Zuletzt aktualisiert am 5. Oktober 2019 um 11:52

Faszinierende Zeitraffer zu erstellen gehört schon länger zu deinen geplanten Fotoprojekten? Sich bewegende Wolken, wuselnde Menschen, dynamische Licht-/Schattenwechsel, die man in dieser Form mit dem freien Auge so nicht sieht. Mich faszinieren diese Zeitraffer einfach!

Und so war nach meinem Projekt Milchstraße fotografieren ein neues Fotoprojekt geboren: Zeitraffer erstellen!

Infos sammeln

Wie immer zu Beginn eines solchen Projektes versuche ich, so viele Infos wie möglich aus dem Web zusammenzutragen. Das kann schon recht mühsam werden, weil es auch gilt, die Streu vom Weizen zu trennen.

Nach einigem suchen bin ich dann irgendwann auch auf die Seite von Gunther Wegner gestoßen. Was soll ich sagen: das war ein echter Glücksgriff! Hier findest du zum Beispiel Tutorial Videos, die wirklich einen hervorragenden Einstieg in dieses Thema liefern.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Gunthers eBook und Spezialprogramm

Gunther bietet auch ein eBook zum Thema Zeitraffer an. Und das ist wirklich der Hammer! Ich gerate wirklich nicht so leicht ins Schwärmen, aber hier halte ich das wirklich für angebracht! Dermaßen geballte Infos findet man sonst wohl nirgends. Man merkt Gunther und seinem eBook einfach an, dass ihn dieses Thema fasziniert und dass er sich schon längere Zeit intensiv damit beschäftigt hat.

eBook – Zeitraffer aufnehmen und bearbeiten Werbung

Die 5. Auflage von 2016 enthält 167 Seiten, ist also wirklich sehr ausführlich. Aber kein „blabla“ und Füllmaterial, sondern geballte Infos. Vieles, was ich mir zuvor in mühsamer Kleinarbeit zusammengesucht habe, ist in Gunthers eBook zu finden – und noch einiges mehr. Neben Grundlagen zu Ausrüstung und Motivwahl findest du vor allem auch zahlreiche Tipps zur Nachbearbeitung. Käufer des Buches bekommen zukünftige Updates übrigens kostenlos.

Gunther hat dabei sogar ein eigenes Programm geschrieben, welches sich LRTimelapse nennt und die Bearbeitung und Ausgabe von Zeitraffern übernimmt. LRTimelapse arbeitet auch mit Lightroom als RAW-Converter zusammen. Ich werde mir dieses Programm in Teil 2 dieses Artikels, der Nachbearbeitung, näher ansehen. Mit der kostenlosen Version kannst du bis zu 400 Bilder kostenlos bearbeiten und damit kommst du schon recht weit (z.B. ein 16 Sekunden langes Video bei 24 Bildern pro Sekunde).  Sollte dir das nicht ausreichen, kannst du dir immer noch die Vollversion besorgen. Nähere Infos findest du unter LRTimelapse Zeitraffer Werbung.

Wenn du Hintergrundinfos zu professionellen Zeitrafferaufnahmen suchst, dann machst du mit dem eBook – Zeitraffer aufnehmen und bearbeiten Werbung von Gunther nichts falsch.

Motivsuche / der richtige Ort

Einfacher aber Erfolg versprechender Tipp: das Motiv soll auch als Einzelbild schon gut funktionieren. Sich alleine auf die Bewegung im Bild zu verlassen, kann zu einem eher mauen Ergebnis führen. Und du willst doch einen Zeitraffer erstellen, der den Leuten ein unkontrolliertes „Wow, geil!“ entlockt, oder?

Fazinierende Zeitraffer

Fazinierende Zeitraffer – bei Landschaften funktionieren Nebel oder ziehende WEolken

Zusätzlich solltest du noch berücksichtigen, an welchem Ort du deine Kamera aufstellst. So solltest du zum Beispiel vermeiden, dich an Orte zu stellen, an denen es zu stark wechselnden Lichtverhältnissen kommen kann. Das führt nämlich zu stark flackernden Videos.

Kamera-Einstellungen und Vorbereitung

Zeit mitnehmen

Wenn du dich auf den Weg zu einer Zeitrafferaufnahme machst, so solltest du auch genügend Zeit im Gepäck haben. Für ein 10-20 sekündiges Zeitraffer-Video solltest du zumindest eine Stunde einplanen. Denn wenn du dein Video mit 24 Bildern pro Sekunde wiedergeben willst, so benötigst du dementsprechend viele Aufnahmen. Und das kostet eben Zeit.

Einfaches Beispiel:

  • 10 Sekunden Video
  • 24 Bilder / Sekunde bedeutet 10 * 24 = 240 Bilder
  • bei 5 Sekunden Abständen zwischen Bildern: 240 * 5 = 1200s (20 Minuten)

Inklusive Vor- und Nachbereitungszeit (Stativ aufbauen etc.) bist du für ein 10 Sekunden langes Zeitraffervideo sehr schnell bei mindestens einer halben Stunde.

Kleidung / Schuhe

Es schadet nicht, sich entsprechend warm anzuziehen! Bedenke, dass du für den Zeitraffer länger stehen musst – und das kann echt kühl werden, wenn wie z.B. bei meinem ersten Versuch gehörig der Wind um den Berggrat bläst. Gutes Schuhwerk schadet auch nie, denn es ist nicht selten der Fall, dass du dich für ein gutes Motiv abseits des normalen Weges bewegen musst.

Intervall – wie lange?

Eine ganz wichtige Grundentscheidung für einen Zeitraffer ist das Zeitintervall, in dem du deine Bilder aufnehmen willst. Das hängt natürlich ganz stark von der Aufnahmesituation ab. Wenn du zum Beispiel einen Himmel mit schnell ziehenden Wolken vor dir hast, dass solltest du ein Intervall zwischen 2 und 5 Sekunden wählen, bei langsamer ziehenden Wolken (z.B. hohe Wolken bei einem Sonnenuntergang), können 10 bis 30 Sekunden reichen.

Bedenke dabei auch, dass die Zeit, die du für ein 10 Sekunden langes Zeitraffer-Video benötigst, sehr schnell in ungeahnte Höhen schießen kann. Benötigst du bei einem 5s Intervall nur 20 Minuten, so sind es bei einem 30 Sekunden Intervall schon 6x so viel – also 2 Stunden! Wie auch immer: das Ergebnis soll am Ende stimmen! Nur aus Zeitmangel das Intervall zu kürzen, macht also keinen Sinn.

Tipp: besser ein zu kurzes Intervall wählen, als ein zu langes. Denn notfalls kannst du bei der Bearbeitung immer noch einfach jedes 2. Bild auslassen. Im Gegenzug führt ein zu langes Intervall zu ruckelnden Videos – und das wollen wir natürlich nicht!

Einstellungen an der Kamera

Grundsätzlich solltest du immer im manuellen Modus arbeiten. Die Kamera-Automatik bzw. Halbautomatik ist in dem Fall nämlich dein Feind, weil sie aus jeder Lichtsituation das Beste herausholen will und so die Einstellungen ständig anpasst.

Idealerweise solltest du die Blende möglichst offen einstellen. Laut Gunter schließen sich die Blenden nämlich nicht immer exakt gleich. Bei einer stark geschlossenen Blende führt dies unterschiedlichen Belichtungen, was am Ende wiederum zu einem Flackern im Video führen kann. Alternativ kann man auch ein Objektiv mit mechanischer Blende (Blendenring) verwenden.

Solltest du LRTimelapse zur Nachbearbeitung verwenden, so musst du dieses „Blendenflickern“ allerdings nicht mehr berücksichtigen, da das „visuelle Deflicker“ sehr gut bearbeitet und dieser Effekt im Endergebnis dann nicht mehr sichtbar ist.

Die Belichtungszeit ergibt sich mehr oder weniger durch die Wahl der Blende und die eingestellte ISO Zahl. Empfehlenswert ist eine nicht zu kurze Belichtungszeit, da eine längere Belichtungszeit das Video am Ende „flüssiger“ erscheinen lässt. Der Einsatz eines ND-Filters Werbung kann also von Vorteil sein.

Für einen Sonnenuntergang empfiehlt sich der Av Modus mit einer fix eingestellten Blende, da das Motiv ja während der Aufnahme immer dunkler wird.

Auch ISO und Weißabgleich solltest du fix einstellen, da auch hier ein automatisches Anpassen durch die Kameraautomatik zu unerwünschten Ergebnissen führen kann.

Als nächstes stellst du das Intervall für deine Aufnahmen ein. Sollte deine Kamera keine solche Einstellmöglichkeit haben, so kannst du einen externen Interval Timer Werbung dafür verwenden. Achte beim Kauf darauf, dass dieser deine Kamera auch unterstützt.

Nun schaltest du den Autofokus ab (du willst nicht, dass durch das Bild huschende Menschen oder Tiere den Fokus verstellen) und startest deine Aufnahme. Danach stellst du das Display ab, um Akku zu sparen.

Ausrüstung – was mitnehmen?

Nicht ist ärgerlicher, als vor Ort zu bemerken, dass man etwas vergessen hat.

An das Stativ wird jeder denken, der einen Zeitraffer aufnimmt, aber auf einen oder mehrere Ersatzakkus kann man schon auch vergessen.

  • Stabiles Stativ
  • (leere) Speicherkarte
  • (optional) Fernauslöser
  • optional ND Filter
  • optional Batteriegriff
  • Ersatzakkus
  • Zeit

Stabiles Stativ

Sehr wichtig ist ein gutes Stativ, da die Kamera für längere Zeit stabil stehen muss. Stell dir vor, du stehst schon eine Stunde an einem mehr als kühlen Berggrat und dann kommt eine Windböe und verrückt dir das Stativ. Oder es wackelt einfach ein wenig und du hast dadurch unscharfe Bilder mit dabei. Immer noch besser, als wenn die Kamera samt Stativ einen „Abflug“ macht, aber als fröstelnder Fotograf wirst du trotzdem keine Freude daran haben, die Aufnahme wieder von vorne beginnen zu müssen.

Tipp: Stativbeine eher flach (breitbeinig) ausklappen, dann steht es von Haus aus stabiler und ist weniger anfällig für Wind. Zudem solltest du bei Wind das Stativ zusätzlich beschweren. Selbst günstige Stative haben einen Haken, an dem man z.B. den Rucksack einhängen kann. Vorsicht – so einhängen, dass dieser bei Wind nicht zu baumeln beginnt. Achte in jedem Fall auf einen guten Stand! So kann auch der Untergrund nachgeben – bei Sand zum Beispiel.

Ich habe ein Rollei CT-5C + 52Q Carbon Stativ, welches es in dieser Ausstattung leider nicht mehr gibt. Die Aluminium Variante mit dieser Ausstattung Werbung ist noch zu bekommen. Müsste ich mir jetzt ein geeignetes Stativ kaufen, so würde es ein Rollei C6i Carbon Werbung werden.

Der Rest

Stell dir vor, du hast zwar eine fette Speicherkarte dabei, aber darauf vergessen, die Bilder des letzten Urlaubes oder der letzten Zeitraffer-Session zum PC zu übertragen. Deshalb der Hinweis auf eine „leere“ Speicherkarte. Von der Geschwindigkeit sind keine hohen Anforderungen an die Speicherkarte gegeben, da du ja keine High-Speed Fotoserien machen willst.

Einen Fernauslöser / Timer brauchst du allerdings unbedingt, wenn deine Kamera keine Intervall Aufnahme unterstützen sollte.

ND-Filter Werbung können je nach Lichtverhältnissen durchaus Sinn machen, da zu kurze Belichtungszeiten das Zeitraffervideo am Ende nicht so flüssig erscheinen lassen.

Ersatzakkus und Zeit sind allerdings ein Muss. Ich persönlich setze zusätzlich auch noch auf einen Batteriegriff, da man mit 2 Akkus selbstredend einfach länger sein Auslangen findet. Zumal bei kühlen Temperaturen Akkus auch recht schnell ihre Leistung verlieren.

Nachbearbeitung

Die Nachbearbeitung ist ebenso wichtig, wie die Aufnahme selbst. Wie das funktioniert, kannst du im 2. Teil nachlesen.

Faszinierende Zeitraffer erstellen gehört schon länger zu deinen geplanten Fotoprojekten? Was es dabei zu beachten gibt, wird in diesem Artikel beschrieben.