Social Media Plattformen als Overkill – langsam wird das alles zu viel! Dieser Artikel dient zum einen mir zur Selbstreflexion und zum anderen wird er auch dir mit hoher Wahrscheinlichkeit die ein oder andere Denkfalte auf die Stirn zwingen – so hoffe ich zumindest!

Immer wieder einmal überdenke und hinterfrage ich mein Engagement bei den sozialen Medien. Wie viel davon ist verschwendete (Lebens-)Zeit? Was braucht man davon wirklich? Braucht man soziale Medien denn überhaupt?

Verfolge ich damit ein bestimmtes Ziel oder will ich mich damit nur unterhalten?

Soziale Medien braucht niemand!

Wenn jemand der Meinung ist, dass er soziale Medien nicht braucht, so ist das sein gutes Recht und seine freie Entscheidung.

Es wäre allerdings sinnlos, auf diesem Level eine Diskussion zu beginnen. Soziale Medien haben in jedem Fall ihre Daseinsberechtigung, sonst würden sie sich auch nicht dermaßen stark verbreitet haben und weiterhin verbreiten. Und es würde auch nicht immer wieder einmal neue Plattformen geben, auf denen man sich auf eine wieder etwas andere Art austauschen und vernetzen kann.

Alles begann mit Facebook

Facebook war der Vorreiter oder zumindest der erste, wirklich erfolgreiche soziale Kanal.

Lange habe ich  mich dagegen verwehrt, aber als meine Kids damals in das „Smartphone-“ und „Internetalter“ gekommen sind, wollte ich diesen Dienst auf jeden Fall kennenlernen, um meinen Nachwuchs auch entsprechend dafür zu sensibilisieren. Zum Beispiel nicht zu posten, dass ab morgen gerne die Einbrecher kommen können, weil das Haus aufgrund eines Familienurlaubes 3 Wochen leer steht.

Zuerst rein privat, später Seite zum Blog

Zu Beginn war ich also nur als der ganz private Horst in FB unterwegs, der kaum wusste, was er denn sinnvollerweise überhaupt in die weite Welt hinausposaunen sollte.

Später habe ich Facebook dann aber genutzt, um für meinen Ausflugs- und Wanderblog eine Seite zu erstellen. Mit dem Ziel, mein Blog bekannter zu machen und zusätzliche Bilder und Hintergrundinfos zu posten.

Werbung auf Facebook – bringt das etwas?

Eine Seite bei Facebook aufzubauen kostet aufgrund des eher fiesen Algorithmus von FB (die neuen Beiträge der Seite nur wenigen zu zeigen) ziemlich viel Geduld. Und so verleiten sie die Seitenbesitzer – wie auch mich – zum schalten von Werbung. Mit einer Ausgabe von 40€ innerhalb zwei Wochen konnte ich anhand eines Facebook Ads immerhin 150 neue Follower für meine Facebook Seite gewinnen. Der „Werbeknick“ ist im nachfolgenden Diagramm gut zu erkennen.

Social Media Overkill
Social Media Overkill – Statistiken von anno dazumal

Irgendwie schräg: nach Ende der Kampagne habe ich einen ganzen Monat keinen einzigen Follower dazubekommen, vor der Werbekampagne aber etwa 10 pro Woche. Ich will nichts unterstellen, aber etwas komisch finde ich das auch noch heute.

Ein Dienst nach dem Anderen

Google+ (R.I.P.)

Neben Facebook war ich auch länger bei Google+ unterwegs, um dort Bilder zu teilen. Im Gegensatz zu Facebook nutzte ich bei Google+ schon seit Beginn hauptsächlich die Communities. Allen voran natürlich passend zu meinen Wanderbeschreibungen Communities zum Thema Wandern aber auch Fotografie. Also quasi als Art Foto-Community.

Google+ schnitt sehr schlecht ab, wenn es um erhaltene Zugriffe auf meinen Blog ging. Was aber wohl auch daran lag, dass ich bei Google+ meinen Blog nicht aktiv beworben habe.

Google+ hat sich dann irgendwann selber erledigt, als der Dienst dann eingestellt wurde.

Twitter

Und wer (sozial) etwas von sich hält, muss natürlich irgendwann auch anfangen zu twittern. Ja, auch schon vor dem Twitter-(Ex-)-Präsidenten!

Mit Twitter konnte ich lange rein gar nichts anfangen. Was soll es bringen, einen Tweet zu verfassen, der im Schnitt nach ein paar Minuten von der Bildfläche verschwindet? So habe ich zum Start Twitter fast ausschließlich dazu genutzt, mich zu informieren – also eher eine passive Rolle einzunehmen und einfach nur Accounts zu folgen, die sich dem Thema Wandern widmen oder die regional gut zu mir passen.

Im Laufe der Zeit habe ich immer mehr Follower bekommen und so habe ich dann doch irgendwann angefangen, aktiver einzusteigen. Nicht zu egozentrisch. Empfohlen wird, dass man etwa im Verhältnis 1:5 eigene Tweets (also in meinem Fall mehr oder weniger Hinweise auf neue Blogartikel) mit anderen Tweets (entweder Re-Tweets oder Hinweise auf fremde Inhalte) mischen sollte. Und daran versuche ich mich auch zu halten.

Meine Follower Anzahl stieg im Laufe der Jahre eher langsam, aber dafür stetig an. Zugriffe auf mein Blog bringt Twitter aber nicht allzu viele – auch nach absetzen eines Tweets mit Hinweis auf einen neuen Artikel in meinem Blog. Trotzdem kann es meine „Marke“ bekannter machen und man kann mittelfristig dort wirklich auch sehr nette Leute kennenlernen.

Instagram

Dann hört man auf einer Blogger-Konferenz, dass aktuell Instagram der neueste Sch**ß ist (irgendwann 2016 war das), bei dem man auf keinen Fall fehlen darf! Ohne Instagram Account kannst du quasi all deine anderen Bemühungen vergessen, so der alles wissende Redner.

Der Influencer von heute ist Besitzer eines stolzen Instagram Accounts mit 10.000en Followern und postet zumindest 2x pro Tag ein Bild. Und er oder sie die muss die Schar an Followern auch noch mit Insta-Stories unterhalten, wo man zeigt, wie man sich am Morgen kämmt oder das Brötchen schmiert. Was man auf dem Weg zur und von der Arbeit so alles erlebt hat. Wie das Wetter gerade ist, wo man gerade isst.

Ja, ich habe (natürlich!) auch einen Account. Nein, keine 10k Follower und ich gehe davon aus, dass es sie nicht interessiert, wie ich ungekämmt aussehe oder mein Brötchen schmiere.

Zugriffe auf den Blog bekomme ich durch Instagram praktisch keine. Was aber auch kein Wunder ist, denn außer im Profil gibt es bei Instagram keine Möglichkeit, Links anzugeben. Und so habe ich Insta dann auch irgendwann den Rücken gekehrt und stalke dort nur noch andere Stalker beim Stalken anderer Stalker.

Pinterest

FAIL – ich weiß! Denn genaugenommen ist Pinterest so etwas wie eine Bildersuchmaschine und kein soziales Medium. Aber gewisse Elemente, wie z.B. die Gruppenboards, haben doch zumindest auch einen gewissen, sozialen Charakter.

Und da man immer wieder liest, dass Pinterest der Traffic-Bringer Nummer eins sein kann, wenn man es denn nur richtig einsetzt, musste ich natürlich auch auf diesen Zug noch aufspringen. Bisher mit eher wenig Erfolg, aber laut meinen Zugriffsstatistiken doch immerhin Nummer 2 nach Facebook, wenn es um Zugriffe auf mein Blog geht.

Logischerweise hat Pinterest nach einer gewissen Aufbauphase auch damit begonnen, Pins gegen Werbung / Bezahlung auszuspielen. Ich habe das einmal versucht: Pinterest – was bringt Werbung?

Pinterest sollte ich also wohl noch etwas länger verfolgen.

Flipboard

Apropos Zugriffe. Flipboard ist so etwas wie eine Casino-Slot-Maschine. Manche dort eingestellte Artikel zünden ganz extrem, wiederum andere werden voll und ganz ignoriert.

Flipboard - ein Magazin. Ein weitere Kandidat für den Social Media Overkill
Flipboard – ein Magazin

In Flipboard bastelt man Magazine, in die man seine Artikel sauber sortiert einfügen kann. Und natürlich gibt es auch Gruppenmagazine, in die man seine eigenen oder andere Artikel einfügen kann. Und um noch ein klein wenig mehr soziale Aspekte einzubringen, kann man Herzerl verteilen und Kommentare abgeben.

Wissen muss man auch, dass Flipboard nur auf News abfährt und so nur nagelneue Artikel eine Chance auf Sichtbarkeit und Würdigung durch den Algorithmus erlangen.

Flickr

500px oder Flickr? Irgendetwas braucht der moderne Blogger doch unbedingt auch noch, um sein Portfolio an genialen Fotos zu zeigen. Meine Entscheidung ist auf dann auf Flickr gefallen. Das soll wirklich genial sein und nach meiner Anmeldung dort, hat es mir auch ganz gut gefallen. Nach einigen Wochen zählte ich mangels ausreichender Aktivität gerade einmal 7 Follower. Da wollte ich dann recht schnell nicht mehr „mitspielen“.

2 Monate später habe ich meinen Flickr Account dann auch wieder gelöscht.

YouTube

Und Videos muss man selbstverständlich auch noch zeigen! Fotos werden langsam aber sicher so etwas von Old-School! Meinen prall gefüllten YouTube Kanal findest du hier.

Tik-Tok

Lustige und kurze Video-Schnipsel mit Musik hinterlegt. Die Jugend fährt seit 2019 massiv drauf ab, trotz aller Datenschutz-Bedenken. Ich habe kurz einmal reingeschaut und entschieden: habt gerne Spaß, aber die Sau treibe ich nicht auch noch durch das Dorf!

Der soziale Burnout – alles nur vergeudete Zeit?

Langsam aber sicher wird mir das alles zu viel und ich beginne zu zweifeln. An mir. An den sozialen Medien. An der Sinnhaftigkeit all dieses Strebens nach immer mehr Aufmerksamkeit.

Die Follower – egal welchen Dienstes – wenden sich von dir ab, sobald sie merken, dass du nicht mehr so aktiv bist. Sie tun das nicht absichtlich, du bist eben einfach weniger sichtbar. Denn durch die schier unendliche Masse an Leuten, die sich sozial vernetzen wollen und diese Dienste nutzen, müssen die Dienste zwangsläufig damit beginnen, nach Relevanz zu sortieren.

Wertvolle Leute – jene, die den Dienst häufiger nutzen – in den News-Streams nach vorne zu bringen und weniger engagierte in der (verdienten) Versenkung verschwinden zu lassen.

Wenn du also 8 Dienste nur so halb-halb betreust: was wird passieren? Du wirst vermutlich früher oder später bei allen in der Versenkung verschwinden. Und dann kannst du wirklich mit Fug und Recht behaupten, dass all das vergeudete (Lebens-)Zeit gewesen ist. Das wird auch mir passieren, wenn ich so weitermache als bisher.

Ist weniger in dem Fall also nicht mehr?

Eine Strategie muss her!

Wir (ich und vielleicht ja auch du?)  müssen dringend unsere Strategie überdenken! Genaugenommen habe ich ja kaum eine, außer, überall mitmischen zu wollen.

Alle Dienste kennenlernen zu wollen, das war ja noch okay. Gegen das Kennenlernen an sich spricht ja nichts. Denn nur wenn man etwas kennt, kann man am Ende dafür oder dagegen sein. Und da jeder dieser Dienste seine eigenen Gesetze hat, dauert es natürlich auch etwas, um sich ein Urteil bilden zu können.

Aber nun ist es langsam aber sicher an der Zeit, mich zu entscheiden: wo will ich wirklich meine Energie reinlegen und was lasse ich lieber bewusst sacken oder gar ganz sein? Ich weiß jetzt schon, dass mir das alles andere als leicht fallen wird. Denn wenn man in etwas viel Zeit investiert hat, dann trennt man sich nur sehr ungern davon. Das fühlt sich so nach Verlust an. Dabei kann sich speziell in diesem Fall dieser Verlust am Ende als echter Gewinn entpuppen.

Na dann – Nägel mit Köpfen – trenne dich!

Umpf. Nein, so war das nun auch wieder nicht gemeint! Mit „langsam aber sicher an der Zeit“ meinte ich selbstverständlich nicht sofort! Aber ich verspreche: ich überdenke meine Situation. Ganz ehrlich!

Hier ein 1. Anfang. Wenn ich hier und jetzt eine Reihung nach Wichtigkeit (Nutzen für meinen Blog und Spaß am Dienst selbst – ich lebe ja nicht von meinem Blog) machen sollte, so würde diese wie folgt aussehen:

Tipp zum Schluss

Einen wirklich hervorragenden Artikel zu diesem Thema findest du bei Sophie: Wann haben wir aufgehört zu leben? Dieser Artikel ist wirklich so etwas wie Pflicht!

Andreas Schmied von der Wunschschmiede hat im Rahmen einer Blogparade dazu aufgerufen, die ganz persönlichen Erfahrungen mit sozialen Medien zu teilen. Dass ich diese Blogparade ausgerechnet jetzt entdeckt habe, passt wirklich wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.

Die Erfahrungen von Andreas und den anderen Teilnehmern findest du in seinem Artikel zu dieser Blogparade: „Welche Soziale Medien nutzt Du und wie sind Deine Erfahrungen damit?“.

Und welche soziale Medien nutzt du? Von welchen davon könntest du dich jetzt sofort trennen? Schreibe es mir als Kommentar!