Ich habe mir schon wieder ein neues Objektiv angeschafft. Eine 135 mm Festbrennweite!

Gerade habe ich noch gedacht, dass die 40 mm Festbrennweite Werbung wohl das letzte, neue Objektiv für längere Zeit bleibt. Dieses habe ich mir angeschafft, um für meine Touren neben dem 10–18 mm Weitwinkel-Tele ein leichteres Objektiv dabei zu haben, welches mir die Landschaft ein wenig näher heranholt und auch bei schlechteren Lichtverhältnissen noch gut funktioniert.

Weiterbildung ist alles – und verleitet zum Kauf

Ich bin ständig dabei, meine Kenntnisse über die Fotografie zu verbessern. Einerseits durch das Lesen von Online-Artikeln und absolvieren von Fotografie-Kursen, andererseits auch durch Bücher und Fachzeitschriften. Schließlich muss man so hart als möglich daran arbeiten, sich von der unglaublichen Masse an Smartphone-Bildern abzuheben.

Und so kann es passieren, dass ich durch das Lesen eines Artikels danach auch bei der Ausrüstung nachlegen will.

Meine neue 135 mm Festbrennweite

So ist es gerade wieder einmal passiert, als ich einen Artikel über Astrofotografie gelesen habe. Dass mich die Astrofotografie neben der Landschaftsfotografie auch immer wieder einmal begeistert, wissen meine Stammleser spätestens seit meiner Artikel-Serie über das Fotografieren der Milchstraße. Die gesamte Serie gibt es übrigens gesammelt auch als 49-seitiges eBook (Milchstraße fotografieren – der ultimative Guide).

Für die Astrofotografie – zumindest, wenn man an die Milchstraße denkt – ist eher ein Weitwinkel-Objektiv interessant. Man will idealerweise mit einem Einzelbild möglichst viel des Nachthimmels auf das Bild bekommen. Dafür wäre das 135 mm Teil fehl am Platz!

Ganz anders ist es aber, wenn mann an andere Himmelsobjekte denkt – sogenannte Deep-Sky Objekte. Wie zum Beispiel den Orionnebel oder die Plejaden. Hier ist ein Tele das Mittel der Wahl. Wer wie ich eine Kamera mit APS-C Sensor sein eigen nennt, hat in Bezug auf Deep-Sky Objekte einen zusätzlichen Vorteil: durch den Crop Faktor verhält sich eine 135 mm Festbrennweite wie ein 216 mm Tele (135 * Cropfaktor 1,6).

Sauteuer

Wichtig für die Astrofotografie ist unter anderem, dass man ein Objektiv mit möglichst großer Offenblende verwendet. Nur so kommt in einer relativ kurzen Zeit genügend Licht auf den Sensor.

Teleobjektive mit einer Offenblende von F2.0 sind sauteuer. Zumindest wenn man ein Original-Objektiv des Kamera-Herstellers verwendet. Um die 1000€ kostet aktuell (Juli 2019) das Canon 135 mm, F2.0 Werbung. Ohne Bild-Stabilisator, allerdings mit Autofokus. Das wäre mir einfach zu viel gewesen.

So bin ich dann auf das Samyang 135mm F2.0 Werbung gestoßen. Das hat zwar keinen Autofokus und auch keinen Bild-Stabilisator, kostet dafür aber nur die Hälfte (Juli 2019 ~500€). Und es hat ausgezeichnete Kritiken und soll dabei auch das ein oder andere Original-Objektiv der Kamera-Hersteller übertreffen, was die Bildqualität anbelangt. Auch im Bereich der Landschaftsfotografie, was mich endgültig angefixt hat.

Vergleich zum 18 mm – 135 mm Reisezoom

Rein vom Gewicht (auf das achte ich seit meiner Weitwanderung nun auch sehr bewusst) hätte ich mir die Anschaffung sparen können. Es wiegt mit knapp 800 g fast 300 g mehr als mein Reisezoom. So wird es mich auf einer Weitwanderung sicher nicht begleiten.

Objektive im Vergleich – die 135 mm Festbrennweite (2. v. r.) ist groß und schwer

In Bezug auf die Blende hat es dafür die Nase aber mehr als vorn. Statt Blende 5.6 beim Reisezoom bei 135 mm ist es mit Blende 2.0 um Längen besser. Im Rahmen der Astrofotografie ist das primär in Bezug auf das Abbilden auch lichtschwächerer Objekte sehr wichtig.

In der Landschaftsfotografie hat das den großen Vorteil, dass man trotz des hohen Zoomfaktors durch die bei F2.0 sehr viele geringere Belichtungszeit auch problemlos aus der Hand fotografieren kann, ohne zu verwackeln.

Beispiel: Blende 2.0 und 1/200 Belichtungszeit bekommt man problemlos verwackelungsfrei hin, bei Blende 5.6 wäre das aber 1/25 – und das wird man gnadenlos verwackeln, auch samt Bildstabilisator.

Meine Festbrennweiten im Vergleich zum Reisezoom im Überblick

Punkten meine 24 mm, 40 mm und 50 mm Festbrennweiten vor allem auch durch ihre Größe und Gewicht, so punktet die neue 135 mm Festbrennweite nur durch ihre Offenblende.

Hersteller Brennweite Blende Gewicht Preis Anwendungszweck
Canon 24 mm 2.8 125 g ~ 150€ Amazon Weitwinkel, lichtstark – z.B. im Wald, wenn etwas dunkler
Canon 40 mm 2.8 130 g ~ 190€ Amazon Leichtgewicht für Landschaft und auch Portraits
Canon 50 mm 1.8 160 g ~ 110€ Amazon Portraits? Klar! Lichtstark, super Schärfeverlauf!
Samyang 135 mm 2.0 800 g ~ 510€ Amazon Lichtstarke Festbrennweite im Telebereich. Deep-Sky und Landschafts-Details
Canon 18 mm - 135 mm 3.5 - 5.6 520 g ~ 455€ Amazon Nicht ganz leichtgewichtiger Reisezoom.

Wie sich meine neueste Errungenschaft in der Praxis bewährt, wirst du früher oder später im Blog oder auf meiner Facebook-Seite in Form von Bildern sehen.

Hier ein erstes „Testbild“ einer Spinne. Aufgenommen mit dem neuen Objektiv und Zwischenringen, damit ich etwas näher an das Objekt der Begierde rankommen kann.

Spinne bewacht ihre Brut

Spinne bewacht ihre Brut