Zuletzt aktualisiert am 15. August 2020 um 10:06

Drohnen sind mittlerweile technisch sehr ausgereift und preislich auch erschwinglich und so wird auch das Fotografieren mit Drohnen immer mehr zum Thema. So verwundert es nicht, dass immer mehr Leute bereits eine Drohne ihr eigen nennen und man immer öfter welche fliegen sieht.

Und wer noch keine Drohne hat, denkt eventuell immer öfter drüber nach, sich eine solche zu besorgen. Mich eingeschlossen. Doch dabei gibt es rechtlich einiges zu beachten und man sollte sich unbedingt schon vor dem Kauf näher mit diesem Thema auseinandersetzen.

Warum eine Drohne?

Bevor man bei einem Schnäppchen zuschlägt, sollte man sich nähere Gedanken darüber machen, wofür man eine Drohne haben will. Einfach nur um Spaß zu haben? Also nur, um damit zu fliegen, vergleichbar mit Modellfliegen? Oder um Foto- und oder Videoaufnahmen zu machen?

Die Modelle unterscheiden sich immens. Wer nur eine „Spaßdrohne“ ohne Kamera sein Eigen nennen will, muss sich weniger Gedanken machen, als jemand, der mit seiner Drohne auch Fotos schießen will. In zweiterem Fall sind nämlich auch einige rechtliche Dinge zu beachten – dazu später mehr.

„Spaßdrohnen“

Hierzu zähle ich die sehr kleinen Modelle, mit denen man einfach nur in den eigenen vier Wänden seine Runden drehen will.

Minidrohne - einfach nur Spaß haben

Minidrohne – einfach nur Spaß haben

So eine Drohne ist wirklich sehr klein, jene im Bild ist gerade einmal 4×4 cm groß. Mit dieser kann man auch wenig Schaden anrichten, die Propeller stoppen auch sofort bei einem Hindernis. Ins Auge will man sie nicht bekommen, aber ansonsten kann mit solchen Modellen wirklich nicht viel passieren.

Es bedarf ein wenig Übung, sie kontrolliert zu fliegen, aber nach ein paar Ladezyklen (Flugzeit meines Modells ca. 10-12 Minuten) kann man durchaus Loopings drehen und manche Hindernisse gekonnt umfliegen. Kann sehr entspannend sein und macht auch ungemein viel Spaß. Im Bild ist eine Minidrohne in der Art von Revell Control 23971 Werbung zu sehen. Das exakt gleiche Modell steht mittlerweile nicht mehr zur Verfügung.

Fotografieren mit Drohnen

Jetzt wird es aber ernst. Wer mit Drohnen fotografieren will, hat schon ganz andere Anforderungen an eine Drohne. Solche Drohnen sind viel größer und schwerer, denn schließlich müssen sie auch eine (in der Regel eingebaute) Kamera tragen können.

Und genau so eine wollte ich haben. Und ja, ich war 2017 schon öfter nahe dran, mich einfach „glücklich zu click-en“. Dabei hatte ich die damals zwei Modelle in meiner näheren Auswahl. Das war zum einen ein DJI Phantom 3 Standard Werbung und zum anderen ein Parrot Bebop 2 Werbung. Beide bewegten sich in einer Preislage um etwa 500€ (Stand Anfang 2017).  Mein persönlicher Favorit war die DJI Phantom 3 Standard Werbung.

Aktuell würde ich mich am ehesten wohl für die DJI Mavic Pro Werbung entscheiden. Preislich zwar nicht gerade günstig, dafür aber in der Klasse C1 (unter 900 g) angesiedelt. Näheres dazu weiter unten bei den Hinweisen zu den neuen Regelungen ab 1. Jänner 2021.

Die beiden DJI (Phantom und Mavic) haben einen sehr großen Vorteil: sie besitzen ein 3 Achsen Gimbal. Das heißt, dass die Kamera alle Bewegungen der Drohne selbst ausgleicht. Will heißen: wenn man eine Kurve fliegt oder die Drohne Seitenwind ausgleichen muss, so bleibt die Kamera stets perfekt in waagrechter Ausrichtung. Ein sehr  großer Vorteil, wenn man Fotos schießen will. Das kann die Parrot nicht, denn dort ist die Kamera fix mit dem Rumpf verbunden. Dafür ist diese Drohne sehr kompakt und so wird so mancher die Parrot bevorzugen.

Und warum habe ich mir nach wie vor (April 2020) keine zugelegt, wenn es doch so sehr in den Fingern juckt? Weil lange Zeit die rechtlichen Rahmenbedingungen alles andere als klar und verständlich für mich waren. Genau das soll sich mit Jänner 2021 ändern!

Rechtliches: Fotografieren & Filmen

So manches ist klar. Dabei geht es um Dinge, die jeder Fotograf zu beachten hat.

Man darf Bilder oder Videos von Personen ohne deren Einverständnis nicht verbreiten (→ Das Recht am eigenen Bild – Persönlichkeitsrecht). Ja, das gilt auch für soziale Medien! „Hansi beim Kotzen“ mag man persönlich ja ganz lustig finden, Hansi wird den Spaß in der Regel aber nicht teilen wollen. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Als Fotograf sollte man sich immer so gut es geht erkundigen, was man darf und was nicht. Das Thema Bildrechte und Copyright füllt ganze Bücher, wie z.B. „Meine Rechte als Urheber Werbung„.

Rechtliches: Drohnen

Das Thema wird aber noch viel komplexer, wenn man Fotos mit Drohnen schießen will. Denn spätestens seit dem „Drohnen-Missgeschick“ bei einem Weltcup-Slalom, bei dem unser Top-Star Marcel Hirscher beinahe von einer abstürzenden Drohne getroffen wurde, ist klar: diese Dinger können auch gefährlich werden.

Genehmigung der Luftfahrtsbehörde

Und genau deshalb gab es immer schärfere Auflagen, was den Betrieb von Drohnen betrifft. So gibt es einige Beschränkungen, Verbote und es sind so manche Auflagen zu erfüllen. Diese hängen in der Regel von Größe und Gewicht (bzw. Bewegungsenergie) sowie Verwendungszweck (Fotografieren ja/nein) der Drohne ab.

Was das Thema noch komplizierter macht: diese Einschränkungen und Auflagen unterscheiden sich von Land zu Land oft ganz erheblich. Österreich ist hier  besonders streng.  Das Thema war dermaßen komplex, dass es eine eigene Webseite gab, die bei der Bewilligung von Drohnenflügen in Österreich unterstützt hat – die Österreichische Drohnenbewilligung. Die Inanspruchnahme dieses Services kostete allein schon 49€. Eine Bewilligung kostete (Stand Juli 2019) ca. 320€.

Neuregelung ab Jänner 2021

Ursprünglich wäre mit 1. Juli 2020 eine Neuregelung auf EU-Ebene in Kraft getreten. Aufgrund des Corona-Virus wurde diese Neuregelung auf Jänner 2021 verschoben. Für Österreich wurde in diesem Zusammenhang mit Dronespace eigens ein neuer Webauftritt ins Leben gerufen.

Basierend auf dieser neuen EU Drohnen Regelung, werden die Auflagen EU-weit harmonisiert. Ab 1. Jänner 2021 müssen sämtliche Drohnen mit Kamera registriert werden! Also auch Drohnen unter 250 g! Alte Drohnen müssen bis spätestens 1. Jänner 2023 ebenfalls registriert werden.

Dafür wird es ein eigenes Online-Portal geben, die Kosten sollen sich auf 30 € belaufen.

Die Drohnen werden dabei je nach Gewicht in unterschiedliche Klassen eingeteilt (C0 bis C4). Neben den Gewichtsklassen wird es auch noch Kategorien und Unterkategorien geben, die die Art des Einsatzes der Drohne (z.B. Flug „nah am Menschen“) festlegen.

Je nach Klasse gibt es unterschiedliche Auflagen zu erfüllen. Und je höher die Klasse, desto größer der Aufwand. So muss man für C1 eine Online-Prüfung ablegen, für Klasse C2 (> 900 g) muss man sich zusätzlich einer theoretischen Prüfung stellen.

Einen sehr guten Artikel zur Neuregelung findest du auch unter Air & More.

Verpflichtende Haftpflichtversicherung

Neben einer etwaigen Bewilligung der Luftfahrtbehörde muss man sich auch um eine entsprechende Haftpflichtversicherung kümmern. Je nach Drohne fallen pro Jahr noch einmal um die 100€ an.

Neben dem Anschaffungspreis der Drohne selbst kommen also noch weitere Gebühren für dich als stolzen Drohnenbesitzer zu, wenn du deine Drohne legal abheben lassen willst. Das hat mich bis heute vom Kauf einer Drohne abgehalten. Denn wenn ich fliege, will ich das natürlich legal tun und die damit geschossenen Fotos hier in meinem Blog oder wo auch immer im Web online stellen können.

Gesammelte Links

Was sind deine Erfahrungen? Fliegst du schon oder wartest du noch?

(alle Angaben ohne Gewähr)

Drohnen - technisch immer ausgereifter und preislich immer günstiger. Aber wo darf man fliegen und wie sieht es mit dem Fotografieren mit Drohnen aus?