Zuletzt aktualisiert am 4. September 2020 um 12:16

Es gibt sicher mehr als 7 Gefahren für Radfahrer, die hier angeführten sind aber die ersten über die ich nach Anschaffung meines eBikes gestolpert bin. Radfahrer zählen neben den Fußgängern zu den schwächsten Teilnehmern im Straßenverkehr und dementsprechend muss man als Radfahrer besonders vorsichtig sein.

Radfahrer leben gefährlich

Autos, die viel zu knapp ranfahren

Das Hauptproblem für Radfahrer: Autofahrer, die viel zu knapp an Radfahrer heranfahren. Leider ist die Straßenverkehrsordnung hier ziemlich unpräzise. So steht im entsprechenden §15 der StVo:

(4) Beim Überholen ist ein der Verkehrssicherheit und der Fahrgeschwindigkeit entsprechender seitlicher Abstand vom Fahrzeug, das überholt wird, einzuhalten.

Vor allem Lastwagen, die in einem Abstand von weniger als einem Meter an einem Fahrrad vorbeibrettern, stellen eine sehr große Gefahr für dich als Radler dar. Durch den Luftzug kann es das Rad verreißen und im schlimmsten Fall zu einem Sturz führen. Man liest immer wieder von schweren Unfällen zwischen Radfahrern und LKWs. Also bitte, liebe Brummi-Fahrer: etwas mehr Abstand halten! Aber natürlich nicht nur ihr.

Die Radfahr-Lobby setzt sich deshalb für eine Verankerung eines Mindestabstandes von 1,5 m ein.

Müll am Straßenrand oder am Radweg

Es gibt leider immer wieder asoziale Autofahrer, die ihren Müll einfach aus dem Fenster werfen. Oder Fußgänger, die scheinbar zu wenig Energie haben, um ihre leere Dose des Energy-Drinks bis zum nächsten Mülleimer zu tragen.

Wer schon einmal über die Flasche eines „Kleinen Feigling“ gefahren ist, weiß, dass so etwas sehr schnell auch zum Sturz führen kann. Zudem ist man oft auch gezwungen, bei Müll am Straßenrand diesem kurzfristig in Richtung Straßenmitte auszuweichen. In Kombination mit dem Abstandspunkt von oben kann das tödlich enden.

Geflickter Asphalt und Kanalgitter

Vor allem bei uns auf dem Land kommt es häufiger vor, dass der Straßenrand seine besten Jahre schon gesehen hat. Da trifft man auf Flickwerk oder Frostlöcher, die ein Fahren ganz am rechten Rand zur echten Herausforderung machen können.

7 Gefahren für Radfahrer - Geflickter Asphalt

Geflickter Asphalt

Auch schlecht verbaute Kanalgitter stellen vor allem bei höherer Geschwindigkeit eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar. Sollte das ein Mitarbeiter des Straßenbaus lesen – bitte denk‘ an uns Radfahrer und bastle den schönsten Fahrbahnrand, wie du ihn dir nur vorstellen kannst.

Oft gibt es auch ziemlich heftige Schwellen auf Radwegen, die ebenfalls sehr unangenehm werden können. Gerne gesehen an Bushaltestellen. Das ist möglicherweise Absicht, damit der Radler dort langsamer fährt. Das macht ja durchaus auch Sinn, wenn Leute an der Haltestelle stehen, was aber eher selten vorkommt.

Radwege, bei denen man die Fahrbahn-Seite wechseln muss

Manchmal mag es wegen der Grundstücksverhältnisse nicht einfach sein, einen Radweg auf einer Seite der Straße durchzuziehen. Tatsache ist aber auch, dass jeder Wechsel der Fahrbahnseite Stress und vor allem auch Gefahr bedeutet.

Radfahrer behalten gerne ihren Schwung so gut als möglich bei und riskieren bei einem Fahrbahnwechsel dadurch oft mehr, als es gut ist. Klar könnte man da jetzt sagen: „Naja, selber schuld. Man muss schon auch angepasst fahren und nicht wie der letzte Depp!“.

Auf meinem Arbeitsweg gibt es zum Beispiel eine Stelle, da müsste man aus Gründen der Gebotstafel „Radweg“ für 20 Meter (!) auf die linke (!) Straßenseite wechseln. Auf einer sehr stark befahrenen Straße. Hier bringt man Radfahrer wirklich sinnlos in Gefahr. Da ist leider das offensichtliche Motto „Hauptsache der Autoverkehr läuft so flüssig als möglich“ zum Tragen gekommen.

Autofahrer aus Seitenstraße am Radweg

Damit ein Autofahrer, der aus einer Seitenstraße kommt, den Verkehr gut genug sehen kann, muss er weit genug nach vorne fahren. Dabei kommt es häufig vor, dass er dabei auf einem Radweg zu stehen kommt. Ganz besonders unangenehm ist das dann, wenn durch einen angrenzenden Zaun oder ähnliches zusätzlich die Sicht eingeschränkt ist. Für den Radfahrer taucht das Fahrzeug beim nach vorne fahren dann völlig überraschend direkt vor der Nase auf, wodurch ein Aufprall unweigerlich werden kann.

Appell an dich als Autofahrer: bitte fahre im Falle eines Radwegs besonders langsam nach vorne, um einem Radler genügend Zeit zur Reaktion zu geben! Und auch dir, um notfalls so rasch als möglich stehenbleiben zu können.

Andere Radfahrer ohne Licht

Wer schon einmal in den frühen Morgenstunden am Radweg unterwegs war, weiß, was ich meine. Ein Radler ohne Licht kann auch auf dem Radweg zu einem hohen Risiko für andere Radfahrer und auch Fußgänger werden.

Wenn man bedenkt, dass man auf geraden Radwegen locker 30 km/h erreicht und im Falle eines Zusammenstoßes damit einer Wucht von 60 km/h ausgesetzt ist, wird klar, dass hieraus auch sehr schwere Verletzungen resultieren können.

Autos auf Radwegen / Autotüren öffnen

Eigentlich 2 Punkte, die aber oft in engem Zusammenhang stehen. Leider kommt es auch sehr häufig vor, dass Autofahrer „nur kurz“ auf dem Radweg ihr Auto abstellen. Zu viele sind sich wohl nicht bewusst, wie gefährlich und unangenehm es für Radfahrer ist, deswegen auf die Straße ausweichen zu müssen.

Oft sind Parkplätze in der Stadt so angelegt, dass man das Auto parallel zur Fahrbahn parkt. Direkt daneben verläuft dann oft der Radweg oder besser Radfahr-Streifen. Autofahrer reißen dann immer wieder einmal einfach die Autotür auf, ohne darauf zu achten, ob sie dadurch einen Radfahrer gefährden.

Miteinander statt gegeneinander!

Der Mensch neigt dazu, je nach seiner eigenen Situation ein bestimmtes Rudel-Verhalten an den Tag zu legen.

Sitzt man also im Auto, sind alle Radfahrer – ja, alle – hirnlose Idioten, die sich praktisch nie an die Regeln halten. Da wird durchgeschlängelt, über rote Ampeln gefahren, der Radweg nicht genutzt – kurz gesagt: die schlimmsten Teilnehmer am Straßenverkehr. Und auch das größte Hindernis.

Perspektiven-Wechsel. Man sitzt auf dem Fahrrad. Der Idiot ist nun der Autofahrer. Derjenige, der Radfahrer nur als Hindernis sieht und ihn am liebsten von seinem Drahtesel runterholen würde, wenn er ihm Stau an ihm vorbeiradelt. Niemand – wirklich niemand – schert sich etwas um dich als Radfahrer. Da wird man an Kreuzungen geschnitten, ständig knapp herangefahren und auf engeren Straßen viel zu riskant überholt. Aber egal – denn im Zweifel ist der Autofahrer ja ohnehin der stärkere.

Seit ich wieder vermehrt mit dem Fahrrad fahre, bin ich zum rücksichtsvolleren Autofahrer geworden. Ich bin mir zum Beispiel nun viel mehr bewusst, was es bedeutet, wenn ich als Autofahrer an einer übersichtlichen Kreuzung über einen Radweg fahren muss, um den Verkehr einzusehen. An solchen Stellen fahre ich nun wirklich sehr langsam vor, um etwaige Radfahrer nicht in Gefahr zu bringen. Auch auf den Abstand achte ich nun sehr viel mehr. Und als Radfahrer verstehe ich auch die Autofahrer, die den Finger in Richtung Kopf bewegen, wenn man noch schnell die Fahrbahnseite wechseln will, um auf den Radweg zu kommen.

Auf welche Gefahren bist du als Radler noch gestoßen? Schreibe es mir gern in die Kommentare!