GoPro Hero 5 Black und die Insta360 One – ein in der Tat ungleiches Paar, welches ich hier vergleiche.

Beides Actions-Cams, die ganz besondere Momente festhalten können. Und beide habe ich mir zugelegt, weil ich mir für das Jahr 2018 vorgenommen habe, mehr Videos zu erstellen, um die Wandertouren noch lebhafter und mehr hautnah beschreiben zu können.

Da ich aber immer wieder einmal mit mir hadere, ob ich nun besser die GoPro oder die Insta360 One mit auf die Tour nehmen soll, ist dieser Artikel entstanden. Wo hat die GoPro Hero 5 Black die Nase vorne und in welchen Situationen scheint doch die Insta360 One Panoramakamera geeigneter, um das Video zu drehen?

Beide mitzunehmen ist für mich keine wirkliche Lösung. Das führt nämlich in der Regel dazu, dass ich mit beiden nur halbherzig filme – aus Zeitmangel. Denn mit meiner Spiegelreflex fotografieren will ich ja auch noch.

GoPro Hero 5 Black vs. Insta360 One – die Kriterien

Um den Vergleich möglichst strukturiert anzugehen, habe ich mir im Vorfeld ein paar Kriterien überlegt, anhand welcher auch du dir am Ende einen Eindruck verschaffen können solltest, für welche Situationen welche der beiden Cams besser geeignet erscheint. Eventuell gewichtest du ja ganz anders und da kann die Einteilung nach Kriterien hoffentlich für dich hilfreich sein.

1. Gewicht / Platzbedarf

Die Kameras selbst sind beide recht leichtgewichtig. Die GoPro Hero 5 Black wiegt 118g,  die Insta360 One gerade einmal 82g. Also in etwa so viel wie ca. 2-3 Eiweißriegel. Wenn ich diese mit dem Foto-Equipment meiner Canon EOS 80D Werbung vergleiche, dann  kann man deren Gewicht wirklich als vernachlässigbar bezeichnen. Jedes einzelne Objektiv meiner Spiegelreflex ist hier um Längen schwerer, als eine der beiden Action-Cams. Das Gewicht fällt als Argument also nicht ins Gewicht 😉 .

Für die GoPro habe ich mir einiges an Zubehör zugelegt, welches ich zumindest zum Teil dann auch mit auf den Weg nehme. Wobei die gesamten Befestigungen, die ich mir für die GoPro gekauft habe, auch für die Insta360 funktionieren. Will heißen: man kann für beide Cams eine Menge an Zubehör mit sich herumschleppen.

Das Einzige, was in diesem Punkt gegen die GoPro spricht, ist, dass du für wirklich gute Aufnahmen fast ein Gimbal verwenden solltest. Und das braucht sehr wohl einiges an Platz (siehe Bild – beschriftet mit Rollei) und fällt auch ins Gewicht.

Insta360 One GoPro Hero 5 Black Rollei Gimbal

GoPro (rechts unten) einiges kleiner als Insta360 One, aber für gute Aufnahmen ist ein Gimbal (Rollei, rechts oben) empfehlenswert

Es wäre super, wenn die GoPro in Zukunft so wie die Insta360 ebenfalls ein integriertes Gimbal besitzen würde. Hier gibt also das integrierte Gimbal den Ausschlag für die Insta360 One gegenüber der GoPro Hero 5 Black.

Die neue GoPro Hero 7 Black Werbung wirbt mit einer „Gimbal ähnlichen“ Stabilisierung. Sie nennen das offiziell: HyperSmooth-Video- Stabilisierung. Gimbal ähnliche Stabilisierung – ganz ohne Gimbal. Das werde ich auf jeden Fall im Auge behalten und mir entsprechende Testberichte ansehen. Im Punkt Gewicht / Platzbedarf würde das ein weiteres Argument für die GoPro sein.

Was ist ein Gimbal

Ein Gimbal dient der Bildstabilisierung und ist eine spezielle Aufhängung, die Bewegungen und Erschütterungen der Kamera ausgleichen kann. Das Ergebnis ist ein um Längen professioneller wirkendes Video, als wenn man dieses ohne Gimbal rein aus der freien Hand drehen würde.

2. Handling

Vom Handling gibt es doch auch den ein oder anderen Unterschied.

GoPro Hero 5 Black

Bei der GoPro kommt wieder das Gimbal ins Spiel: ohne Gimbal ist die GoPro sehr einfach zu handeln. Dank des integrierten Touch Displays sind alle Funktionen einfach zugänglich, egal, ob du Fotos schießen oder filmen willst. Auch sämtliche Einstellungen lassen sich so sehr einfach vornehmen. Eine Live-Vorschau bei den Aufnahmen ermöglicht dir, das Endergebnis schon während der Aufnahme sehr gut abzuschätzen.

Das Montieren auf das von mir verwendete Rollei Gimbal ist aber doch irgendwie etwas umständlich und nimmt auch 1-2 Minuten in Anspruch. Das ist vor allem dann hinderlich, wenn man in einer Situation schnell sein will. Klar, man könnte auch ohne Gimbal filmen, aber wie oben erwähnt, mit einer etwas schlechteren Qualität.

Rollei Gimbal

Rollei Gimbal in zerlegtem Zustand

Warum ich 1-2 Minuten brauche, um die Kamera auf das Gimbal zu montieren? Zuerst muss man das Gimbal selbst zusammenschrauben (Akku und Griff), danach die GoPro mittels Bügel dran befestigen. Alles kein Drama, aber es dauert eben ein wenig.

Insta360 One

Der größte Nachteil der Insta360 One: sie hat kein eigenes Display. Man zählt darauf, dass man diese auf das Smartphone steckt und dessen Display verwendet. Wer ein Android Smartphone sein eigen nennt, muss sich zusätzlich einen Android Adapter Werbung zulegen (Achtung: es gibt je nach USB Anschluss 2 verschiedene), denn der in die Kamera integrierte Stecker ist für ein iPhone ausgelegt.

Außerdem finde ich, dass die auf dem Handy montierte Kamera nicht wirklich gut zu handeln ist. Irgendwie fühle ich mich damit doch sehr eingeschränkt. Vor allem sind die entstehenden 360 Grad Panoramen durch die sich dann im Bild befindliche Hand verhunzt. Montierst du die Kamera stattdessen auf einen Selfie-Stick, so rechnet die Kamera-Software den Stick heraus.

Die Kamera besitzt nur einen einzigen Knopf zur Bedienung.

Je nachdem, wie oft du diesen drückst,

  • schießt du ein Foto (1x drücken)
  • ein Video (2x drücken) oder
  • aktivierst eine Spezialfunktion (3x drücken).

Blöd beim Foto: auch hier ist wieder die Hand im Bild, weil das Bild ohne Verzögerung geschossen wird und du so die evtl. auf einem Stick montierte Kamera nicht noch schnell hochhalten kannst.

Lösung: eine App am Smartphone, die mit der Kamera eine Bluetooth Verbindung herstellt und anhand dieser man dann alle Funktionen über die App auslösen kann. Leider sieht man aber hier kein Live-Bild der Kamera und so erstellst du deine Bilder oder Videos dann quasi im Blindflug. Im Falle eines Fotos siehst du zumindest danach ein kleines Vorschaubild. Besser als nichts, aber auch nicht perfekt.

Die Bedienung an sich ist also bei der GoPro Hero 5 Black durch das integrierte Display viel einfacher und man kann das Endergebnis so sehr viel besser abschätzen, als bei der Insta360 One. Nachteil auch hier wieder bei der GoPro: das fehlende Gimbal! Dadurch musst du für wirklich gute und möglichst verwacklungsfreie Aufnahmen die GoPro auf ein Gimbal montieren.

3. Wetterfestigkeit

Ein klarer Punkt für die GoPro Hero 5. Diese ist von Haus aus wetterfest und kann so problemlos im Regen eingesetzt werden. Oder bei Schneefall. Oder an einem Wasserfall inmitten der Gischt. Auch Unterwasser-Aufnahmen sind mit der GoPro möglich. Leider aber nicht mit Gimbal, denn zumindest das Rollei Gimbal ist nicht wasserfest.

Die Insta360 One ist eine reine Schönwetter-Kamera und kann ohne Zusatzgehäuse nicht bei Regen oder gar unter Wasser verwendet werden.

Das fehlende Gimbal ist zwar auch hier bei der GoPro ein Nachteil, aber die Insta360 One kannst du bei Regen ganz vergessen. Wie geil wäre da ein integriertes Gimbal bei der GoPro Hero 5! Sollte jemals eine GoPro mir integriertem Gimbal auf den Markt kommen, könnte ich durchaus wieder schwach werden 😉 .

4. Einsatzgebiete

Wo mir die Insta360 One besonders gut gefällt:

  • Gruppenbilder (360 Grad Panorama)
  • Bilder auf Berggipfeln (360 Grad Panorama oder auch Tiny Planet)

Wo mir die GoPro besser gefällt:

  • Kamerafahrten mit Gimbal
  • Nah am Wasser
  • Bei Schlechtwetter

5. Qualität der Aufnahmen

Hier hat die GoPro Hero 5 Black klar die Nase vorn.

Aber irgendwie auch klar, denn auch wenn die Insta360 One mit 4k Auflösung wirbt – diese Pixel verteilen sich auf 360 Grad. Ein Video in HD Auflösung sieht dadurch am Ende doch etwas matschig aus. Vor allem in der Tiny Planet Ansicht sind die Ränder doch recht matschig. Für ein Video, welches man am Ende nur am Smartphone ansehen will, völlig ausreichend. Wenn du das Video aber am PC oder TV ansehen willst, könnten dich die Pixel durchaus stören.

Das nachfolgende Bild, aufgenommen mit der Insta360 One und als Tiny Planet Bild ausgegeben, habe ich am PC nachbearbeitet, um die Verpixelung am Rand zu minimieren.

Unglaubliche Optik

Unglaubliche Optik mit der Insta360 One

Die Insta360 One braucht auch viel mehr Licht, um qualitativ ansprechende Videos (oder Fotos) zu erzeugen. In einem Testbericht steht etwas von „man benötigt idealerweise Tageslicht mit 2 Sonnen“. Das bringt es ganz gut auf den Punkt, denn schon bei bewölktem Himmel saufen viele Bereiche in deinen Videos ab.

Von der Qualität her bin ich bei der GoPro Hero 5 Black wirklich recht zufrieden. Mit ihr erstellte Videos sind durchaus auch auf größeren Bildschirmen durchaus als gut zu bezeichnen.

6. Spezialeffekte

GoPro Hero 5 Black

Spezialeffekte in dem Sinn beherrscht die GoPro nicht, aber da du die GoPro auch unter Wasser / am Wasser problemlos verwenden kannst, kannst du dir deine eigenen „Wasser-Spezialeffekte“ generieren.

Ein Video, welches knapp unter dem Wasserspiegel startet und dann aus dem Wasser heraus auf die Landschaft übergeht, kann schon seine Wirkung erzielen. Oder generell Videos nahe am Wasser, ohne Angst um die Kamera haben zu müssen.

Okay, ich liebe Wasser, weshalb mich das wohl umso mehr fasziniert.

Insta360 One

In diesem Punkt macht mir die Insta360 One am meisten Spaß.

Ich liebe diese Tiny Planet Bilder (siehe Bild oben) und auch der Bullet-Cam-Mode ist schon recht cool. Allerdings braucht beides auch etwas Übung, um damit wirklich gute Ergebnisse zu erzielen. Für den Bullet-Cam-Mode habe ich mir ein eigenes Bullet-Time-Bundle gekauft. Das ist im Prinzip nichts anderes, als der hochwertige Selfie-Stick von hardwrk inklusive einem drehbaren Griff, den man einfach am Ende des Sticks anschrauben kann.

7. Nachbearbeitung

Beide Kameras liefern ihre eigene Software mit – sowohl für das Smartphone als auch für den Desktop, namentlich GoPro Quik und Insta360 Studio. Mit den Smartphone Versionen habe ich bisher noch keine Erfahrungen gesammelt, ich beziehe mich in weiterer Folge also rein auf die Desktop-Varianten der beiden Cams.

GoPro Quik will seinem Namen alle Ehre machen und konzentriert sich ganz klar auf das „Quick“. Kurz zusammengefasst: du kannst damit sehr einfach Kurzvideos erzeugen, die du aus mehreren Aufnahmen mit der Kamera zusammenstoppeln kannst. Erweiterte Bearbeitungsmöglichkeiten suchst du hier vergeblich. Aber natürlich kann dir niemand die Möglichkeit nehmen, die Videoschnippsel mit deiner eigenen Videosoftware nachzubearbeiten.

Das Insta360 Studio für die Insta360 One finde ich hingegen sehr gelungen. Du kannst die Videos in verschiedenen Modi wiedergeben, aber vor allem kannst du anhand der Software Kamerafahrten simulieren. Du kannst also ein Video erzeugen, in dem du von einer Tiny Planet Ansicht in eine „normale“ Ansicht übergehst und umgekehrt. Einen ersten Versuch habe ich damit mit einem Kurzvideo vom Gipfel der Drachenwand unternommen.

Links zu Cams und Zubehör

Am Ende noch einige (Affiliate) Links zu den Kameras selbst und aus meiner Sicht sinnvollem Zubehör.

Zum Weiterlesen empfehle ich dir den sehr guten Testbericht zur Insta360 One auf Digital Eyes: Insta360 One Panoramakamera.

Wo hat die GoPro Hero 5 Black die Nase vorne und in welchen Situationen scheint doch die Insta360 One Panoramakamera geeigneter, um DAS Video zu drehen?