Dieser Artikel ist Teil 2 unserer erlebnisreichen Wanderwoche im Hotel Gratz im Großarltal. Hätte ich all das, was wir in dieser Woche erlebt haben, in einem einzigen Artikel verpackt, wäre dieser einfach viel zu lang geworden. Solltest du den ersten Artikel zur Wanderwoche versäumt haben, dann solltest du diesen idealerweise jetzt lesen: Eine erlebnisreiche Woche im Wanderhotel Gratz.

Am Ende der beiden Artikel wirst du mit Garantie um einiges schlauer sein, denn du findest in diesen auch viel Wissenswertes, was wir während unserer Wanderungen gelernt haben.

Anmerkung / Transparenz: meine Frau und ich wurden vom Wanderhotel Hotel Gratz in Großarl zu einer Woche Almsommer-Wanderpauschale eingeladen. Für die Anreise und weitere Kosten sind wir selbst aufgekommen. An der Qualität und den Aussagen innerhalb der Artikel ändert sich dadurch selbstverständlich nichts. Es gab keinerlei Vorgaben des Hotels zum Inhalt und es ist kein Geld für die Artikel selbst geflossen.

Gala-Dinner mit Prosecco-Empfang

Am Abend des ersten gemeinsamen Wanderns sammeln sich nach und nach die Leute am Buffet und stehen mit ihren Prosecco-Gläsern in einem immer größer werdenden Kreis im Restaurant.

Moni, die quirlige Kellnerin, scheint alle Namen durchzugehen. Zumindest sieht sie sehr konzentriert jeden einzelnen an, bis sie auf jemanden zugeht und mit ausgestreckter Hand sagt: „Wir kennen uns noch nicht! Servus, i bin de Moni!“.

Das Gala-Dinner ist wirklich spitze und hat den Namen auch verdient. Auch sonst sind wir mit dem Essen sehr zufrieden. Es gibt jeden Tag ein Fleischgericht, ein Fischgericht und ein vegetarisches Menü. Die Portionen sind dabei so ausgelegt, dass man am Ende nach Suppe, Hauptspeise und Nachspeise gut gesättigt ist, aber sich nicht „überfressen“ fühlt. Sepp gefällt es nicht, wenn bei größeren Portionen dann so viel Essen im Müll landet. Wer nicht genug hat, kann natürlich jederzeit einen Nachschlag haben. Das finde ich super!

Nach dem Abendessen werden dann wieder die Touren des nächsten Tages vorgestellt und die Gruppen eingeteilt. Nachdem Christine und ich die einzigen Wanderer in der Gruppe „anspruchsvoll“ wären, schließen wir uns der mittleren Gruppe an. Auch wenn Sepp bekräftigt, dass wir auch nur zu Zweit in der Gruppe gehen könnten und er gerne Leo fragt, damit er mit uns geht.

Kreuzeck über Karteisalm mit Sepp

Bis zur Karteisalm (unbewirtschaftet)

Unsere Gruppe ist heute etwas größer, wir zählen mit Christine und mir 10 Leute und einen Hund namens Greta. Darunter auch 3 Kids. Im Gegensatz zu gestern geht es ein wenig gemütlicher ans Werk. Mich als enthusiastischen Fotografen freut das natürlich, denn so bleibt mehr Zeit für das Ablichten der genialen Landschaft. Sogar ein Objektiv-Wechsel ist heute drinnen.

Aber auch wenn es etwas gemütlicher hergeht als gestern in der anspruchsvollen Gruppe, werden es am Ende 1.150 Höhenmeter sein, die wir zu bewältigen haben.

Draugstein und Draugsteinalm – da wäre die anspruchsvolle Tour entlang gegangen

Von Beginn an unterhält Sepp die beiden Jungs. Grob gesagt heißt das Spiel „Falle stellen“ für die hinter uns liegende Gruppe mit Maria, die uns auf keinen Fall einholen dürfen. Schließlich ist das auch die „Krabbelgruppe“. Es werden Pfeile in den Boden geritzt oder mit Holz ausgelegt, was vor allem dem kleinen Leonhard (6 Jahre, wenn ich mich nicht irre) ungemein viel Spaß macht. Und so kommen die jungen Wanderer kaum dazu, darüber nachzudenken, dass die Tour auch anstrengend sein könnte.

An der Karteisalm – die Verfolgergruppe mit Maria links im Bild

Sepp treibt auch so immer wieder Scherze, was Leonhard immer öfter dazu bewegt, zu sagen: „Sepp, liag ned schu wieder!“. Auch dann, wenn Sepp ernst gemeinte und interessante Infos zu Gestein und Wald liefert.

Zum Beispiel über das relativ weiche Schiefergestein, auf dem ganze Hänge ins Rutschen kommen können. Oder auf die Bäume, die aufgrund des langsam rutschenden Untergrundes gebogen sind, weil sich ihre Wipfel in die Sonne drehen. Als „Solo-Wanderer“ würde ich mich über solch gebogene Bäume bestenfalls wundern, jetzt kenne ich nun den Grund dafür.

Weiter bis zum Karteistörl

So zwirbeln wir uns immer weiter hinauf. An einem der Wegweiser erklärt uns Sepp, warum an manchen Wegweisern Stacheldraht angebracht ist: Kühe scheuern sich nämlich gerne an den Wegweisern und dabei verdrehen sie diese dann manchmal auch. Nicht gut für Wanderer! Der Stacheldraht verhindert dieses verdrehen, weil sich die Kühe dann nicht mehr daran scheuern.

Während die Verfolgergruppe rund um Maria unterhalb des Schattleitenkopfes direkt die Glettnalm ansteuert, geht es für uns hinauf zum Karteistörl. Der Ausblick auf den Tappenkarsee ist dann einfach nur als atemberaubend zu bezeichnen. Selbst die zwei Jungs sind begeistert von diesem Anblick, obwohl Landschaft an sich bekanntermaßen jüngere Kinder nur selten begeistern kann.

Blick zum Tappenkarsee – 2 wanderfreudige Jungs

Hinunter zur Glettnalm (auch Kletten-Alm)

Nachdem wir vom Gipfel des Kreuzecks aufgrund von zu vielem „Flug-Zeugs“ schnell wieder verschwinden, geht es dann hinunter zur Glettnalm. Sehr motivierend: diese ist schon vom Gipfel des Kreuzecks zu sehen. Viele Heidelbeeren säumen den Weg, was so manchen kurzen Stopp nahezu erzwingt. So lässt es sich leben!

An der bewirtschafteten Glettnalm lassen wir es und gutgehen, bevor wir zurück zum Ausgangspunkt aufbrechen.

Am Rückweg kommen wir auch an einer Wildfutterstelle hinter einem Zaun vorbei. Auffällig: der Zaun hat an einer Stelle eine etwas breitere Lücke zwischen den Zaunlatten. Sepp erklärt uns, dass diese Lücke dazu dient, Rotwild wie Rehe durchzulassen, größere Tiere wie Hirsche aber auszusperren. Sinn dahinter: die großen Tiere sollten den kleineren nicht alles wegfressen! Natürlich müssen deswegen aber nicht die größeren Waldbewohner verhungern, denn für diese gibt es etwas weiter oben eine eigene Futterstelle.

Romantik-Pauschale

Am Abend zur Vorstellung der Tour des nächsten Tages setzen wir uns zu zwei jüngeren Pärchen. Petra mit frisch angetrautem Ehemann (Name vergessen – Moni, hilf mir!) sowie den beiden Sachsen Lisa und Markus. Sie haben die sogenannte Romantik-Pauschale gebucht, bei der man einen Tag auf einer urigen Alm (Weiß-Alm) verbringt. Die Weiß-Alm ist 400 Jahre alt. In der für damals typischen Rauchkuchl hängt ihren Erzählungen nach ein großer Kupferkessel und viele Relikte aus früheren Zeiten. Beide Pärchen fanden die Hütte spitze.

Während Lisa und Markus bei der morgigen Sonnenaufgangs-Wanderung sofort dabei sind, bedarf es bei Petra ein wenig Überredungskunst, bis sie sich ebenfalls entschließt, doch auch bei den Frühaufstehern dabei sein zu wollen.

Sonnenaufgangs-Wanderung am Schuhflicker

Den Hahn erwürgen

Um 4:30 läutet der Wecker, denn um 4:45 ist schon Treffpunkt am Parkplatz des Hotels. Zähneputzen und in die am Abend vorbereiten Klamotten springen, gepackten Rucksack schnappen und die vom Wanderhotel vorbereiteten Jausenbrote abholen. Eines der Pärchen, welches wir am Vorabend kennengelernt haben (ich sage jetzt nicht, welches), kommt um 3 Minuten zu spät. Aber genau richtig, um das 5 Minuten verspätete Taxi zu erwischen. Finde ich cool, dass man für uns ein Taxi organisiert hat, denn die Schotterstraße auf die Aualm ist bei Nacht wohl nicht eines jeden Sache.

Bis zur Aualm – ja, da waren wir schon am Sonntag, als wir alleine auf den Schuhflicker gegangen sind – sind ca. 20 Minuten zu fahren. Während der letzten 5 Minuten beginnt ein Hahn zu krähen. Aus einem Rucksack heraus. Dutzende Male. Als er gar nicht mehr aufhört, greife ich mir den Rucksack (ich sitze in der letzten Reihe des Taxis) und frage, wem denn dieser Hahn da gehört. Er solle ihn bitte erwürgen oder sonst irgendwie zum Schweigen bringen. Der Handy-Besitzer meldet sich und stellt den Wecker ab.

Zum Liechtensteinkopf

Im Halbdunkel marschieren wir los – in einer Gruppe von 10 Leuten. Unser Guide lässt sich heute viel Zeit, denn die Sonnenaufgangstour ist als Genusswanderung ausgelegt, damit auch die etwas langsameren Wanderer die Tour mitgehen und genießen können.

Am Schuhflicker / Liechtensteinkopf – vor Sonnenaufgang

Das ist mir sehr recht, denn so kann ich auch heute wieder problemlos zum Fotografieren stehen bleiben. Oder ein paar Meter vorausgehen, um von weiter vorne aus in aller Ruhe herrlich gerötete Rechtecke aus der Landschaft zu stanzen. Wir haben großes Glück, dass genau zum Sonnenaufgang der Horizont völlig wolkenfrei ist, während sich darüber immer dichtere Schleierwolken bilden.

Auch hier muss ich klar feststellen: so eine Tour würde man ohne Guide nicht gehen! Zumindest nicht in einem Gebiet, in dem man vorher noch nie wandern war. Zum einen kennt man das Gelände und damit dessen Gefahren zu wenig, zum anderen muss man auch eine gute Orientierung besitzen, um zu wissen, wo die Sonne aufgeht und von welcher Position aus das dann auch wirklich gut aussieht.

Unser Sonnenaufgang auf dem Liechtensteinkopf am Weg zum Schuhflicker ist dann auch wirklich spektakulär!

Liechtensteinkopf Sonnenaufgang

Liechtensteinkopf Sonnenaufgang

Da uns das Taxi erst relativ spät am Zielpunkt der Tour – einem Modellflieger-Landeplatz in der Nähe des Fulseckes – abholt, haben wir viel Zeit zum Plaudern mit den anderen Teilnehmern. Und so vergeht die Wartezeit dann auch recht schnell.

3 Genießermomente am Nachmittag

Nachmittagskaffee mit Kuchen

Am Nachmittag gibt es für Gäste mit Wanderpauschale auch Kaffee und Kuchen. Heute gibt es Apfelstrudel. Nicht ganz so süß, wie ich ihn sonst kenne, sondern angenehm wenig gezuckert und leicht säuerlich. Perfekt für mich, aber auch den anderen scheint der erfrischende und eher unverfälschte Geschmack nach Äpfeln zu schmecken!

Massage

Im Haus werden Montag und Mittwoch auch Massagen angeboten. An diesen beiden Tagen kommt eine Heilmasseurin ins Haus – eine Schwester von Sepp. Ein echter Familienbetrieb eben, was das Hotel auch so unheimlich sympathisch macht. Normalerweise sollte man sich zumindest 2 Tage vorher anmelden, wir haben das verabsäumt und uns erst gestern Abend angemeldet. Zum Glück hat das noch geklappt. Sowohl Christine als auch ich haben die einstündige Ganzkörpermassage sehr genossen.

Grillabend

Das letzte Highlight des Tages war dann noch der Grillabend, der in den Sommermonaten einmal pro Woche durchgeführt wird. Dazu wird auf der Terrasse ein großes Grillbuffet aufgebaut – mit allem, was das Herz begehrt. Fisch, Geflügel, Rind- und Schweinefleisch, verschiedene Würstel, Gemüse, Maiskolben und andere Beilagen.

Hier heißt es, sich unter Kontrolle zu halten und nicht alles probieren zu wollen, sonst ist ein Kugelfisch-Bauch mit schlafloser Nacht vorprogrammiert!

Sonntagskogel mit Sepp – wandern im Regen

Wir schließen uns erneut der mittleren Gruppe an, der Unterschied zur anspruchsvollen Gruppe (wären wieder nur meine Frau und ich gewesen) ist nicht allzu groß. Zudem ist es uns nach ein paar Tagen Wandern in den Füßen auch ganz recht, wieder in einem gemütlicheren Tempo zu gehen.

Bis zum Speicherteich

Die Tour startet sehr gemütlich bei einem Parkplatz am Egggraben, geht dann aber kurz auch einmal sehr steil bergauf durch den Wald. Sepp erzählt uns etwas zu Borkenkäfern, die bis zu 3 Generationen in einem Sommer hervorbringen können und so große Schäden im Wald anrichten können. Vor allem dort, wo viel Totholz durch umgestürzte Bäume am Boden zu finden ist, wie nach so einem schneereichen Winter wie im letzten Jahr. Die Waldbesitzer haben es teilweise einfach nicht geschafft, die vielen umgestürzten Bäume aufzuarbeiten.

Wir kommen auch an einem Speicherteich vorbei. Schwimmen strengstens verboten! Grund: durch den hinzugefügten Sauerstoff, damit das Wasser nicht so schnell einfriert, hat man viel zu wenig Auftrieb und würde untergehen wie ein Stein. Am Rand des Teiches fallen so komische kreisrunde Metallteile auf, die sich im Boden befinden. Diese dienen der Vermessung des Speicherteiches, welche alle paar Monate verpflichtend durchgeführt werden muss. Denn diese Teiche sind in der Regel ja aufgeschüttet und könnten im Fall eines Bruches zu großem Schaden führen.

Spiegelung am Speicherteich

Eine nette Story auch jene, wo man bei der Reparatur eines solchen Speicherteiches die Auflage bekommen hat, alle darin befindlichen Lurche in den weiter oben befindlichen Teich bringen zu müssen. Das war mit viel Aufwand verbunden, den die Tierchen aber nicht wirklich gewürdigt haben. Das Wasser war ihnen nämlich zu kalt und so haben sie den Teich sehr schnell wieder verlassen.

Über den Sonntagskogel zur Maurachalm

Wir steigen bis zum Gipfel des Sonntagskogels hinauf. Der Himmel wird zusehends dunkler und das Donnern im Hintergrund kommt langsam immer näher. Und so kommt es, wie es kommen muss: beim Abstieg zur Maurachalm beginnt es zu regnen. Wir bleiben dann knapp eine Stunde in der Hütte, wo mit Zither und Zugin (Ziehharmonika) aufgespielt wird, bevor wir im Regen zurück zum Parkplatz gehen.

Bilder zu dieser Tour findest du übrigens auf der Webseite des Hotels – die gesamte Gruppe in Regenklamotten (mit mir ganz rechts vorne in Blau). Jeden Abend werden dort die Bilder zu allen Touren des Tages hochgeladen. Ein cooler Service samt Download-Link zum Tages-Archiv, damit man Zuhause problemlos alle Bilder der Tour mit einem Klick herunterladen kann.

Eine weitere Tour ohne Guide – Almrunde

Gewandert wird in der Gruppe an 4 Tagen der Woche. Freitag wäre ein Ausweichtag, falls das Wetter an einem der anderen Tage zu schlecht wäre. Bei uns hat das diese Woche ja sehr gut geklappt mit dem Wetter und so haben wir heute quasi „frei“. Herumliegen wollen wir natürlich nicht und so gehen wir nach einem Tipp von Sepp noch eine kleine Almrunde.

Erstes Ziel – die Weiß-Alm

Es geht über drei Almen: die urige Weiß-Alm (du erinnerst dich, diese Romantik-Geschichte mit der 400 Jahre alten Hütte mit dem großen Kupferkessel in der Rauchkuchl), die Loosbühelalm und falls das Wetter noch hält am Ende noch die Filzmoosalm.

Gleich zu Beginn muss Christine etwas „leiden“: mangels Wandergruppe wird fotografiert, was das Zeug hält. Eine unglaubliche Schwammerl-Dichte hat es mir angetan! So viele Pilze habe ich noch nie in meinem Leben an einer Stelle gesehen.

Während ich so für mich hinfotografiere kommt Michael (einer der vielen netten Leute, die wir in dieser Woche kennenlernen durften) voll bepackt wie ein nepalesischer Packesel den Weg herauf. Er wird diese Nacht mit seiner Frau im Rahmen der Romantik-Geschichte gleich zwei Nächte auf der Weiß-Alm verbringen. Und da wollte er keinesfalls auch nur eines seiner Objektive im Tal lassen. Da kann ich ihn sehr gut verstehen!

Wir gehen es weiterhin sehr gemütlich an, bleiben an der Weiß-Alm ein wenig sitzen, nachdem wir uns den großen Kupferkessel und die Rauchkuchl näher angesehen haben. Genießen einen Kaffee mit hausgemachter Mehlspeise und wandern zur Loosbühelalm weiter.

Weiß-Alm, Kupferkessel

Weiß-Alm, Romantik pur für Verliebte

Hinüber zur Loosbühelalm

Der Weg wird etwas breiter. Christine ist irgendwie langweilig mit mir so ganz alleine. Zumindest meint sie, dass man sich bei diesem Weg sehr gut mit den anderen unterhalten könnte und dass ihr das schon sehr gut gefallen hat in der Gruppe. Hmpfl. So ist das wohl nach 27 Jahren in einer Beziehung.

Aber sie hat schon recht: auch wenn hin- und wieder die Ruhe vor allem in den Bergen ein Genuss ist – zumindest ich kann das schon sehr genießen – hat die Unterhaltung mit den anderen die Touren schon auch sehr kurzweilig gestaltet. Am Ende haben wir bestimmt über 20 Leute etwas näher kennen und schätzen gelernt.

Weiter zur Filzmoosalm

Wie auch immer. Obwohl es leicht zu tröpfeln beginnt, beschließen wir, dass wir auch die Filzmoosalm noch ansteuern wollen. Irgendwie haben wir heute noch nicht genug. Der Weg führt wunderschön durch den Wald und wir bleiben immer wieder bei Himbeersträuchern stehen. Der Regen bleibt zum Glück aus und so machen wir auch an der Filzmoosalm noch einen etwas längeren Halt, bevor es zurück zum Ausgangspunkt geht.

Die letzten Schritte in Wanderschuhen einer wirklich genialen Woche im Großarltal …

Weitere Infos zum Hotel Gratz

Spieleraum für Kids  & Wellnessbereich

Beide Räume haben wir nicht genutzt, auch wenn sie für die jeweilige Zielgruppe wirklich sehr liebevoll gestaltet sind. Am Tag unserer Abreise bin ich in aller Früh in den Keller, um die Räume für dich ablichten zu können.

Besonderer Service für Modell- Segelflieger

Einen ganz besonderen Service bietet das Hotel für Modellflieger. Neben insgesamt 5 Start- und Landeplätzen für alle möglichen Windverhältnisse (Nummer 6 ist in Planung) gibt es im Keller auch eine eigene Reparatur-Werkstatt. Ja, hin- und wieder kommen die Dinger etwas unkontrollierter am Boden an, als geplant. Und so wird dann öfter einmal gemeinsam im Keller wieder zusammengeschraubt und geklebt, was sich in ungeplanter Weise entzweit hat.

Auch ein eigener Anhänger wird geboten, damit die Modellflieger mit bis zu über 7 Meter Spannweite gemeinsam mit einem Taxi zu den Landeplätzen gebracht werden können.

Maria’s Keramikshop

Wer sich im Hotel etwas näher umsieht, dem werden die schönen Keramiken auffallen, die an nahezu jeder Ecke im Haus zu finden sind. Auch einen Schaukasten gibt es gleich neben dem Eingang. All diese Keramiken und sehr viele mehr hat Maria, die Chefin des Hauses erstellt. Frag‘ Maria ruhig, sie zeigt dir sehr gerne ihr Lager im Keller mit allen Kunstwerken, die sie in den letzten Jahren im Ausgleich zur Arbeit angefertigt hat.

Die Chefin des Hauses ist ein wahre Künstlerin – die „Kugel“ in meinem Garten

Wie haben auch zur Freude von Sepp („wieder mehr Platz im Lager“) gleich ein paar der Teile ins Auto packen „müssen“.

Berg-Gesund

Berg-Gesund erweitert das Freizeitangebot des Hotels zum Beispiel durch eine kostenlose Yoga-Wanderung oder Eisklettern im Winter. Wir haben keines der Angebote wahrgenommen, wir waren doch lieber in den Bergen wandern. Vielleicht ja beim nächsten Mal.

5% für Frühbucher

Ein besonderes Angebot für Frühbucher gibt es auch: 5% Preisermäßigung, wenn du deinen Wanderurlaub schon 6 Monate im Vorhinein buchst! Und tue mir bitte einen Gefallen: bestelle Sepp und Maria ganz liebe Grüße von mir!

Mein Fazit

Zu Beginn war ich mir nicht sicher, wie sehr mir geführte Touren mit einer Gruppe gefallen. Zumal ich in den Bergen sehr gerne die Ruhe genieße, vor allem aber zu gerne fotografiere. Und da will ich dann stehen bleiben, wo und solange ich will, ohne das Gefühl haben zu müssen, andere damit aufzuhalten und zwangsweise früher oder später damit zu nerven.

Auf der anderen Seite habe ich in dieser Woche so viel über die Natur sowie Land und Leute gelernt, wie in den letzten Jahren nicht. Auch die Unterhaltung und das Kennenlernen der Mitwanderer habe ich (haben wir) sehr genossen. Und dass ich mich vor Ort und während einer Tour wirklich um Nichts kümmern muss. Kein Blick auf GPS oder Karte bei Weggabelungen – einfach nur wandern und die Natur genießen.

Die authentische Freundlichkeit von Maria, Sepp und Leo, bei denen man einfach spürt, dass sie ihre Arbeit sehr gerne machen und Gäste wirklich noch wie Gäste und nicht wie Nummern behandeln. Die bewusst die Nähe suchen, ohne aufdringlich zu wirken.

Eines ist für uns fix: sollten wie jemals wieder ins Großarltal fahren (und das werden wir definitiv), dann werden wir Sepp und Maria aufsuchen. Wäre schön, wenn uns dann auch die quirlige Moni wieder mit ihrem breiten und verschmitzten Grinsen begrüßen würde.

Die Erlebnisse und Erfahrungen einer Woche Wanderhotel Gratz in Großarl haben nicht in einem Artikel Platz gefunden, deshalb hier nun Teil zwei.