernährung

Neben den Treibhausgas-Emissionen werden dann noch die Abholzung der Wälder, Ressourcenverbrauch, Welthunger, Umweltverschmutzung, Artensterben, Massentierhaltung und letztlich unsere eigene Gesundheit angeführt. Immer sachlich mit Zahlen untermauert und der Angabe der entsprechenden Quelle der Zahlen.

Regional vs. global -Kochen fürs Klima
Regional vs. global

Anschauliche Grafiken und Übersichten zeigen auf, wo die Probleme liegen – und damit auch gleichzeitig, wo man ansetzen kann.

Kochen fürs Klima – die Rezepte

In Summe macht der Informations-Teil des Buches in etwa die Hälfte aus, die andere Hälfte ist dann den Rezepten gewidmet.

60 Rezepte sind es, die deinen Gaumen erfreuen können aber vor allem auch der Inspiration dienen können. Witzig finde ich, dass bei jedem Rezept der CO2-Ausstoß angeführt ist.

Während durchschnittliche Gerichte für ca. 1.500 g CO2 verantwortlich sind, liegt dieser bei den Rezepten im Buch zwischen ca. 150 und 500 Gramm. Das schmeckt mir! Ob es die Gerichte im Buch auch tun werden, kann ich dir an dieser Stelle noch nicht sagen. Aber das ein oder andere ist ganz bestimmt dabei.

Letzte Aktualisierung 23.04.2021 / Affiliate Links / Bilder Amazon Product Advertising API