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Wie auch schon in den letzten Artikeln zur Packliste mit Mehrwert findest Du auch in diesem letzten Teil keine reine Aufzählung von Gegenständen, sondern ergänzende Infos und Gedanken, warum ich welche Artikel mitnehmen will. Man will es kaum glauben, aber auch bei Toilette-Artikeln kann man einiges an Gewicht sparen.

Toiletteartikel

Zahnpflege

Normale Zahnbürste oder elektrische Zahnbürste – das ist hier die Frage. Auch wenn ich ein Fan meiner elektrischen Zahnbürste bin, die wird definitiv Zuhause bleiben! Denn samt Ladeadapter wiegt die elektrische Variante 300 g, die Hand-Zahnbürste nur 12 g. Dieses mehr an Gewicht ist mir der Komfort nicht wert.

Zahnpasta braucht man, aber die Tube muss nicht voll sein! So kannst du im Vorfeld schon etwas genauer deinen Verbrauch beobachten und dann eine Tube mitnehmen, die gerade einmal so voll ist, dass du über die geplante Länge deiner Tour das Auslangen findest. So nimmst du auch hier statt 100 g möglicherweise nur das halbe Gewicht mit.

Körper- und Haarpflege

Haarseife und  Duschseife sind nicht nur in Bezug auf Nachhaltigkeit die bessere Variante. Seife kann nicht ausfließen und so ist sie auch einfacher in den Rucksack zu packen, also irgendwelche Duschgels oder Haar-Shampoos. Wie bei der Zahnpasta kannst du auch bei Dusch- und Haarseife zusätzlich Gewicht sparen, indem du keine neuen mitnimmst, sondern zum Teil gebrauchte. Dusch- und Haarseife kommen dann in eine Seifenschale – natürlich auch möglichst leicht. Noch leichter: Seife(n) in kleines Plastik-Sackerl, wie sie bei vielen Kleingeräten anfallen, dann kann auch die Seifenschale zuhause bleiben. Auch hier sind schnell einmal über 100 g an Gewicht gespart.

Ob es Dusch- UND Haarseife braucht? Haare schön kurz halten (okay, der Tipp klappt besser bei Männern), dann reichen wohl ein oder 2 ganz normale,  kleine „Hotelseifen“ zu je 11 g.

Zum Abtrocknen empfehle ich dir Mikrofaserhandtücher Werbung. In der Größe 30×50 cm wiegen diese gerade einmal 70 Gramm. Die etwas größeren mit 40×80 cm schlagen schon wieder mit 150 g zu Buche und bleiben deshalb Zuhause.

2x Mikrofaserhandtuch zu nur 72 Gramm

2x Mikrofaserhandtuch groß zu 150 Gramm, die kleineren wiegen nur 70g

Statt einer Haarbürste reicht in jedem Fall auch ein Kamm. Braucht viel weniger Platz und ist auch sehr viel leichter. Am Berg oder während einer Wanderung muss niemand einen Schönheitswettbewerb gewinnen. Fanatische Selfie-Liebhaber sollten über ihren Schatten springen und sich ruhig auch einmal authentisch mit einer nicht ganz so perfekten Frisur zeigen 😉 .

Ob man als Mann Rasierzeug mitnehmen soll? Das hängt sicher auch von der Länge der Tour ab. Möglicherweise auch von der Partnerin 😉 . Für mich stellt sich im Rahmen meiner 14-tägigen Weitwanderung die Frage: „Nach 14 Tagen aussehen wie ein alter Yeti, ja oder nein?“. 140 g Nassrasur-Equipment sind der Preis! Oder 60 g wenn ich mir den Rasierpinsel spare und die Creme mit der Hand auftrage. Für eine Art „Notrasur“ reicht das allemal.

Und Taschentücher sollten auch mit! Aber bitte dann nicht einfach in der Landschaft (Saubere Berge) entsorgen! Die brauchen Monate, bis sie sich auflösen!

Schutz vor der Sonne

Sonnenschutz ist unabdingbar und auch Aftersun finde ich für den Fall des Falles sehr wichtig. Auch hier musst du nicht die gesamten Packungen mitnehmen sondern kannst diese in kleinere Tuben eines Reiseflaschen-Sets umfüllen.

Auch eine Sonnenbrille (optisch) sollte nicht fehlen, deine Augen werden es dir danken!

Smartphone & Power

Ob ich erwähnen soll, dass du dein Smartphone mitnehmen sollst? Wohl nicht, oder? Verlasse dich aber nicht darauf, dass du durchgehend Empfang und / oder GPS zur Verfügung hast. Lade dir also zumindest deine Tourdaten offline herunter.

Landkarten mitzunehmen (ja, solche aus Papier) würde ich wegen des Gewichtes eher nicht empfehlen. Zumindest für unsere Weitwanderung von Salzburg nach Innsbruck würden wir in Summe 6 Karten benötigen – was insgesamt satte 600 g an Gewicht ausmachen würde. Fotografiere lieber ein paar Abschnitte Zuhause ab und nimm sie besser als äußerst Gewicht sparende Variante in Form von Fotos mit. Manche Hersteller bieten für ihre Karten Apps zum zusätzlichen Download als Offline-Karten an, was natürlich die noch bessere Variante darstellt.

Wenn du so etwas wie Outdooractive zur Planung deiner Route verwendest, kannst du zumindest in der Pro Version die Route auch für die Offline Verwendung herunterladen.

Bedenke aber, dass dir der Akku des Smartphones sehr schnell ausgehen kann! Zum einen wegen des oft schlechten Empfangs vor allem in den Bergen (Netzsuche saugt Akku), vor allem aber wegen des GPS. Wenn dein Smartphone also dein einziges Hilfsmittel zur Orientierung / Navigation darstellt, dann nimm unbedingt eine Powerbank mit. Achtung: pro 5.000 mAh muss man aktuell mit ca. 100 g Gewicht rechnen. So ist zwar eine 20.000 mAh Powerbank eine äußerst nette Sache, hängt sich aber mit 400 g ins Kreuz.

Ich habe da so ein nettes Solar-Ladeding, welches sich SunnyBag Leaf+ nennt. Hat einen 10.000 mAh Akku, kann aber auch zum direkten Laden des Smartphones verwendet werden. Wiegt in Summe 200 g und stellt so eine gute Alternative zur schweren Mega-Powerbank dar (23.800 mAh mit 400 g), die  man im Gegensatz zum SunnyBAG auf dem Weg nicht laden kann.

Damit du in der Hütte andere beim Ansehen von Videos oder Musik hören nicht störst, vergiss deine Kopfhörer nicht!

Dokumente

Unterwegs solltest du dich natürlich auch ausweisen können. Ein Reisepass oder Personalausweis – je nach Land – muss also mit.

Um für den Worst-Case versichert und gerüstet zu sein solltest du bei einem Alpenverein oder den Naturfreunden Mitglied sein. Mitgliedskarte also nicht vergessen! Es passiert schneller etwas, als du glaubst. Und eine Hubschrauber-Bergung schlägt mit ca. 80-90€ pro Minute zu Buche – das geht schnell in Beträge im mittleren 4-stelligen Tausender-Bereich!

Solltest du einen Allergie-Ausweis haben, auch diesen einpacken (zum Beispiel im Falle einer Allergie gegen bestimmte Antibiotika wichtig). Auch die eCard (für Österreicher) ist sehr wichtig, falls du einmal einen Arzt benötigen solltest.

Kreditkarte und/oder Bankomat-Karte nicht vergessen aber sehr wichtig vor allem in den Bergen: Bargeld! Karten werden dort nur selten angenommen.

Eventuell benötigst du auch einen Führerschein für die An- oder Rückreise deiner Tour oder wenn du an das Ausleihen eines Autos denkst. Idealerweise greifst du aber auf Öffis / den Zug zurück!

Sonstiges

Der Rucksack

Bei mir fällt der Rucksack selbst unter „Sonstiges“, auch wenn ohne ihn so gut wie gar nichts läuft. Ich habe am Ende doch recht spontan meinen über 10 Jahre alten Rucksack durch einen neuen ersetzt.

So richtig praktisch finde ich die Rucksäcke mit umlaufendem Reißverschluss. Dadurch kommt man sehr einfach an den gesamten Inhalt heran, ohne im schlimmsten Fall das ganze Zeug von oben her ausräumen zu müssen. Das Hauptargument war für mich aber das Gewicht. Hat mein alter Rucksack (40l+10) noch 2.650 g gewogen, so wiegt der neue 40l nur 1.450 g.

Und die über 1kg Gewichtsersparnis in Zusammenhang mit dem praktischen Reisverschluss haben mich dann den Ortovox Traverse 40 (ähnlich Ortovox Traverse 38S Werbung) kaufen lassen.

Anderes Sonstiges 😉

Besorge dir eine Trillerpfeife Werbung für den Notfall – denn man weiß ja nie. Nur 12 Gramm die im Notfall dein Leben retten können!

Eine Wäscheleine mit einer verdrillten Leine, damit du deine Kleidung ohne Kleiderhaken aufhängen kannst, ist für längere Bergwanderungen möglicherweise auch eine recht gute Idee. Dazu ein Handwaschmittel, dann kommst du mit viel weniger Kleidung aus und musst auch nicht allzu viel Schmutzwäsche mit dir herumtragen.

Bock auf 30 g Unterhaltung? Dann nimm Würfel mit!

Ich nehme dann auch noch einen Block und Kugelschreiber mit. Zum altmodischen notieren von Reise-Erinnerungen.

Das gilt nur für mich: Austria Insiderinfo Visitenkarten 🙂 .

Die Liste zusammengefasst

  • Toiletteartikel
  • Dokumente
    • Reisepass oder Personalausweis
    • Alpenverein oder Naturfreunde Mitgliedskarte
    • eCard (Österreich)
    • Allergie-Ausweis (optional)
    • Kreditkarte und/oder Bankomatkarte
    • Bargeld (Berghütten akzeptieren oft nur Bargeld)
    • Führerschein (optional)
  • Smartphone & Power
  • Sonstiges

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