Alle reden immer von Nachhaltigkeit und wollen auch, dass alle anderen mitmachen und etwas verändern sollen, wie zum Beispiel deren Reisestil. Nur an sich selbst setzen nur sehr wenige an, denn man habe sich den Flug / die Kreuzfahrt / die Weltreise redlich verdient. Und so oft würde man nun ja auch nicht fliegen, da gibt es viele andere, die das viel öfter tun.

Keine Sorge: dieser Artikel wird jetzt in kein Bashing gegen Vielreisende ausarten. Er soll nur aufzeigen, wie sich meine Art zu Reisen verändert hat beziehungsweise wie ich in Zukunft bevorzugt meine Urlaube verbringen will.

Dieser Artikel ist im Rahmen einer Blogparade entstanden, zu der Sabine von Ferngeweht aufgerufen hat. Weitere Teilnehmer und Sabines Gedanken findest du unter: Blogparade: Wie hat sich mein Reisestil verändert?

Die Fliegerei

Kein Fan vom Fliegen

Als jemand, der kein echter Fan vom Fliegen ist, waren meine Reisen auch in der Vergangenheit schon kaum mit Flugreisen verbunden.

Wenn ich aber alle Flugreisen seit meinem 20 Lebensjahr (also die letzten 33 Jahre) zusammenzähle, kommen am Ende doch so einige zusammen. 2x Berlin, 1x Barcelona, 1x Schweden (mit Leihauto auf die Lofoten), 3x Mallorca, 1x Tunesien, 2x Türkei und 1x Dominikanische Republik. Also 11 Flüge in 33 Jahren, was alle 3 Jahre einen Flug bedeutet.

Laut einer alten Statistik aus dem Jahr 2007 – ich habe leider keine aktuellere gefunden, die sich nur auf Österreicher bezieht – verreist der Österreicher durchschnittlich alle 14 Monate einmal im Flugzeug.

Rein statistisch gesehen gehöre ich also schon jetzt zu den „Braven“ und könnte mich entspannt zurücklehnen und sagen: ich habe meine Schuldigkeit zumindest in Bezug auf Fliegen getan und kann ruhig wieder einmal in den Flieger steigen. Ich habe aber höhere Ansprüche in mich gesetzt. Vor allem, seit ich mich mehr und mehr mit Nachhaltigkeit auseinandersetze.

Kompletter Verzicht auf fliegen als Ziel?

Ich habe offen gesagt keine Ahnung, ob ich das schaffen werde. Aber ich habe mir vor ca. einem Jahr vorgenommen, in Zukunft möglichst gar nicht mehr fliegen zu wollen. Ein beruflich veranlasster Flug wäre dabei eine Ausnahme, bisher war das in 30 Jahren aber erst 2x der Fall.

Fix ist: ich will in jedem Fall noch weniger fliegen als einmal alle drei Jahre. Maximal einmal in 5 Jahren klingt etwas realistischer, als gar nicht mehr.

Bevor wir im letzten Jahr die Entscheidung gefällt haben, zu Fuß von Salzburg nach Innsbruck zu gehen, wollten wir eigentlich zum 4. Mal nach Mallorca zum Wandern fliegen. Die Mischung aus Berg und Meer übt schon auch seinen ganz besonderen Reiz auf mich aus.

Wandern auf Mallorca - Meer und Berge

Wandern auf Mallorca

Aber wie sagt der gelernte Österreicher? „Wenn ich einen See seh‘, brauch‘ ich kein Meer mehr!“

Durch mein Nachhaltigkeits-Bestreben wurde es dann nicht Malle sondern die Weitwanderung und wir (meine Frau und ich) haben es nicht bereut. Es war spitze! Und was will man mehr, als einen Urlaub, an den man sich gerne zurückerinnert und der einem so richtig gut gefallen hat?

Ein Ziel muss nicht immer weit entfernt von Zuhause liegen, um als wertvoll oder überhaupt erst als bereisenswert zu gelten.

In Bezug auf den CO2 Fußabdruck hätte der Flug nach Mallorca mit ca. 500 kg pro Person zu Buche geschlagen, die 230 km mit dem Zug haben 3,7 kg ausgemacht.

Urlaub mit dem PKW

Wenn man mit einem voll besetzten Auto unterwegs ist, so wäre der ökologische Fußabdruck jetzt gar nicht einmal so viel schlechter, als mit einem Zug, der im Fernverkehr durchschnittlich zu 53% ausgelastet ist (Quelle: Verkehrsmittel im Vergleich). Wobei hier in den verschiedenen zu findenden Statistiken die Werte doch recht unterschiedlich ausfallen. Der oben verwendete Fußabdrucksrechner kommt auf einen Faktor von über 2 (7,1 kg bei 5 Personen in einem Auto mit einem Verbrauch von 6 Liter Diesel, 3,2 kg bei 50% Auslastung im Zug).

Allerdings wäre das eine Milchmädchen-Rechnung, denn der Verzicht auf das Auto würde ja bedeuten, dass einfach nur der Zug besser ausgelastet wäre und somit kein zusätzliches CO2 anfallen würde. Und fährt man nur mit einem halb besetzten PKW, so schneidet der eigene PKW ohnehin nicht mehr wirklich gut ab.

Und so will ich in Zukunft auch immer öfter auf den PKW verzichten. Denn PKW Kilometer habe ich während meiner bisher insgesamt 8 Norwegen-Urlaube sehr viele zurückgelegt. Deshalb zahle ich mittlerweile auch bei Urlauben mit dem PKW CO2 Kompensation. So geschehen für meinen letzten Norwegen Urlaub 2018 (CO2 Kompensation – was ist das?).

Mein Urlaub in Zukunft

Weitere Weitwanderungen

Nachdem uns der Wanderurlaub, den wir direkt mit dem Rucksack zu Fuß aus dem eigenen Haus hinaus gestartet haben, so gut gefallen hat, wollen wir etwas in ähnlicher Art recht bald wiederholen. Ideen dazu habe ich schon einige, wie zum Beispiel eine große Seenrunde entlang und oberhalb der herrlichen Seen des Salzkammergutes.

Norwegen mit dem Zug

Weiter auf dem Plan: Norwegen mit dem Zug. Nachdem ich schon 8x mit dem eigenen PKW im Land der Fjorde gewesen bin, warum sollte ich das Land nicht auch einmal aus der Perspektive eines Zugreisenden erleben?

Norwegen – Andalsnes Zugbahnhof

So lerne ich dann wieder ganz andere Orte kennen und auch bereits öfter besuchte Orte von einem ganz anderen Blickwinkel heraus. Und darauf freue ich mich auch schon heute.

Mit dem eBike

Oder – und das ist ganz neu, da ich erst seit Kurzem stolzer Besitzer eines eBikes bin: ich besuche alle 9 Landeshauptstädte Österreichs mit dem Fahrrad! Genau dieses Vorhaben steht nun fix auf dem Plan für 2020. Eine entsprechende, allererste Grobplanung habe ich schon gemacht. Du kannst diese im Artikel 9 Landeshauptstädte und ein eBike nachlesen.

Auf meiner ultimativen 50 Punkte Lebens-Checklist steht das mit dem Kennenlernen aller Bundeshauptstädte ohnehin auch auf dem Plan. Warum also nicht im Rahmen einer ausgedehnten Radtour umsetzen?

Hat sich dein Reisestil in den letzten Jahre auch geändert? Wenn ja – wie und warum? Schreibe es mir gerne in die Kommentare – ich freue mich darüber!

Alle reden immer von Nachhaltigkeit und wollen auch, dass alle anderen mitmachen und etwas verändern sollen, wie zum Beispiel deren Reisestil.