Wie kannst du / können wir alle gemeinsam nachhaltig leben, um die Klimakrise zu meistern? Solltest du am liebsten jetzt schon zu lesen aufhören wollen, weil da Klimakrise steht und du das Gefühl hast, dich möglicherweise einschränken zu müssen, dann atme bitte einmal kurz durch. Denn nenne es, wie du willst: Den durch Menschen befeuerten Klimawandel gibt es.

Meine Nachbar-Gemeinde Thalgau hat zu einer Klima-Challenge aufgerufen, um sich 5 Monate lang jeweils einen Monat lang auf ein bestimmtes, Klima-relevantes Thema zu konzentrieren. Gemeinsam gegen die Klimakrise, um unseren Kindern und Enkeln eine möglichst lebenswerte Erde zu hinterlassen.

Spannende Vorträge zum Start

Zum Start der Klima-Challenge hat es 3 äußerst interessante Vorträge mit den Klima-Experten @Marcus Wadsak, Edmund Brandner (der „Klimamönch“) sowie Univ. Prof. Helga Kromp-Kolb gegeben.

Für meine deutschen Leser: Marcus Wadsak ist der „österreichische Wettergott“, der in den Abendnachrichten das Wetter moderiert. Mittlerweile hat er auch mehrere Bücher zum Klimawandel geschrieben.

Letzte Aktualisierung 17.08.2022 / Affiliate Links / Bilder Amazon Product Advertising API

Äußerst unterhaltsam war der Vortrag von Klimamönch Edmund Brandner, ein Redakteur der OÖ Nachrichten, der sich durch eine flapsige Aussage gegenüber seinem Chef einen Selbstversuch eingebrockt hat, in dem er ein Jahr möglichst klimafreundlich leben sollte.

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Absolut sehenswert und wirklich sehr amüsant, wie sein Umfeld und seine Familie darauf reagiert haben. Und was dieses Jahr mit ihm gemacht hat. Der Vortrag ist von 2011 und jetzt, 11 Jahre später kann man sagen, dass der im Beitrag erwähnte Anstieg der Temperatur ungebremst fortschreitet.

Es gibt auch ein Buch dazu, welches aber leider nur noch gebraucht zu bekommen ist und eine Neuauflage ist nicht geplant. Es nennt sich „Tagebuch eines Klimamönchs“.

Die Themen der Klima-Challenge

Überblick

Konsum, Wohnen, Auto vs. Öffis / Verkehrswende, Ernährung und Aktive Mobilität waren die 5 Themen der Klima-Challenge, auf die wir uns gemeinsam innerhalb eines halben Jahres jeweils einen Monat lang konzentriert haben.

Zum Start einer jeden Challenge hat es einen knapp einstündigen Fachinput eines Experten gegeben. Ab der 2. Challenge – und das fand ich am interessantesten – hat jede:r der Teilnehmer:innen einen Rückblick gegeben, was im letzten Monat besonders herausfordernd war und wo man die besten Fortschritte erzielt hat.

So konnte man gegenseitig viel voneinander lernen und sich von den anderen inspirieren lassen.

Nachhaltiger Konsum

Viele von uns suchen ihr Glück im Konsum. Man will sich belohnen. Für die viele Arbeit, das nicht immer einfache Leben. Sich einfach „glücklich klicken“. Du musst dich nicht einmal aus dem Haus bewegen, um dir 5 Minuten Glück nach Hause zu holen. Ja, 5 Minuten, denn oft währt die Freude nicht länger.

Und so wird weiter gekauft, gekauft und gekauft und die Keller, Dachböden, Kleiderschränke etc. füllen sich unaufhaltsam mit Dingen, die man – Hand aufs Herz – meistens nicht wirklich braucht.

Konsum – kaum alles zu (er)tragen

Wenn dir Verzicht noch schwerfallen sollte – der Artikel Nachhaltiger Konsum – was du tun kannst – zeigt dir auch einiges, wie du auch ohne Verzicht ein wenig nachhaltiger leben kannst.

Nachhaltiges Wohnen

Im Bereich Wohnen ist es vor allem die Energie in Form von Strom und Heizung, in der ein sehr großes Potenzial zu Einsparungen steckt. Das Schöne daran: diese Einsparungen haben nicht oder nur sehr wenig mit Verzicht zu tun, sondern du sparst dir zumindest mittelfristig sehr viel Geld.

Vom richtigen Lüften (kostet nix, spart viel) über den Austausch von Fenster und Heizung (kostet einiges, spart aber mittelfristig auch viel) bis zum Herunterdrehen der Heizung findest du einige Ansatzpunkte.

Auch in der Küche kannst du viel Energie und Geld sparen. Von einfachsten Mitteln (Deckel drauf) über den Austausch oder Verzicht auf Geräte. Brauchst du wirklich jede neue Küchenmaschine, die laut Versprechen auch deine Wäsche noch gleich mitmacht?

Weitere Tipps findest du unter Nachhaltiges Wohnen – was du tun kannst.

Nachhaltige Ernährung

Fleischliebhaber haben es schwer. Ein Leben ohne Steak oder Leberkässemmel? Niemals! Alleine schon die Vorstellung dreht vielen schon den Magen um. Ich lasse mir doch nicht auch noch die Wurst oder die Butter vom Brot nehmen!

Keine Sorge: niemand wird sich zu dir an den Frühstücks- oder Mittagstisch setzen und dir Tierprodukte entreißen. Aber du solltest versuchen, deinen Fleischkonsum einzuschränken. Der Umwelt und den Tieren zuliebe.

Und nein, es ist einfach falsch, dass wegen Veganern und ihrer unbändigen Lust auf Soja die Regenwälder abgeholzt werden müssen. Es ist wegen des Tierfutters. Vegan oder zumindest vegetarisch zu leben, schützt die Natur und verhindert Massentierhaltung und Tierleid.

Klimakrise - nicht alle Kühe sind glücklich
Nicht alle Kühe sind so glücklich

Nein, auch ich schaffe es noch nicht, komplett auf Fleisch zu verzichten. Aber im Gegensatz zu früher (täglich Wurst / Fleisch) essen wir schon sehr viel weniger, in der Regel kommt nur noch 1x pro Woche Fleisch auf den Teller.

Neben den Ernährungsgewohnheiten selbst, gibt es noch viele andere Ansatzpunkte – nachzulesen hier: Nachhaltige Ernährung – was du tun kannst.

Nachhaltige Mobilität

Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und auch der Radwege bekommt nun mehr Priorität und so wird es immer einfacher, auf das eigene Auto zu verzichten.

Wer abgelegen am Land wohnt, hat es hier oft um einiges schwerer, aber man sollte es einfach einmal versuchen! Auch wenn ich 3x so lang zu meinem damaligen Arbeitgeber benötigt habe, so habe ich das Fahren mit den Öffis durchaus auch als angenehm empfunden. Den Weg zur Arbeit kannst du auch durch Fahrgemeinschaften nachhaltiger gestalten (und Geld dabei sparen) oder deinen Arbeitgeber zu mehr Home-Office drängen (spart Zeit und Geld).

Seit Ende 2021 gibt es in Österreich das Klimaticket, mit dem man alle Öffis (Bus und Bahn) mit nur einem Ticket benutzen kann. Mit 1.095 € für viele immer noch sehr viel Geld, aber wer viel mit den Öffis unterwegs ist, spart damit gegenüber früher schnell einmal hunderte Euro. Das Ticket gibt es zu 365 € auch für nur ein Bundesland.

Ich habe mir das österreichweite Ticket zugelegt, weil ich auch meinen Urlaub vermehrt im eigenen Land verbringen werde.

Was du noch so tun kannst, um nachhaltiger unterwegs zu sein und dabei auch noch deine Gesundheit fördern kannst: Nachhaltige Mobilität für deine Gesundheit.

Fazit

Mich hat diese Challenge zusätzlich sensibilisiert, aber vor allem auch die Hoffnung gegeben, dass wir die Klimakrise durchaus noch bewältigen können. Denn es gibt immer mehr Menschen, die auch wirklich etwas tun und bereit sind, ihr Leben zu ändern. Dass es in diesem Fall einen positiven Kipppunkt gibt, der das Blatt zum Guten wendet. Sobald genügend Menschen dem Thema die Wichtigkeit beimessen, die es braucht, müssen Politik und Wirtschaft mitziehen.

Denn eines ist klar: wenn wir so weiterleben wie bisher, dann wird es in ein paar Jahrzehnten zu einer echten Katastrophe kommen. Wir – du und ich – haben es in der Hand! Für unsere Kinder und Enkel.