Es ist gar nicht so einfach, Vögel zu bestimmen und das Sprichwort „Aller Anfang ist schwer!“ trifft hier absolut zu! Auch wenn ich zu Beginn (ganz kurz) anderer Meinung war.

Im April 2020 (COVID-19 aka Corona lässt grüßen) habe ich damit begonnen, mich etwas näher mit unseren gefiederten Freunden auseinanderzusetzen, indem ich die Vögel in meinem Garten und jene die über unserem Haus kreisen, fotografisch festzuhalten. Und danach zu bestimmen. Oder das zu versuchen.

Ein Artikel für all jene, die gerade in das Thema einsteigen. Experten werden möglicherweise den Kopf schütteln, über so viel Unwissen. Oder an ihre Anfangstage zurückdenken ;-) .

Vögel bestimmen – das ist soooo easy!

So dachte ich am Anfang zumindest. Bis ich das erste Bild eines Greifvogels vor mir hatte und dann feststellen musste, dass die Bestimmung mit Hilfe eines Tierführers mit den wichtigsten Vögeln für einen Einsteiger alles andere als einfach ist.

Auch das Internet mit seiner Bildersuche ist dazu zumeist viel zu ungenau. Erst wenn man einen fundierten Verdacht hat, welch Vogel das sein könnte, kann man dann gezielt danach suchen und weiter recherchieren.

Greifvogel = Rotmilan

Über unserem Tal fliegen täglich Greifvögel, um hier zu jagen. Ich nannte sie allesamt Rotmilan (siehe Artikel-Bild).

Grund: im Kampf gegen die 380kV Leitung über dem Nockstein wurde von Tierschützern auf den Rotmilan hingewiesen, der dort brüten soll. Eins und Eins zusammengezählt: na klar fliegt der dann bei uns zum Jagen durch, ist ja quasi vor seiner Haustür! Kurzer Gegencheck mit der Wikipedia. Jupp, das muss einer sein!

Bis ich mit meinem Wissen glaubte, prahlen zu müssen. Schließlich kennt so einen Rotmilan nicht jeder und so fühlte ich mich fast schon wie ein Spezialist für Greifvögel. Zumindest mir war ein Milan früher völlig unbekannt.

Bis mein Nachbar den Rotmilan Mäusebussard genannt hat. Pffft. Anfänger. Mäusebussard? Das ist ein Rotmilan – den kann man gut am gespaltenen Schwanz erkennen!

Nachdem ich mir das Bild, welches ich vom vermeintlichen Rotmilan geschossen hatte, dann etwas näher angesehen habe, bin ich doch etwas unsicher geworden. So gespalten ist dessen Schwanz nicht. Also eigentlich ist er das gar nicht! Bild getwittert und nachgefragt: „Nein, also ein Rotmilan ist das sicher nicht – viele eher ein Mäusebussard!“.

Mäusebussard

Mäusebussard

Urgs. Wie peinlich, Mister Greifvogel-Spezialist!

Vögel bestimmen – aller Anfang ist schwer!

Seitdem weiß ich: Vorsicht, da gibt es Unterschiede, die mein ungeschultes Auge gepaart mit fast Null Wissen nicht einmal wahrnimmt. Weil ich gar nicht so wirklich wusste (*räusper* – wohl immer noch nicht wirklich weiß), auf welche Merkmale man achten sollte, um Vögel zu bestimmen. Körperbau, Größe des Kopfes, Schnabel, Farbe und Muster des Federkleides, um nur einige zu nennen.

Sommer / Winter und Jung / Alt

Erschwerend hinzu kommt noch: viele Vögel tragen ein Sommer- und Winterkleid, sehen in ihrer Jugend anders aus als im Alter und auch Männchen und Weibchen unterscheiden sich teilweise ganz massiv.

Wenn du also eine Fotografie eines Vogels vor dir hast, und dann meinst, du könntest ein vergleichbares Bild in einem allgemeinen Tierführer finden, dann irrst du ganz gewaltig! Es gleicht eher einem Zufall, dass das zutrifft. Dazu sind solche Tierführer viel zu allgemein gehalten. Zumindest jener, den ich mein eigen nenne.

Mit einem dedizierten Vogelführer bist du sicher besser unterwegs! Tipps dazu am Ende des Artikels!

Auweh – ich weiß ja gar nichts (mehr)!

Nach meinen ersten Gehversuchen musste ich peinlicherweise feststellen, dass ich so gut wie alles vergessen habe, was ich mir an ohnehin sehr dürftigem Vogelwissen in meiner Jugendzeit einmal angeeignet hatte. Selbst bei einem Spatz war/bin ich unsicher. Und den sollte man zumindest bei uns in der Gegend auf jeden Fall kennen!

Vogel bestimmen - Spatz / Weibchen

Spatz (Weibchen) beim Nestbau

Vogel bestimmen - Spatz / Sperling

Spatz (Männchen)

Ja, das Männchen und das Weibchen sehen für mich aus, wie zwei völlig unterschiedliche Vögel. Dabei sind aber beides Spatzen. Einmal ein Weibchen und einmal ein Männchen. In meinem Tierführer waren zwar beide abgebildet, aber das Männchen war dort sehr viel grauer. Und schon war ich wieder unsicher.

Das Federkleid allein darf also – wie oben schon erwähnt – nicht das alleinige Merkmal sein, welches man heranzieht, um einen Vogel zu bestimmen.

Ich stehe noch ganz am Anfang, habe mir aber vorgenommen, mich nach und nach in das Thema Vogel-Bestimmung einzuarbeiten. Zumindest jene Vögel will ich wie aus der Hüfte geschossen erkennen können, die zu mir in den Garten kommen oder über unserem Tal kreisen.

Buchtipp zum Schluss

Bücher sollen mir auf dem Weg zum echten Vogel-Experten (boah, ich Angeber) helfen. Oder zumindest auf dem Weg zu jemanden, der die meisten der Vogel, die vor der eigenen Haustür ihr Unwesen treiben, erkennen kann.

Folgende Bücher habe ich mir zugelegt:

In ein bis zwei Jahren weiß ich hoffentlich sehr viel mehr und kann einen Mäusebussard auf den ersten Blick von einem Rotmilan unterscheiden ;-) .

Es ist gar nicht so einfach, Vögel zu bestimmen und das Sprichwort "Aller Anfang ist schwer!" trifft hier absolut zu! Ein Artikel für Einsteiger.