Zuletzt aktualisiert am 9. Januar 2021 um 11:10

Einen Fotokalender erstellen und herausgeben – hast du schon einmal darüber nachgedacht? Meine Gedanken zur Veröffentlichung eines eigenen Kalenders vom Salzburger Land kannst du in diesem Artikel nachlesen!

Immer wieder einmal habe ich darüber nachgedacht, einen eigenen Kalender herauszugeben. Und immer wieder habe ich diese Idee verworfen.

Mein gutes Abschneiden beim Trierenberg Super Circuit 2018 und wiederholte Fragen von Freunden und Bekannten, warum ich denn keinen Kalender herausgeben würde, haben mich dann überzeugt: 2020 will ich einen Kalender Salzburger Land herausgeben!

Die Entstehungsgeschichte eines Kalenders

Viele offene Fragen zu Beginn

Logischerweise wirft so ein Projekt für einen Neuling auf diesem Gebiet viele Fragen auf, die es erst einmal zu analysieren gilt. In diesem Artikel findest du meine (ersten) Antworten darauf.

  • Eigenverlag oder Anbieter wie Calvendo?
  • Size matters – welche Größe?
  • Was kostet ein Kalender in Größe DIN A2?
  • Welche Zusatzoptionen werden angeboten?
  • Welche Kosten fallen insgesamt an?
  • Mit oder ohne Sponsor?
  • Welche Auflösung der Fotos braucht es für beste Qualität?
  • Wie die besten 12 Fotos finden?
  • Wie viel soll / darf der Kalender kosten?
  • Wie an den Mann / die Frau bringen?

Eigenverlag oder Anbieter wie Calvendo?

Einen Verlag wie Calvendo zu nutzen, ist für mich trotz einiger Vorteile sehr schnell weggefallen. Zwar braucht es keine potentiell riskante Vorfinanzierung für die Produktion und man muss sich wirklich um fast nichts selber kümmern (wie zum Beispiel Produktion, Vertrieb, Bezahlabwicklung und Versand), aber das hat eben auch seinen Preis.

Für einen Kalender bei einem angenommenen Verkaufspreis von 59,9€ würde Calvando gerade einmal 5,28€ (Quelle ist deren Honorartabelle 2019) an mich abgeben wollen.

Dem gegenüber besteht beim Eigenverlag ein gewisses Verlustrisiko, denn man könnte natürlich zu wenig der im Vorhinein gedruckten Kalender los werden. Und Kalender, deren Zeit abgelaufen ist, sind praktisch wertlos. Okay, fast. Wenn die Bilder genial sind, könnte man zumindest diese noch aufhängen. Aber kaufen würde einen alten Kalender wohl trotzdem niemand.

Dazu kommt der Aufwand für den Verkauf. Man muss einen Shop oder zumindest eine Bezahlmöglichkeit einrichten, sich selbst um die Verpackung und den Versand eines jeden einzelnen Kalenders kümmern. Es gibt auch keine “geschenkte” Werbung wie das Listing bei Online-Portalen. Aber dafür bleibt das Potential, dass am Ende doch einiges mehr für einen selbst übrig bleibt.

Size matters – welche Größe?

Welche Größe sollte der Kalender haben? DIN A4 ist für mich sofort weggefallen. In dieser Größe empfinde ich Kalender eher als Geschenk-Artikel und weniger als eine Art Kunst oder Eyecatcher, welche man sich gerne an die Wand hängen würde.

Fotokalender herausgeben - Size Matters
Size Matters – Größenvergleich Din A2 / A3 / A4

Insbesondere Landschaftsaufnahmen sollten schon ein gewisse Größe haben, um zu wirken. Aber bevor ich laut “A3” sagen konnte, hat mich mein Freund eingebremst: DIN A3 wäre in jedem Fall zu klein – es muss unbedingt DIN A2 sein!

Manche Entscheidungen sollte man schnell treffen und mit etwas grummeln in der Magengegend (das könnte teuer werden) habe ich umgehend damit begonnen, Preise zu vergleichen.

Was kostet ein Kalender in Größe DIN A2?

Folgende Anbieter habe ich mir dabei näher angesehen:

Die Preisunterschiede bei den einzelnen Anbietern waren / sind sehr hoch und es lohnt sich, in jedem Fall zu vergleichen!

Dabei kann es sein, dass bei einem Hersteller die Stückzahl eher viel ausmacht, bei einem anderen nicht. Für mich mit einer eher kleinen Stückzahl (in einer ersten Überlegung habe ich an 50-100 Stück gedacht) auf jeden Fall sehr relevant. Interessant: nicht alle Hersteller bieten alle Arten der Bedruckung (einseitig oder beidseitig) und alle Größen an. Manche bieten zum Beispiel nur beidseitigen (und sehr viel teureren) Druck an, manche haben nur Größen bis DIN A3 (z.B. Flyeralarm) in ihrem Programm, andere DIN A2 nur im Hochformat und nicht im Querformat.

Das hat mich dann doch etwas erstaunt und so ist sehr schnell für meine Anforderungen (A2, einseitiger Druck, Querformat) nur noch ein wirklich interessanter Anbieter übrig geblieben.

Da ich an dieser Stelle keine Werbung für einen der Anbieter machen will, nur so viel: der Preisunterschied zwischen den 2 übrig gebliebenen Anbietern war immens – es war nahezu Faktor 3! In Zahlen: 2.870€ zu 1.200€ für 100 Stück.

Da auch noch 1.200€ für eine Vorfinanzierung nicht wenig sind und ich nicht abschätzen kann, ob ich 100 Stück auch wirklich verkaufen kann, habe ich mir dann angesehen, ob es nicht sinnvoller sein könnte, weniger Stück drucken zu lassen. Das könnte zwar den EK pro Stück erhöhen, aber das Risiko, auf zu vielen Kalendern sitzen zu bleiben, wäre so geringer.

Und siehe da: sogar bei einer Abnahme von nur 5 Stück ändert das am Stückpreis beim Anbieter meiner Wahl nichts! Das konnte ich fast nicht glauben. Ist natürlich super, denn das macht mich auch relativ flexibel, was später etwaige Nachbestellungen betrifft.

Welche Zusatzoptionen werden angeboten?

Im obigen Preis von 1.200€ pro Stück habe ich schon all meine Wunschoptionen aktiviert. Glücklicherweise hat der Bestanbieter im Vergleich zu den anderen auch hier die Nase vorn. Hier meine gewählten Optionen – Kosten jeweils für 100 Stück.

  • ca. 40€ Aufpreis zusätzliches Foliendeckblatt aus Hart-PVC
    Das schützt den Kalender vor Verschmutzungen. Bei einem hochwertigen Kalender will man auch das Deckblatt sauber halten!
  • Beim Papier entscheide ich mich statt für die Mindest-Variante mit 135 g für ein 250 g schweres Papier, Aufpreis 140€.
  • Und nein, kein normales 250 g Papier, sondern die edelste Variante mit UV-Lack soll es sein. Aufpreis ca. 200€.
  • Variante mit 2 Deckblättern
    Wie üblich ein Deckblatt mit allen 12 Kalenderbildern, Deckblatt 2 evtl. für Sponsoren (siehe weiter unten).
  • Rückpappe mit 500 g zur Stabilisierung.
  • Spiralbindung mit Aufhängesystem

Insgesamt beträgt der Aufpreis für alle Optionen um die 380€. Für mich ist aber sehr wichtig: bei der Qualität will ich keinesfalls sparen!

Klar wird der Kalender dadurch am Ende ein wenig teurer, aber dafür hat man dann ein edles Prachtstück an der Wand hängen, an dem man ein ganzes Jahr lang seine Freude hat. Vielleicht sogar länger, wenn man die Monatsblätter sich dann auch noch einrahmt und als Bilder an die Wand hängt.

Fotokalender herausgeben - einzelne Monatsblätter gerahmt als Bild an die Wand
Schafberg im Rahmen

Okay, man kann es mit dem Rahmen auch übertreiben. Das ändert aber nichts daran, dass man sich Bilder des Kalenders später durchaus in einem Rahmen an die Wand hängen kann.

Welche Kosten fallen insgesamt an?

Die Herstellungskosten des Kalenders sind aber nur ein Teil der anfallenden Kosten. Der Kalender will am Ende auch noch verpackt und verschickt werden. Die Verpackung ist natürlich nicht unwichtig, denn schließlich soll der Kalender auch in der Größe noch völlig unversehrt beim Empfänger (also dir) ankommen. Es gilt also, entsprechendes Verpackungsmaterial zu besorgen. Angedacht sind derzeit diese Versandkartons: ETCA160 – Kalenderpack 650 x 450 mm.

Und natürlich kostet auch der Versand in Größe DIN A2 etwas mehr – vor allem ins Ausland. Der Kalender wird mit ca. 1 kg (der Hersteller gibt als Gewicht für 100 Kalender 108 kg an) auch ein wenig auf die Waage bringen. Innerhalb Österreichs sind das laut Tarifrechner der Post 4,20€, nach Deutschland zum Beispiel satte 13,92€. Ob ich Bestellern aus dem Ausland eine Versandgebühr von 9,90€ oder ähnlich verrechnen werde, ist noch in Überlegung.

Bezahlt muss der Kalender natürlich auch werden. Bei einer Bezahlung über Paypal fallen bei einem Verkaufspreis von 59€ zusätzlich ca. 2,4€ an Bezahlgebühren an.

So entstehen bei einem Versand nach Deutschland zusätzlich Kosten in der Höhe von etwa 20€.

Mit oder ohne Sponsor?

Eine weitere Überlegung könnte sein, Sponsoren mit ins Boot zu holen. Man könnte zum Beispiel Tourismusverbände oder Unterkünfte der Region kontaktieren.

Welche Auflösung der Fotos braucht es für beste Qualität?

Kurz gegoogelt liefert folgende Info: um eine optimale Qualität für den Druck zu erreichen, sollten 152 dpi oder 60 Pixel pro Zentimeter ausreichen. Bei DIN A2 (59,4 cm x 42 cm) wären das dann also 3564 x 2520 Pixel.

Meine alte Spiegelreflex (Canon EOS 700D) hat Bilder mit 5184 x 2912 Pixel, meine aktuelle DSLR (Canon EOS 80D Werbung) mit 6000 x 3368 Pixel. So liefert meine aktuelle Kamera auf jeden Fall Bilder in ausreichender Auflösung, aber auch mit der 700D aufgenommene Bilder sollten eine sehr gute Qualität gewährleisten.

Allerdings liest man teilweise auch von 300 dpi. So zum Beispiel auch beim Druck-Anbieter meiner Wahl. Und da stößt man dann schnell an seine Grenzen. Einen Online-Rechner zu Auflösungen findest du übrigens bei diesem Pixelrechner.

Und so muss man möglicherweise einen allerersten Kompromiss eingehen, was die Qualität anbelangt. Mein Anbieter wollte jeweils 3 mm Rand und so musste ich Druckdaten für 600 x 426 mm zur Verfügung stellen. Für das Bild im Format 16:9 bedeutet das also am Ende etwa 230 dpi. Ein Passepartouts wäre auch nicht schlecht und so kam ich hochgerechnet auf einen Wert um die 250 dpi für die Bilder meiner alten 700D (davon hatte ich sehr viel mehr Bilder zur Verfügung).

Ich würde dir raten, wenn möglich, auf jeden Fall ein Muster anfertigen lassen, um die Qualität selber prüfen zu können, bevor du mehrere Stück in Auftrag gibst.

Wie die besten 12 Fotos finden?

Wenn der Kalender kein Kalender für dich sondern primär für Kunden werden sollte, könntest du versuchen, deine Community in sozialen Medien mit einzubeziehen. So habe ich für jeden Kalendermonat 4 Bilder zur Auswahl gestellt und meine Facebook Fans auswählen lassen.

Dir muss aber auch bewusst sein, dass so etwas auch ein gewisses Risiko in sich birgt. So könnte evtl. der ein oder die andere enttäuscht sein, wenn der persönliche Favorit am Ende nicht in den Kalender kommen sollte. Trotzdem wird der daraus entstehende Kalender eher deine Fans zufriedenstellen, als wenn du die Bilder für dich alleine auswählst.

Wie viel soll / darf der Kalender kosten?

Diese Frage habe ich mir natürlich gleich zu Beginn gestellt und mich online umgesehen, um ein gewisses Gefühl für Preise zu bekommen. Kann ich auf einen Verkaufspreis kommen, den die Leute gerne bezahlen und am Ende für mich auch noch etwas übrig bleibt, was den Aufwand für die Erstellung eines solchen Kalenders auch rechtfertigt?

Erwartungsgemäß streuen die Preise sehr stark, was auch mit der Qualität der Bilder und natürlich auch des verwendeten Papieres sowie dessen Veredelung zusammenhängt. Ich bin auf Preise ab 19,90€ (mit einer eher mageren Qualität) bis weit über 100€ gestoßen.

Ich habe aufgrund der hohen Qualität des Papiers und des Drucks einen Preis von 59€ angestrebt.

Wie an den Mann / die Frau bringen?

Irgendwann ist der Kalender dann fertig und will verkauft werden. In meinem Fall hat sich der Online-Shop meines eigenen Blogs angeboten, was eine allererste Möglichkeit darstellt.

Aber das soll nicht alles sein. So kannst du dich an Tourismusbüros der Gegend wenden und eventuell Trafiken und Geschäfte kontaktieren, die den Kalender für dich verkaufen wollen.

Wie es mir mit meinem ersten, eigenen Kalender am Ende dann ergangen ist, kannst du im Artikel Kalender Salzburger Land – Flop und Erkenntnisse nachlesen!