Für mein Video durch die Nocksteinschlucht war ich zum ersten Mal mit meinem GoPro Seeker Rucksack unterwegs. Warum ich das extra erwähne? Weil dieser eine wichtige Rolle bei diesem Making Of spielen wird. Es geht in dem Artikel nämlich sehr stark darum, wie gut sich der Rucksack in der Praxis macht beziehungsweise insbesondere, wie gut sich eine der in den Rucksack integrierten Montierungen macht: die Montierung für die 3-Wege Halterung.

Sinn dieses Videodrehs war also in erster Linie, dass ich Erfahrung mit dieser einen Montierung sammle.

Da ich am Ende aber auf jeden Fall auch ein brauchbares Video für die „Variante Nocksteinschlucht“ auf den Nockstein haben wollte, habe ich auch das Rollei Gimbal mitgenommen. Meine Befürchtung war nämlich, dass diese integrierte Halterung doch für ziemliche Verwackelungen sorgen könnte.

In diesem Artikel geht es im ersten Abschnitt primär um Details zur Montierung der 3-Wege Halterung und im zweiten Teil dann um das Aufnehmen und Bearbeiten des Videos selbst.

Das spezielle am GoPro Seeker

Neben der Tatsache, dass du dein gesamtes GoPro Equipment alles sauber an einem Platz unterbringen kannst, ist das Spezielle an diesem Rucksack, dass er neben den speziell ausgelegten Fächern für das Equipment mehrere Möglichkeiten für Montierungen bietet. So kannst du zum Beispiel direkt am Schultergurt deine GoPro einhängen, die GoPro 3-Wege Halterung am Rucksack befestigen oder auch eine Brustmontierung direkt am Rucksack anbringen.

Im Mittelpunkt meines Interesses bei diesem Video ist wie eingangs schon erwähnt die Montierung der 3-Wege Halterung gestanden. Wie stabil wird das Bild am Ende aber werden? Wirklich ein wildes Gewackel wie von mir befürchtet oder doch brauchbare Aufnahmen? Wie macht sich der Blickwinkel so über die Schulter? Wird ständig ein Arm zu sehen sein? Oder gar nur ein großes „Ohr“ im Vordergrund?

Die Montierung der 3-Wege Halterung in Bildern

Zuerst zeige ich dir Details zur Befestigung, damit du dir eine bessere Vorstellung daraus machen kannst.

Wie eingangs erwähnt ist eine der Montagehilfen am Rucksack speziell für die GoPro 3-Wege Halterung ausgelegt. Klar – der GoPro Seeker Rucksack Werbung ist ja auch ein Produkt aus dem Hause GoPro, so wie die doch eher recht kostspielige, aber dafür gute, 3-Wege Halterung Werbung auch. Eine geschickte Möglichkeit, zum Einen die 3-Wege Halterung für Rücksackkäufer interessant zu machen und umgekehrt.

Die Montage selbst ist wirklich einfach. Du musst dazu nur die 3-Wege Halterung auf der linken Seite (von hinten gesehen) des Rucksacks einstecken, bis der Griffteil in der Seitentasche verschwunden ist und dann die beiden oberen Segmente mit den zwei Gummizügen befestigen. Das Ganze ist dann schon relativ stabil, hat aber einen Haken – zumindest bei meiner Körpergröße von 181cm.

Evtl. funktioniert das ja bei kleineren Menschen besser, aber nach dem 1. Test, was damit so auf das Bild kommt, wenn man nun die GoPro direkt auf die Halterung montiert, war ernüchternd. Meine linke Gesichtshälfte hat einen nicht unbeträchtlichen Teil des Bildes eingenommen, ein Teil meiner Schulter war ebenfalls im Bild. Das habe ich als doch eher unbrauchbar empfunden. Ein wenig verbessern kann man den Bildausschnitt, indem man den Rucksack durch die Riemen etwas nach oben zieht, aber das hat natürlich seine Grenzen.

So habe ich mir dann die gebogene Helmverlängerung geschnappt und zwischen 3-Wege Halterung und Kamera gesetzt. Das war dann gleich viel besser – die Kamera lugte so nun wirklich über meine Schulter und die Sicht war frei von Ohr und Schulter 🙂 .

Nachteil: dadurch ist die ganze Geschichte dann noch etwas wackeliger geworden, wie du im resultierenden Video (ich habe absichtlich auch solche Aufnahmen mit in das Video eingebaut) gut erkennen kannst. Die Aufnahmen mit der Halterung am Rucksack kannst du im ersten Teil des Videos finden.

Akkupack für den längeren Dreh

Da es nie schadet, genug Power dabei zu haben, habe ich zusätzlich ein Akkupack mitgenommen. Bei Verwendung des Original-GoPro Rahmens muss man dazu die Abdeckung  bei den Steckern entfernen.

GoPro mit angeschlossenem Akkupack

GoPro mit angeschlossenem Akkupack

Achtung: deine GoPro ist jetzt nicht mehr wasserdicht und bei Regen kann es so zu Schäden kommen!

Unterwegs –  der Dreh

Den gesamten Weg nach oben bin ich mit der 3-Wege Halterung am Rucksack gegangen. Störend war das Ganze ganz und gar nicht, die Kamera über der Schulter nimmt man nach kurzer Zeit kaum noch wahr. Und da sie seitlich nicht weiter vom Körper weg steht, als die Schulter, ist die Gefahr, sich an einem Ast oder Baum mit der Kamera „einzuhängen“, doch sehr gering. Durch die gebogene Verlängerung hat sich die Kamera quasi an meine Schulter „angeschmiegt“. Während des etwa einstündigen Aufstieges zum Nockstein ist mir kein einziges Mal passiert, dass ich wegen der Kamera irgendwo hängengeblieben wäre.

Am Gipfel angekommen habe ich dann die GoPro auf mein Rollei Gimbal Werbung montiert. Ich wollte auf jeden Fall auch möglichst verwackelungsfreie Aufnahmen zur Verfügung haben. Und da man die Kamera nun in der Hand hat, kann man natürlich viel gezielter Aufnahmen machen, als wenn man sie fix auf der Schulter montiert hat. Über die Schulter montiert kannst du außer einer gezielten Körperdrehung die Kamera nicht wirklich beeinflussen.

Kein Vorteil ohne Nachteil. So lenkt das Filmen mit dem Gimbal und der Kamera in der Hand mehr ab und man ist im Gelände dadurch unsicherer unterwegs, zusätzlich sind nun die Trekkingstöcke eher störend als hilfreich. Also Stöcke einpacken, falls du welche dabei haben solltest! Das nebenbei Herschleifen der Stöcke ist zum einen nervig (zumindest ich mag keine „sinnlosen“ Geräusche neben mir) und zum anderen auch gefährlich, da man so durchaus auch über den Stock stolpern könnte. Okay, geile Action-Aufnahme – aber nicht Sinn der Übung 😉 .

Auch das Akkupack kannst du nun nicht mehr anschließen, da der Stecker der GoPro nach dem Einspannen in das Gimbal nicht mehr zugänglich ist.

Videobearbeitung

Bei der Videoverarbeitung bin ich so vorgegangen, wie es bei mir langsam zur Routine wird.

  • Ausgangsmaterial sichten
  • brauchbare Filmschnipsel (die GoPro teilt das Video automatisch nach 4GB, falls du einfach durchgehend aufnehmen solltest) in das Videobearbeitungsprogramm ziehen (ich verwende Nero Video, Teil der Nero Platinum 2018 Suite Werbung)
  • alle Filmschnipsel in Timeline ziehen und ersten Grobschnitt durchführen (so sind bei mir im 1. Durchlauf aus 87 Minuten Ausgangsmaterial ca. 11 Minuten Grobschnitt geworden)
  • was anderes tun, um vom Videoprojekt etwas Abstand zu gewinnen
  • Grobschnitt ansehen und straffen, bis ich auf ca. 3-5 Minuten komme
  • Übergangseffekte setzen (zumeist Kreuzblende) und Logo einbinden
  • Vertonung (Musik aus der Google Audio-Bibliothek)
  • Family-Check
    einem Familienmitglied zeigen und Feedback einholen
  • in der Regel Video noch einmal straffen
  • endgültige Version exportieren und in YouTube hochladen

Wenn du die Verarbeitungsschritte etwas genauer und detaillierter nachlesen willst, dann wirf bitte einfach einen Blick auf das Making of vom Plötz Wasserfall. Dort bin ich auf die einzelnen Schritte der Videobearbeitung noch etwas näher eingegangen.

Das verwendete Equipment noch einmal zusammengefasst (* Affiliate Links zu Amazon):

Das fertige Video durch die Nocksteinschlucht

Und zum Schluss gibt es noch das fertig geschnittene Video zu sehen. Der Unterschied in Bezug auf Verwackelungen zwischen Auf- und Abstieg ist deutlich erkennbar. Insbesondere bei Zeitrafferabschnitten schneidet das Rollei Gimbal schon um Längen besser ab – eine Investition, die ich auf keinen Fall bereue!

In dem Artikel geht es im ersten Abschnitt um den GoPro Seeker Rucksack und im zweiten dann um das Drehen des Videos selbst. Und zwar insbesondere um praktische Erfahrungen in dem Zusammenhang, dass der Rucksack mehrere direkte Möglichkeiten der Montierung für die GoPro bietet.