„Generation Anspruch“ von David Gutensohn will mit seinem Buch klarmachen, dass die neue Generation Arbeit nicht als einziges Lebensziel definiert und dass das auch gut so ist.

Will die neue Jugend also wirklich nichts mehr arbeiten und einfach nur faul herumlungern, wie sich in der letzten Zeit immer mehr Firmenchefs beschweren? Oder ist es auch das gute Recht eines jeden Menschen (also nicht nur der Jugend), zwar beruflich etwas erreichen zu wollen, gleichzeitig aber Freizeit dabei eine wichtige Rolle spielen darf?

Anmerkung: mir wurde das Buch „Generation Anspruch“ aus dem oekom-Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Den nachfolgenden Artikel hat das selbstverständlich nicht beeinflusst – es gab keinerlei inhaltliche Vorgaben oder Wünsche seitens des Verlages.

Hohe Ansprüche

Wäre es nicht schon genug, dass die neue Generation angeblich keine Überstunden mehr machen will, stellen sie zusätzlich auch noch weitere Ansprüche. Sie wollen Gleitzeit, volle Flexibilität bei den Arbeitszeiten und fordern mindestens 1-2 Tage Home-Office. Mit einer Obstschüssel in der Kantine lassen sie sich im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr so einfach abspeisen.

Personal händeringend gesucht

In vielen Branchen werden Fachkräfte händeringend gesucht. Und genau in dieser Situation kommt jetzt auch noch eine Generation auf die Unternehmen zu, die hohe Ansprüche stellt. Wenn nur wenige Kandidaten viele Arbeitsplätze zur Auswahl haben, dann ist das allerdings eine natürliche Entwicklung.

Ich erinnere mich an meine Zeit in den Start ins Berufsleben in den 80-er und 90-er Jahren. Da waren die Vorzeichen genau umgekehrt: viele Bewerber für eine Stelle. Teilweise sehr viele Bewerber. Und ja, viele Unternehmen haben diese Situation ausgenutzt, indem sie bei der Bezahlung nach unten gedrückt haben und immer mehr „All-In“ Verträge entstanden sind, also Überstunden erwartet, aber nicht extra honoriert werden.

Auch eine Art „Generation Anspruch“ – von der anderen Seite. Kostenlose Praktika inklusive.

Das Buch „Generation Anspruch“

Arbeit ist alles

Genau diese Thematik behandelt das Buch ausführlich. Es beginnt mit etwas Geschichte. Wie Arbeit überhaupt entstanden ist und wie sie mehr und mehr unser aller Leben „übernommen“ hat. Menschen definieren sich und ihren Wert heutzutage sehr stark über ihre Arbeit. Geld führt zu Wohlstand, den es zu maximieren gilt. Und diesen Wohlstand gilt es zu präsentieren.

Ich mag dieses Wort ja nicht mehr, weil es in unserer Welt sehr oft nichts anderes als Überfluss bedeutet (und Ausbeutung anderer, aber das ist eine andere Geschichte).

Arbeit ist eben nicht alles

Die Corona-Pandemie hat vielen Menschen die Augen geöffnet. Durch die Lockdowns war plötzlich viel Zeit für sich – also echte Freizeit – verfügbar. Mit viel weniger Arbeit im Beruf und neben den Arbeiten im Alltag (sei es die Steuererklärung, Einkaufen oder Kinderbetreuung) blieb dann am Ende noch genügend Zeit für Hobbys und auch zum Nachdenken übrig.

Und so wurde sehr vielen auch klar, dass dieses Leben noch mehr zu bieten hat, als nur Arbeit und Pflichten.

Fazit und Buch bestellen

Ein gutes Buch, welches die Entwicklung der Arbeit in unserer Gesellschaft skizziert. Wer mit offenen Augen durchs Berufsleben geht, wird nicht allzu viel Neues im Buch finden. Wer aber nach wie vor als Arbeit es den einzigen oder zumindest absolut vorrangigen Sinn des Lebens sieht, sollte sich das Buch ruhig einmal reinziehen und in sich gehen! Egal, ob Arbeitnehmer:in oder Arbeitgeber:in.

Du kannst Generation Anspruch direkt beim oekom – Verlag oder über Amazon bestellen.

Letzte Aktualisierung 21.04.2024 / Affiliate Links / Bilder Amazon Product Advertising API

Das Buch direkt beim Verlag zu bestellen oder dir im lokalen Buchhandel zu besorgen, fände ich aber besser. Verlage sollten sehr viel eher unterstützt werden als Milliardäre, die in ihrer Freizeit ins All fliegen.