In der Fotografie ist der Weg das Ziel! Man lernt immer wieder etwas Neues dazu, man ist niemals „der perfekte Fotograf“.

In diesem Artikel beschreibe ich dir meinen Weg zu besseren Bildern – mit dem Wissen, dass ich noch lange nicht dort bin, wo ich hin will. Jeder wird seinen eigenen Weg zu besseren Bildern gehen, aber vielleicht bringt dir ja meiner die ein oder andere Anregung, um dich selbst fotografisch zu verbessern.

Mein Start in die Fotografie

Fotografieren hat mir schon immer Spaß gemacht und so habe ich seit meiner Jugendzeit sämtliche Urlaube und Wanderungen in Bildern dokumentiert. Aus heutiger technischer Sicht damals noch mit mehr oder weniger unterirdischem Equipment, denn wirklich gute Kameras waren um 1985 für mich finanziell außer Reichweite. Die Kosten lagen bei ein bis zwei Monatsgehältern und das wollte und konnte ich mir nicht leisten.

PhotoCD – What the F**k?

Wer als Fotograf 1992 etwas auf sich gehalten hat, hat seine Fotos auf einer sogenannten Kodak PhotoCD speichern lassen. Das war zu diesem Zeitpunkt der letzte Schrei und das Format der Zukunft! Klar musste auch ich da dabei sein! 15 Jahre später sieht es aber ganz anders aus.

Die jüngeren Leser werden mit der PhotoCD (PCD) nichts anfangen können, die älteren werden überlegen und wissend nicken. Mittlerweile wurde der Support für PCD eingestellt und viele Bildprogramme können diese PCD-Files nicht mehr lesen.

IrfanView ist übrigens ein Retter in der Not (nur falls jetzt jemand in Panik verfallen sollte und seine alten Bilder retten will). Mit einem zusätzlichen PlugIn kann es die Bilder in voller Auflösung (2048 x 3072px) konvertieren und damit retten. Während des Schreibens dieser Zeilen läuft bei mir der Konvertierungsvorgang. Panik? Nana, ich habe nur sicherheitshalber all meine PCD’s nun konvertiert 😉 .

Preikestolen am Lysefjord

Preikestolen am Lysefjord – PhotoCD – höchste Qualität aus dem Jahr 1992 (digital vergilbt? Hmmm?)

Die PhotoCD war also so etwas wie ein Irrweg. Aber auch solche gehören dazu, wenn man mit der Zeit gehen und sich verbessern will.

Kein Knipser

Ein Knipser ist für mich jemand, der einfach nur abdrückt, ohne sich vorher Gedanken zu machen, was die aktuelle Situation zu etwas besonderem macht. Ohne auf den Bildaufbau oder gar die Lichtverhältnisse zu achten. Nicht dass das nur schlecht wäre – manchmal entstehen auch so gute Bilder. Aber eher zufällig. Und das wollte ich nie.

Was ich schon immer wollte sind wiederholbar gute Ergebnisse. Und das kann man nur dann schaffen, wenn man weiß, wie man zu diesem guten Ergebnis gekommen ist.

Grundlagen der Fotografie, Bildkomposition

Wer wiederholbar gute Bilder schießen will, muss sich mit den Grundlagen der Fotografie auseinandersetzen. Ja, ist so! Tut mir leid, wenn du gehofft hast, hier etwas anderes zu lesen. Denn nur dann ist der Anteil, den die Ausrüstung zu einem guten Foto beiträgt, geringer. Ohne die Grundlagen zu kennen, kann man selbst mit der besten Ausrüstung keine wirklich guten Bilder machen, sondern bestenfalls Zufallstreffer landen. Zwar bessere Zufallstreffer als mit schlechtem Equipment, aber eben doch nur Zufallstreffer. Und das gilt für Fotos mit dem Smartphone gleichermaßen wie für Fotos mit einer Spiegelreflex-Kamera.

Etwas mehr zum Thema Grundlagen findest du in meinem Artikel “Geile Fotos! Welche Kamera verwendest du?”.

Erst wenn man die Grundlagen beherrscht und diese mehr oder weniger in Fleisch und Blut übergegangen sind, kann man diese in bestimmten Situationen ganz bewusst verletzen und so zu teilweise noch besseren Bildern kommen. Ich habe mir deshalb schon früh einige Bücher gekauft und mich in die Materie eingelesen. Mittlerweile nutze ich logischerweise auch sehr viel das Internet, aber vor 25 Jahren waren hier die Infos noch eher dünn gesät.

Meine Kompakt-Ära

Viele Jahre (pfuh, es waren fast 30 Jahre!) habe ich nur mit Kompaktkameras fotografiert. Zum einen aus Kostengründen, zum anderen auch aus einer gewissen Bequemlichkeit. Kompaktkameras heißen nicht umsonst Kompaktkameras. Sie sind in der Regel kleiner als ihre Spiegelreflexkollegen und deshalb auf Wanderungen einfacher zu transportieren.

Wobei ich immer schon eher zu größeren Modellen wie der Canon Powershot SX1 IS gegriffen habe. Wichtig waren mir dabei immer ein schwenkbares Display für Aufnahmen in Bodennähe oder Überkopfaufnahmen und ein möglichst guter Zoom. Diese Kameras waren nicht mehr ganz so kompakt, aber noch immer platzsparender zu transportieren, als eine Spiegelreflexkamera mit ein oder 2 Objektiven. Und günstiger.

Was mich aber schon sehr früh gestört hat: das Spiel mit der Schärfentiefe und Nachtaufnahmen sind bei den Kompakten nur sehr schlecht möglich. Für reine Landschaftsaufnahmen am Tag, bei denen man in der Regel ohnehin eine möglichst hohe Schärfentiefe haben will, ist das kein Thema. Aber wenn man zum Beispiel Details möglichst ansprechend festhalten will, stößt man mit einer Kompakten sehr schnell an die Grenzen.

Umstieg auf Spiegelreflexkamera DSLR

Der Kauf eines Canon EOS 700D Kits inkl. EF-S 18-55 mm Werbung im Jahr 2014 markiert meinen Einstieg in die Spiegelreflex-Fotografie. Samt Ersatzakku Werbung, einer passenden 64GB Speicherkarte Werbung und dem Buch “Canon EOS 700D: Das Handbuch zur Kamera Werbung“.

Das Buch war mir sehr wichtig, denn zu oft besitzt man eine Kamera vollgepackt mit Optionen, die man mangels Wissen einfach nicht nutzt. Und das sollte diesmal gleich von Beginn an anders sein. Zusätzlich enthält das Buch auch viele praktische Tipps zu verschiedenen Bereichen der Fotografie wie Porträt-, Makro- oder Landschaftsfotografie. Ich habe den Kauf auf jeden Fall nicht bereut.

Aja – und ein zusätzliches Tele-Zoomobjektiv Canon EF-S 55-250 mm Werbung musste natürlich auch noch sein, denn meine alte Kompakte hatte einen 20-fach Zoom. Und zu viel Rückschnitt, was die Möglichkeiten beim Zoom anbelangt, wollte ich auch nicht hinnehmen.

Anfangs war ich etwas überfordert, was den Objektivwechsel anbelangt. Das nahtlose Zoomen des kompakten Vorgängers habe ich zu Beginn doch etwas vermisst. Auch das Abschätzen des möglichen Bildausschnittes mit dem jeweiligen Objektiv bedurfte etwas Zeit.

Mehr Equipment, mehr zu tragen

Ab sofort hatte ich zumindest zwei größere Teile mit mir herumzutragen, wenn man das aktuell auf dem Kamerabody montierte Objektiv nicht mitzählt. Und da ich normalerweise immer auch Ersatzakkus und Reinigungsequipment (ich schwöre schon ewig auf die Hama Lenspen Werbung) mit dabei habe, musste auch ein vernünftiger Fotorucksack her.

Solche Teile gibt es wie Sand am Meer und so ist mir die Auswahl recht schwer gefallen. Am Ende habe ich mich für den SlingShot von Lowe entschieden. Anfangs noch für das kleinste Modell, den Lowepro SlingShot 102 AW Werbung, später musste dann der mittlere (202 AW Werbung) her, weil einfach der Platz nicht mehr ausgereicht hat. Für den Body, meine beiden ersten Objektive (das 18-55mm und das 55-250mm) und etwas Kleinkram reicht der Platz im kleinsten dieser Fotorucksäcke aber locker aus. Ich habe diesen auch heute noch im Einsatz, wenn ich mich wieder einmal ganz bewusst mit den Objektiven einschränke.

Was mir an diesen Rucksäcken besonders gut gefällt, ist, dass man sie sehr einfach von hinten nach vorne ziehen kann. Wenn der Rucksack nach vorne gezogen ist, hat man direkten Zugriff auf die Kamera und kann dann den Rucksack auch noch sehr gut als Auflage beim Fotografieren verwenden.

Weitwinkel vermisst (und Schärfentiefe)

Als jemand, der vorwiegend Landschaften fotografiert, habe ich immer wieder einmal den unteren Weitwinkelbereich vermisst. Und so ist es dann zum Kauf des Canon EF-S 10-18 mm Werbung gekommen.

Etwas mehr Weitwinkel darf es schon sein

Etwas mehr Weitwinkel darf es schon sein

Mit jedem neuen Objektiv und der intensiven Beschäftigung damit, lernt man auch wieder etwas dazu. Der Einfluss der Brennweite auf die Schärfentiefe und wie diese durch Auswahl der Blende verändert werden kann, ist mir mit dem 10-18mm so richtig bewusst geworden. Nämlich in der Hinsicht, dass eine geringe Brennweite zu einer sehr hohen Schärfentiefe führt. Ein Freistellen von Details ist damit nahezu unmöglich.

Auch der Umstieg von Programmautomatik auf Zeitautomatik stellt übrigens einen kleinen, aber sehr wichtigen Schritt im Rahmen der Steigerung meiner fotografischen Kenntnisse dar. Ganz gezielt auf die Schärfentiefe achten und nicht der Programmautomatik freie Hand zu geben, was Blende die Auswahl und Belichtungszeit anbelangt.

Belichtungszeit

Als Landschaftsfotograf wähle ich normalerweise die Zeitautomatik, um die Schärfentiefe durch eine gezielte Auswahl der Blende zu bestimmen. Im Falle eines Wasserfalles arbeite ich aber gern mit der Blendenautomatik, bei der ich die Belichtungszeit vorgebe. In diesem Fall ist mir die Schärfentiefe nicht ganz so wichtig, hier will ich, dass das Wasser nicht 100% scharf abgebildet wird, sondern eher einen fließenden Eindruck macht. Und das erreicht man ab einer Belichtungszeit von etwa 1/30 Sekunde. Achtung: ohne Bildstabilisator besteht hier Verwackelungsgefahr!

Spiel mit der Belichtungszeit

Spiel mit der Belichtungszeit: F/4.0, 0.5 Sekunden belichtet

So richtig in den Vordergrund gerückt ist die Belichtungszeit für mich im Zusammenhang mit dem Thema Astrofotografie. Für 2017 hatte ich mir vorgenommen, die Milchstraße zu fotografieren. Und dazu braucht es ein Objektiv mit einem guten Weitwinkel aber auch einer möglichst großen Offenblende (kleiner Blendenwert).

Und zack: schon wieder musste ein neues Objektiv her. Ein Samyang 16mm F2.0 Werbung. Das Objektiv besitzt zwar einen manuellen Fokus und besitzt auch keinen Bildstabilisator, dafür bewegt es sich preislich für diese Lichtstärke in einem leistbaren Bereich.

Festbrennweite, Schärfentiefe und Detailaufnahmen

Eine Festbrennweite habe ich lange Zeit für ziemlich überflüssig gehalten (abgesehen vom soeben erwähnten 16mm Objektiv, welches ich mir für die Astrofotografie geleistet habe). Wozu eine 50er Festbrennweite, wenn ich ohnehin ein Zoomobjektiv habe, welches diese Brennweite auch abdeckt? Wenn man aber gerne Details fotografiert oder auch das ein oder andere Porträt aufnehmen will, rücken plötzlich auch Objektive mit Festbrennweite in den Vordergrund. Warum?

Weil man anhand deren großen Offenblende eine geringe Schärfentiefe erreichen kann! Und das kommt bei Porträts einfach gut. Zudem sind solche Objektive im Vergleich zu den Zoomobjektiven in der Regel sehr viel kompakter und leichter. Und auch viel günstiger in der Anschaffung.

So musste am Ende dann doch das Canon EF 50 mm 1:1.8 Werbung her! Die Offenblende von F/1.8 ist schon wirklich sehr gut, wenn man diese zum Beispiel mit den F/5.6 beim 18-55 mm Objektiv bei 50 mm vergleicht.

Die Kaffeetasse im Fokus des Geschehens

Die Kaffeetasse im Fokus des Geschehens

Festbrennweite die Zweite

50mm sind für Portäts perfekt und auch so manche Details (wie zum Beispiel Blumen, Details in Städten, …) sehr gut geeignet. Aber da ich zumeist Landschaften ablichte, ist eine 50er Festbrennweite einfach eine zu große Einschränkung. Und so habe ich dann kurzerhand mit einer 24mm Festbrennweite nachgelegt. Praktische Erfahrungen mit dem Canon EF-S 24 mm 1:2.8 Werbung sammle ich im Moment (Mai 2017) damit. Der Weg ist das Ziel!

„Kleinkram“

Und so besitze ich mittlerweile sehr viele Objektive, die ich mittlerweile ganz gezielt einsetzen kann. Jeweils inklusive Polfilter und Gegenlichtblenden. Ich schwöre nämlich auf Polfilter, da ich ein Fan von sattblauem Himmel bin. Zudem kann man auch Spiegelungen in Seen (oder Fenstern) damit sehr gut steuern.

Aja, und einen Batteriegriff  habe ich mir auch besorgt. Den Nachbau von Neewer Werbung gibt es schon unter 20€, wer auf das Original schwört muss bei Canon Werbung um die 150€ dafür berappen. Und eine Heizmanschette samt Akku-Pack. Letzteres für Nachaufnahmen, um genügend Power auch in kühleren Nächten dabei zu haben und ein beschlagen der Linse zu vermeiden. Die Zwischenringe hätte ich fast vergessen – die habe ich mir besorgt, um auf günstige Art und Weise in die Makrofotografie hineinschnuppern zu können. Dann war da noch der Bohnensack Werbung und der Fernauslöser mit Timerfunktion Werbung.

Fotografie - der Weg ist das Ziel

Fotografie – der Weg ist das Ziel

Pfuh, jetzt wird mir langsam klar, wohin mein Geld verschwunden ist 😉 .

Und wie sieht dein Weg zu besseren Fotos aus? Hast du noch Tipps, die ich übersehen haben? Schreib es ruhig als Kommentar darunter, ich freue mich drüber!

In der Fotografie ist der Weg das Ziel! Man lernt immer wieder etwas Neues dazu, man ist niemals "der perfekte Fotograf".